<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666</id><updated>2012-02-10T17:16:54.568+01:00</updated><category term='Fundstücke'/><category term='Antike'/><category term='Kontrafaktisches'/><category term='Metadiskussion'/><category term='Mittelalter'/><category term='Neuzeit'/><category term='Buchbesprechung'/><category term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Geschichtsblog</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>157</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-1601583799627474102</id><published>2012-02-07T10:02:00.000+01:00</published><updated>2012-02-07T10:02:47.332+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadiskussion'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Nachtrag zu Steinbach</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Götz Aly&lt;a href="http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-steinbach-debatte-wie-links-war-die-nsdap-,1472602,11584232.html"&gt; äußert sich in der FR&lt;/a&gt; zum Thema und erklärt, dass die Fans von links und rechts ihre jeweiligen Lager in Weimar reichlich fließend wechseln konnten und dass die Idee einer Verschmelzung von Nation und Sozialismus damals sehr beliebt war. Sicher, damit hat er natürlich auch Recht. Aber das erklärt immr noch nicht, ob die NSDAP links oder rechts war. Festzustellen, dass ein Großteil ihrer Anhänger zu blöd oder indifferent war, die Unterscheidung zu treffen, sagt ja über die Ideologie noch nichts aus. Deren Gehalt ändert sich ja nicht dadurch, dass sie falsch verstanden wird, auch wenn ihre Vertreter dieses Fehlverständnis aus strategischen Gründen aktiv unterstützen. Aly verweist auch auf die Tatsache, dass es unter den Ostblockdiktaturen Verfolgung und Mord gegeben hat. Das bezweifelt ja auch gar niemand, aber es führt von der Frage erneut weg. Das Problem ist, dass "links" und "rechts" nur sehr schwammig definierte Begriffe sind. Wenn man jeweils die Stücke nimmt, die einem in den Kram passen, kann man die NSDAP natürlich zu einer linken Partei machen. Damit kann ich aber auch die KPdSU zu einer rechtsextremen Partei machen, was komischerweise im Umkehrschluss niemand jemals tut. Denn unter Stalin gab es ebenfalls einen starken Nationalismus, er verfolgte ethnische Minderheiten und breitete das eigene Territorium aggressiv aus. Nur, was davon konstituiert einen nun als rechts oder links? Der Terror alleine ist es jedenfalls nicht, darin kann man Steinbach, Aly und alle anderen problemlos beeinander finden.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich bleibe dabei, dass die NSDAP nicht links war. Versuchen wir erst einmal einige Begriffe zu definieren, damit wir sicherstellen, dass wir überhaupt vom Gleichen reden. Was ist "links", was ist "rechts"? Ich habe bereits in meinem &lt;a href="http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/02/zur-steinbach-debatte.html"&gt;Eingangsartikel zu Steinbach&lt;/a&gt; gesagt, dass jeglichem "links"-Sein ein Zug von Internationalismus und Pazifismus beiwohnt. Das sind elementare ideologische Merkmale, die von der Sowjetunion auch mit großem Erfolg ausgeschlachtet wurden (ihr gelang es noch in den 1980er Jahren, auf dem Höhepunkt des Afghanistankrieges, bei großen Teilen der deutschen Friedensbewegung propagandistisch als friedliebendes Land dazustehen), auch wenn die Realität anders aussah. Ein weiteres konstituives Element ist die Egalisierung. Unter linken Ideologien sind alle Menschen gleich, sollen alle Menschen zudem möglichst emanzipiert sein (erneut: wir reden hier von den Ideologien, nicht von der Wirklichkeit). Im Gegensatz dazu sind rechte Ideologien betont national und leben von der Abgrenzung der eigenen Nation oder des eigenen Volkes von anderen, konstituieren also gerade nicht die Gleichheit aller Menschen. Dieser Punkt ist der größte Reibungspunkt von Rechten und Linken, hier unterscheiden sie sich am deutlichsten. Und dieser Punkt ist es auch, der nicht nur die Einordnung der NSDAP, sondern eben auch der KPdSU erschwert, denn dieses Element macht letztere ebenfalls reichlich rechts. Auch vom Pazifismus halten Rechte bekanntlich wenig.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein Element, das in beiden Definitionen bislang nicht vorkam, war der Sozialpopulismus, der von Aly (wie auch anderen diese These vertretenden Historikern) immer wieder als Beweis für das Linkssein der NSDAP herangezogen wird. Ja, sicher, die NSDAP führte diverse soziale Wohltaten ein, die es größtenteils in die BRD hinübergeschafft haben. (Aly: "Wer den deutschen Mieter- und Kündigungsschutz, das Kindergeld, die  Krankenversicherung für Rentner oder den Naturschutz für fortschrittlich  hält, sollte bedenken, dass die Gesetze 1937, 1934, 1937, 1941 und 1938  erlassen oder in ihrer Schutzfunktion erheblich gestärkt wurden.")Sozialpopulismus aber ist kein linkes Alleinstellungsmerkmal. Er ist ein Wahlkampfmechanismus, ein PR-Gag (bestenfalls mit positiven Folgen). Ein rechtes Regime kann genauso problemlos soziale Wohltaten verteilen wie ein linkes. Sogar konservativ-demokratische Regierungen können das, völlig problemlos. Ja, ich meine Sie, Herr Adenauer. Ob die jeweilige Maßnahme rechts oder links einzuordnen ist, hängt wieder von dem emanzipativen Aspekt ab. Und hier sieht die Bilanz der Nazis nicht besonders links aus, denn die meisten ihrer sozialpolitischen Taten dienten der Zementierung eines sehr reaktionären Männer- und Frauenbilds (Muttertag, Kindergeld, etc.) und kaum dem Versuch, alle zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft zu bewegen. Daher muss man vorsichtig sein, wenn man so leichtfertig Dinge durcheinander wirbelt, weil sie einem gerade in den Kram passen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das größte Problem an der Debatte ist aber eigentlich, dass die "links"- und "rechts"-Begrifflichkeiten überhaupt keinen großen Erklärungswert mit sich bringen. Sie sind politische Kategorien. Es geht um die Diskreditierung eines politischen Gegners, und Aly macht das in seinem Statement auch bemerkenswert deutlich: &lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;i&gt;Viele Deutsche identifizieren Rechts mit Böse und Links mit Gut. Ihrem geschichtlichen Durchblick hilft das nicht.&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Richtig, Herr Aly, dem geschichtlichen Durchblick hilft das überhaupt nicht. Stalins Sowjetunion und Hitlers Deutschland waren beides totalitäre Regime, die Millionen Menschen auf dem Gewissen haben. Was also soll die Frage, ob irgendetwas darin links oder rechts war? Beide benutzten die Ideologien, denen sie anzuhängen vorgaben, als reinen Deckmantel und Legitimationsinstrument. Die Internationale war Stalin ein Außenbüro der KPdSU in jeder Hauptstadt und Zuflucht für den KGB, und er verfolgte nationale Minderheiten mit einer ähnlichen Begeisterung wie sein Pendant in Berlin. Hitler, auf der anderen Seite, ignorierte praktisch alle revolutionären Aspekte seiner eigenen Ideologie. Die "Volksgemeinschaft" war letztlich nur ein anderes Wort für "Maul halten und parieren", und in seinem Deutschland waren die in den Wahlkämpfen der 1920er Jahre so vehement kritisierten Unternehmer ebenso eine Stütze des Staates wie die Militäraristokratie. Das änderte sich erst nach dem Juli 1944, als das Reich bereits brennend in den Untergang taumelte und danach trachtete, so viele wie möglich mit in den Abgrund zu reißen. Letztlich bedeutsam ist wohl die Frage, als was Stalinismus und Hitlerismus wahrgenommen wurden. Und in dieser Wahrnehmung ist Hitler rechts und Stalin links, und beide Ideen tragen seither an diesen Exponenten und werden zur ständigen Selbstreflexion mit ihren totalitären Auswüchsen gezwungen. Das tut weh, und es provoziert Reaktionen. &lt;/div&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/cc2c5d158b4f4a0abde578639b3a8981" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-1601583799627474102?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/1601583799627474102/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/02/nachtrag-zu-steinbach.html#comment-form' title='12 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1601583799627474102'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1601583799627474102'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/02/nachtrag-zu-steinbach.html' title='Nachtrag zu Steinbach'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>12</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-974389042406936450</id><published>2012-02-06T00:03:00.000+01:00</published><updated>2012-02-06T00:03:32.422+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://vintage-everyday.blogspot.com/2011/11/creepy-photos-from-halloween-in-past.html"&gt;Halloween-Kostüme 1875 bis 1955. &lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-974389042406936450?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/974389042406936450/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/02/fundstuck_06.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/974389042406936450'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/974389042406936450'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/02/fundstuck_06.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-5175968492880039570</id><published>2012-02-03T00:08:00.002+01:00</published><updated>2012-02-03T15:52:53.085+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadiskussion'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Zur Steinbach-Debatte</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;img alt="Erika Steinbach" class="avatar size128" height="200" src="https://si0.twimg.com/profile_images/1667987542/erika_steinbach_twitter_reasonably_small.jpg" style="margin-left: auto; margin-right: auto;" width="200" /&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Steinbachs Twitter-User-Bild&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a class="profile-picture" href="https://si0.twimg.com/profile_images/1667987542/erika_steinbach_twitter.jpg" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;" target="_blank"&gt;        &lt;/a&gt;Mit ihrer weithin gerühmten Feinfühligkeit hat Erika Steinbach, Vertriebenenvertreterin und Menschenrechtsexpertin der CDU (kein Witz), über &lt;a href="https://twitter.com/#%21/SteinbachErika"&gt;Twitter&lt;/a&gt; eine &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812950,00.html"&gt;Diskussion losgebrochen&lt;/a&gt;, in der sie die NSDAP als linke Partei bezeichnete und implizit den nationalsozialistischen Terror mit dem stalinistischen gleichsetzte. Dabei stieß sie erwartungsgemäß auf harsche Kritik. Begonnen hatte es wohl damit, als sie sich über eine Aktion der Adenauer-Stiftung gegen Rechtsextremismus beschwerte, da diese den Linksextremismus nicht erwähne. Von dort machte sie dann den Sprung zu der Theorie, die auch Arnulf Baring beharrlich vertritt, dass es sich bei der NSDAP um eine linke Partei handle, begegnete den Vorwürfen durch den Verweis darauf, dass sie Nazis schlimm und ihre Familie Opfer sei (ihr Großvater war im KZ) und betonte, dass jegliche Art von Extremismus schlimm sei. Damit hat sie natürlich nicht Unrecht; trotzdem ist es höchst problematisch, die DDR, die Sowjetunion und Hitlerdeutschland in einen Topf zu werfen. Wir wollen uns deswegen diesen beiden problematischsten Teilen ihrer Aussagen getrennt widmen. Vorher noch einmal die Klarstellung: Steinbach hat definitiv Recht damit, dass jeglicher Extremismus schlimm ist, und auch waren weder DDR noch UdSSR Staaten, in die ich freiwillig einen Fuß hätte setzen wollen. So, nachdem wir das geklärt haben, ab in medias res.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das erste Problem ist Steinbachs Gleichsetzung der linken und rechten Diktaturen. Sie ist spätestens seit dem Historikerstreit der 1980er Jahre unter konservativen Denkern sehr beliebt, jedoch bis heute eine Minderheitenposition geblieben. Und das nicht ohne Grund: zwar kann man Stalins System ebenso mit Fug und Recht totalitaristisch nennen wie Hitler-Deutschland. Millionen starben in der Sowjetunion unter staatlicher Verfolgung oder krasser Vernachlässigung, daran gibt es eigentlich nichts zu rütteln. Trotzdem fehlt der Sowjetunion die letzte Eskalationsstufe, die Nazi-Deutschland spätestens mit dem Kriegsausbruch erklomm: die planmäßige Vernichtung einer kompletten Volksgruppe aus ideologischen Motiven, die mörderische, kriegerisch nach außen gerichtete Gewalt. Diese letzte Eskalationsstufe ist nicht besonders viel, das muss betont bleiben. In der Hölle ist vermutlich ein Plätzchen für Hitler wie für Stalin reserviert. Beide waren mörderische Diktatoren, und nur weil einer von beiden den 1. Platz deutlich erringt, macht dies den anderen nicht besser. Steinbach muss sich aber selbst einen ideologievernebelten Blick vorwerfen lassen, wo sie die DDR in denselben Topf wirft. Das SED-Regime war ein Unrechtsstaat, es verfolgte politische Gegner, sperrte sie ein und machte sie mundtot, aber es entwickelte niemals mörderische Tendenzen. Zwischen Paradeexemplaren der Abgründe menschlicher Existenz wie Stalin und Hitler haben ultimativ langweilige Bürokraten wie Ulbricht und Honecker kaum einen Platz.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a class="image" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Arnulf_Baring.jpg&amp;amp;filetimestamp=20060114165535" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img alt="" class="thumbimage" height="250" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/83/Arnulf_Baring.jpg/220px-Arnulf_Baring.jpg" width="220" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Arnulf Baring 2002&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt; (Foto: Thoma, GNU 1.2)&lt;/span&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der zweite Punkt Steinbachs (wie auch etwa Barings) betrifft die Einordnung der NSDAP als linke Partei. Den meisten Menschen dürfte diese Einschätzung mehr als seltsam vorkommen, sind "Nazis" doch quasi die Poster-Boys des Rechtsextremismus. Viel rechter als die NSDAP kann man kaum sein, richtig? Die Theorie, dass dem eben nicht so ist, genießt besonders unter Radikalliberalen und Konservativen eine gewisse Zuneigung. Diese können im Normalfall mehr Gründe vorweisen als Steinbach, die in ihren Twitterbotschaften vor allem auf die Namensbestandteile NationalSOZIALISTISCHE ARBEITERpartei verweist. Aber Namen sind Schall und Rauch; entscheidend ist, um Kohl zu zitieren, was hinten raus kommt. Und dieses Ergebnis war mit Sicherheit nichts links. Zum Links-Sein gehört immer ein pazifistischer und internationalistischer Zug, den die Sowjetunion wenigstens in ihrer Rhetorik besaß. Die NSDAP dagegen war dezidiert national, sie verlangte Aufrüstung und das Recht des Stärkeren, der auf dem Schlachtfeld zu bestimmen war. Die Nazis lehnten außerdem jeglichen Egalitarismus, wie ihn die Linken pflegten, entschieden ab - mussten das ja, anders hätten sie kaum einen Führer in fast religiöser Verzückung anbeten können. Dazu kam der Anti-Marxismus, der ein starkes konstitutives Element der NSDAP war. Die populistischen Elemente in der Partei bedienten sich zwar der gleichen Forderungen wie die Linken, aber das alleine macht sie nicht links - dieser Irrtum allerdings auch dem ständigen Gerede von der "Sozialdemokratisierung der CDU" zugrunde.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Steinbach schob aufgrund der Kritik einen weiteren "Beweis" für diese These hinterher: &lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Wutgeheul abgeflaut? Biete Alternative: Kurt Schumachers These  "Kommunisten sind rot lackierte Faschisten" gefällt euch Linken das  besser?&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Leider nannte Steinbach nur die eine Hälfte dieses &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linksfaschismus"&gt;historischen Fakts&lt;/a&gt;: nicht nur bezeichnete die SPD die KPD als Rotfaschisten, die Kommunisten schleuderten den Sozialdemokraten denselben Vorwurf entgegen. Zurück geht dieser auf die Änderung der KPD-Strategie von 1926. Damals wurde die Partei noch straffer auf Moskau ausgerichtet, als dies ohnehin der Fall gewesen war, und effektiv zu einer Außenstelle der KPdSU. Die Weisung aus Moskau war, den gefährlichsten Feind nicht im Faschismus beziehungsweise Nationalsozialismus zu sehen, und damit dem direkten ideologischen Gegner, sondern vielmehr im Reformismus der Sozialdemokratie. Die Bezeichnung der "rot lackierten Faschisten" stammte ebenfalls von diesen Moskauer Direktiven. Diese unverbrüchliche Feindschaft zwischen KPD und SPD, der sich übrigens auch die SPD nicht gerade unfreiwillig hingab, war einer der entscheidenden Faktoren beim Untergang der Weimarer Republik und führte zu so absurden Situationen wie der Zusammenarbeit von KPD und NSDAP beim Streik der Verkehrsbetriebe 1932 gegen die SPD und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Zu einer Linkspartei macht die NSDAP nichts von alledem.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Steinbach vertritt hier ein Geschichtsbild, das ich persönlich ablehne. Meiner Meinung nach simplifiziert es einerseits eine prägende Epoche des 20. Jahrhunderts viel zu sehr, andererseits relativiert es die Schrecken sowohl der Nazi-Zeit als auch des stalinistischen Terrors durch das undifferenzierte Zusammenwerfen etwa mit der DDR-Diktatur. Und zum Dritten besitzt sie auch keinen ernsthaften Erklärungsgehalt. Das soll nicht bedeuten, dass es sich um eine unzulässige Theorie handelt. Es mag eine Minderheitenposition sein, aber man kann sie vertreten; es ist kein Revisionismus im bösartigen Sinne. Ich hoffe allerdings, einige gute Argumente dagegen geliefert zu haben. Wenn nicht - die Kommentarsektion steht euch offen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/afe670f61f184359bbfd61227ab9dd47" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-5175968492880039570?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/5175968492880039570/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/02/zur-steinbach-debatte.html#comment-form' title='14 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5175968492880039570'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5175968492880039570'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/02/zur-steinbach-debatte.html' title='Zur Steinbach-Debatte'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>14</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-6490163834685479026</id><published>2012-01-31T19:28:00.003+01:00</published><updated>2012-02-03T15:53:02.969+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Tondokument mit Bismarcks Stimme</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/czko31-6O8I" width="640"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-6490163834685479026?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/6490163834685479026/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/tondokument-mit-bismarcks-stimme.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6490163834685479026'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6490163834685479026'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/tondokument-mit-bismarcks-stimme.html' title='Tondokument mit Bismarcks Stimme'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://img.youtube.com/vi/czko31-6O8I/default.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-1030091278702016252</id><published>2012-01-30T02:07:00.000+01:00</published><updated>2012-01-30T02:07:49.060+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadiskussion'/><title type='text'>Die Basics über Auschwitz</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-umfrage-zum-holocaust-gedenktag-deutsche-wollen-erinnerung-an-voelkermord-nicht-verdraengen-1777682.html"&gt;Der Stern&lt;/a&gt; hat eine wahre Horrorstory anzubieten: ein Fünftel aller Deutschen unter 30 weiß nicht, was Auschwitz ist (nur ein Zwanzigstel bei denen über 30). Über ein Drittel aller Deutschen weiß nicht, wo genau es stand. Und 43% haben noch nie eine KZ-Gedenkstätte besucht. &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,811338,00.html"&gt;Der Spiegel&lt;/a&gt; findet die Zahlen furchtbar. Allein, besonders aussgekräftig sind sie so noch nicht, und eine Interpretation bieten weder Stern noch Spiegel. Das erste Problem ist schon das "nicht wissen, was Auschwitz ist". Jeder der mit "ein kleiner Ort in Polen" antwortet, läge wohl schon mal falsch. Wie genau die Fragestellung war, geht leider nicht hervor. Ohnehin ist anzunehmen, dass die unter 30jährigen im Verlauf ihres Lebens noch eine genauere Einordnung werden vornehmen können. Zwar ist Auschwitz ein omnipräsentes Thema und steht symbolisch für alle KZs; es ist allerdings anzunehmen, dass die Zahl derer, die es korrekt als "Todes- und Vernichtungslager" einordnen können (O-Ton Stern) noch steigt, wenn man Assoziationshilfen wie das Bild des Lagereingangs und den "Arbeit macht frei"-Schriftzug hinzunimmt. Völlig abwegig dagegen ist die nächste Zahl: ein Drittel weiß nicht, wo das Ding steht. Warum es zum Verständnis des Holocaust essentiell ist zu wissen, dass Auschwitz in Polen liegt, bleibt ein Geheimnis der Umfragenmacher beim Stern. Vielleicht hoffte man damit eine besonders krasse Zahl zu bekommen? Im Ergebnis wird man dann enttäuscht sein; nur ein Drittel weiß es nicht.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die weiteren Zahlen, die vom Spiegel als schlecht verkauft werden, sind sogar noch besser: nur 43% haben noch nie ein KZ besucht. Das heißt dass über die Hälfte aller Deutschen schon einmal eines besucht hat - und da vermutlich mehr junge als alte Menschen darunter sind, weil man sich erst seit den 1980ern intensiv mit dem Holocaust-Thema beschäftigt, dürfte dieser Prozentsatz in Zukunft noch steigen. Der Holocaust und seine Aufarbeitung haben also keinesfalls an Prägnanz und Aktualität verloren, und die Dichte dieser Aufarbeitung ist überraschend gut.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die beste Zahl aber ist die letzte: 56% aller Deutschen sprechen sich dagegen aus, einen Schlussstrich unter die Beschäftigung mit Nationalsozialismus und Holocaust zu ziehen. Unter den Deutschen unter 30 sind es sogar atemberaubende 65%, die einen Schlussstrich ablehnen! Noch 1994 war eine Mehrheit von 52% für einen Schlussstrich. Es hat hier also ein echtes Umdenken stattgefunden, möglicherweise verursacht durch das Ende der eine diesbezügliche Agenda vertretenden Kohl-Regierung ("geistig-moralische Wende") als auch durch die vermehrten Negativ-Schlagzeilen über Neonazis. Menschen unter 30 sind frühestens in den frühen 1980er Jahren geboren worden, viele dieser Befragten eher in den 1990er Jahren. Sie kennen Kohl und die Wiedervereinigung nur aus den Geschichtsbüchern und haben einen anderen, wohl unverkrampfteren Umgang mit der Vergangenheit. Normalerweise fürchtet man an dieser Stelle das Aufkeimen eines neuen deutschen Nationalismus'; die Zahlen dagegen lassen durchaus hoffen. &lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/5913e027383f43d2bdccb01a05077fe7" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-1030091278702016252?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/1030091278702016252/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/die-basics-uber-auschwitz.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1030091278702016252'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1030091278702016252'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/die-basics-uber-auschwitz.html' title='Die Basics über Auschwitz'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7678453849926508952</id><published>2012-01-25T16:46:00.001+01:00</published><updated>2012-02-03T15:53:20.410+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im &lt;a href="http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2012/02/why-do-so-few-blacks-study-the-civil-war/8831/"&gt;New York Magazine&lt;/a&gt; ärgert sich Ta-Nehisi Coats darüber, dass der amerikanische Bürgerkrieg so negativ erinnert wird. Sean T. Collins antwortet ihm auf seinem &lt;a href="http://boiledleather.com/post/13828520156/link-why-do-so-few-blacks-study-the-civil-war"&gt;Blog&lt;/a&gt;. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-7678453849926508952?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/7678453849926508952/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck_25.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7678453849926508952'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7678453849926508952'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck_25.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-6770704843585938063</id><published>2012-01-21T14:01:00.000+01:00</published><updated>2012-01-21T14:01:11.069+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Buchbesprechung'/><title type='text'>Buchbesprechung: Dietmar Herz - USA verstehen</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896786792/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3896786792" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img alt="USA verstehen" border="0" height="300" id="prodImage" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/512o8eta3SL._SL500_AA300_.jpg" width="300" /&gt;&lt;/a&gt;Die USA sind auch 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges immer noch die mächtigste und wichtigste Nation der Welt. Ohne sie lässt sich kaum etwas durchführen. Gleichzeitig sind die Amerikaner, trotz der Ähnlichkeiten in Kultur und Sprache, ein Volk mit einer anderen Mentalität als die Europäer. Nur wenige Europäer können verstehen, warum die Amerikaner so sensibel auf das Recht auf Waffenbesitz reagieren, wie sie ernsthaft Abtreibungsrechte verweigern oder die Stars-and-Stripes überall wehen sehen wollen können. Dietmar Herz, der sich als Journalist bereits seit langem mit den Amerikanern, ihrer Geschichte und ihrer Politik innen wie außen beschäftigt, versucht nun mit „USA verstehen“ diese Lücke zu füllen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Buch umfasst 413 eng beschriebene Seiten in solidem, schön gestaltetem Hardcover. In chronologischer Reihenfolge führt Herz den Leser ausführlich durch die Geschichte der USA, bevor er kurz Regierungs- und Wirtschaftssystem sowie die Medien- und Universitätslandschaft skizziert. Genau hier aber liegt das Problem des Buchs: wer darauf hofft, danach einen besseren Blick auf die oben aufgeworfenen Verständnisprobleme gewonnen zu haben dürfte enttäuscht werden. Denn letztlich liegt der Fokus auf einer umfassenden Darstellung der amerikanischen Geschichte, der einige grundlegende Strukturinformationen zum besseren Verständnis nachgestellt werden. Mentalitäts- oder kulturgeschichtliche Aspekte finden allenfalls am Rande statt.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Damit keine Missverständnisse auftauchen: die Geschichte der USA in Herz‘ Darstellung ist kompetent geschrieben, kompakt und gut recherchiert auf vergleichsweise aktuellem Stand. Auch die Einführungen am Ende des Buchs sind kompakt, verständlich und flüssig geschrieben. Trotzdem wirkt die Verteilung letztlich, als ob der Autor sich nicht recht habe entscheiden können, was er eigentlich schreiben wollte. Zu 90% liest das Buch sich nicht wie „USA verstehen“, sondern wie eine „Einführung in die Geschichte der USA“. Wer sich hier nicht bereits sehr gut auskennt, wird von Herz viele neue Informationen geliefert bekommen und danach eine Rundum-Bildung auf diesem Gebiet haben. Dies kann nicht bezweifelt werden, und Herz‘ Schreibe macht das Buch unter diesem Aspekt auch interessant genug.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Allein, hat man die erste Enttäuschung über die inhaltlichen Leerstellen für das Thema „USA verstehen“ überwunden, so bleiben zwei Kritikpunkte zurück. Der erste ist die arge Knappheit der Zusatzinformationen im letzten Viertel des Buchs (die ersten 300 Seiten umfassen die Geschichte, nur die letzten hundert den Rest). Hier wäre etwas mehr durchaus mehr gewesen. Die Themen werden nur sehr eingeschränkt angerissen, und besonders bei den Medien- und Universitätssystemen merkt man den beschränkten Platz sehr deutlich, da die einzelnen Bundesstaaten hier deutlich divergieren. Zusätzliche hundert Seiten hätten hier sicherlich geholfen, die Einführung über die reine Skizze hinaus zu gestalten.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der andere Kritikpunkt betrifft die Geschichtsdarstellung selbst. Obwohl umfangreich recherchiert und flüssig geschrieben und dabei durchaus kompakt, konzentriert sie sich allzu stark auf die Präsidenten und ihre Handlungen und lässt etwa Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte größtenteils außen vor. Dies fällt besonders in jenen Epochen auf, in denen die Präsidenten besonders schwache Figuren waren, etwa n der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Während für die Zeit des Ost-West-Konflikts eine solche Darstellung durchaus Sinn macht und Verständnis fördernd ist, fällt sie hier deutlich zu kurz.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mit diesen Einschränkungen ist Herz‘ Buch jedoch trotz allem zu empfehlen. Als Einführung für den bisher unkundigen Leser oder auch als Auffrischung für auf dem Feld erfahrenere Zeitgenossen hat es deutliche Tugenden. Nur ist man nach der Lektüre noch lange nicht beim „USA verstehen“ angelangt  - dafür braucht es doch noch mehr.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Rezension im Auftrag des Roten Dorn. Mit freundlicher Genehmigung.&amp;nbsp; &lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896786792/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3896786792"&gt;Bei Amazon kaufen und den Geschichtsblog unterstützen.&amp;nbsp; &lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/210515fed0da45bd80c83b27e610f510" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-6770704843585938063?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/6770704843585938063/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/buchbesprechung-dietmar-herz-usa.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6770704843585938063'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6770704843585938063'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/buchbesprechung-dietmar-herz-usa.html' title='Buchbesprechung: Dietmar Herz - USA verstehen'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-593476173772197872</id><published>2012-01-19T20:32:00.001+01:00</published><updated>2012-02-03T15:53:39.490+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.taz.de/70-Jahre-Wannsee-Konferenz/%2185976/"&gt;Die taz erinnert an die Wannseekonferenz. &lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-593476173772197872?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/593476173772197872/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck_19.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/593476173772197872'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/593476173772197872'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck_19.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7690731610843718422</id><published>2012-01-13T23:13:00.000+01:00</published><updated>2012-01-13T23:13:20.310+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/gewalt-heute-und-gestern-katzen-verbrennen-geht-nicht-mehr-1.1178970"&gt;SZ &lt;/a&gt;befasst sich ausführlich mit dem neuen Buch von Steven Pinker, der behauptet dass Gewalt über die Menschheitsgeschichte abgenommen hat. Trotz methodischer Schwächen interessanter Ansatz, dessen Grundaussage ich absolut teile.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-7690731610843718422?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/7690731610843718422/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck_13.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7690731610843718422'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7690731610843718422'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck_13.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-449604883001097667</id><published>2012-01-01T13:20:00.000+01:00</published><updated>2012-01-01T13:20:21.991+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit dem 21.10.2011 ist bei&lt;a href="http://www.gdk-research.de/"&gt; GDK-Research &lt;/a&gt;eine Sammlung von "Kunstwerken" aus der Nazi-Zeit online; &lt;a href="http://www.welt.de/kultur/history/article13669404/Hitlers-Mythos-der-Nazi-Kunst-freigeschaltet.html"&gt;die Welt&lt;/a&gt; berichtet.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-449604883001097667?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/449604883001097667/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/449604883001097667'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/449604883001097667'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2012/01/fundstuck.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-6094426151071311041</id><published>2011-12-23T11:57:00.000+01:00</published><updated>2011-12-23T11:57:35.652+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Dresden hat im Oktober 2011 das militärgeschichtliche Museum der Bundeswehr wieder eröffnet. Da ich noch nicht dort war, gibt es eine Auswahl an Artikeln darüber. Wirklich negativ ist nur der der SZ, eine Bilderstrecke bei der FTD, die anderen Medien empfanden das Museum als größtenteils sehr gelungen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/militaerhistorisches-museum-der-bundeswehr-von-zinnsoldaten-und-anderen-reliquien-der-gewalt-1.1165470"&gt;SZ&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/2011/41/Militaermuseum-Dresden"&gt;Zeit&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/2011/42/S-Militaermuseum-Dresden"&gt;Zeit&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.focus.de/wissen/bildung/Geschichte/tid-23893/militaermuseum-in-dresden-wozu-menschen-faehig-sind_aid_674448.html"&gt;Focus&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.ftd.de/wissen/technik/:militaermuseum-in-dresden-neuer-blick-auf-alte-waffen/60115113.html"&gt;FTD&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://taz.de/Neues-Militaer-Museum-in-Dresden/%2179944/"&gt;taz&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-6094426151071311041?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/6094426151071311041/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/fundstuck_23.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6094426151071311041'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6094426151071311041'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/fundstuck_23.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-4593139053865745188</id><published>2011-12-21T12:13:00.000+01:00</published><updated>2011-12-21T12:13:51.260+01:00</updated><title type='text'>Probleme begrifflicher Klarfassung am Beispiel der realsozialistischen Diktaturen</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e6/Bundesarchiv_Bild_183-1989-1007-402,_Berlin,_40._Jahrestag_DDR-Gr%C3%BCndung,_Ehreng%C3%A4ste.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="210" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e6/Bundesarchiv_Bild_183-1989-1007-402,_Berlin,_40._Jahrestag_DDR-Gr%C3%BCndung,_Ehreng%C3%A4ste.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Feierlichkeiten zum 40jährigen Jahrestag der DDR-Gründung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Ein immer wiederkehrendes Problem, mit dem man als Historiker zu tun hat, ist die Verwendung von Begrifflichkeiten. Wenn man einen bestimmten Begriff verwendet, was exakt ist damit gemeint? Benutzt man eine eigene Interpretation, stützt man sich auf einen breiteren Konsens, und gibt es vielleicht Gruppen, die den Begriff völlig anders nutzen? Nur ein Beispiel: wer sind die "Nazis"? Sind es alle Mitglieder der NSDAP? Handelt es sich nur um die oberste Führungsriege? Oder sind es alle Personen, die irgendwie mit den Verbrechen des Regimes verknüpft sind, unabhängig von der eigentlichen Parteimitgliedschaft? Die Verwendung ist fließend. Dieses Problem ist besonders virulent, wo es um die Betrachtung der ostdeutschen beziehungsweise sowjetischen Geschichte geht, denn viele der Begrifflichkeiten sind höchst aktuellen politischen Kämpfen unterworfen und dienen häufig dazu, den politischen Gegner gleich mit zu diskreditieren. Ich will deswegen versuchen, dieses Thema ein wenig ausführlicher anzugehen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Im englischen Sprachraum sind alle Länder des ehemaligen Ostblocks "communists". Auch die Westdeutschen sprachen gerne und pejorativ von "den Kommunisten", wenn sie über die DDR sprachen. Das ist insofern bemerkenswert, als diese Zuschreibung nicht von den Angesprochenen geteilt wurde; diese bezeichneten sich als "Sozialisten", da der Kommunismus ein utopisches Fernziel darstellte, das man irgendwann nach dem unvermeidlichen Ausbruch der Weltrevolution zu erreichen gedachte. Begrifflichkeiten wie die "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken" oder der "Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands" unterstreichen das. Wir können aber nicht einfach den Begriff "Sozialisten" für die Politiker der DDR verwenden, weil einerseits durch die Einbindung der Blockparteien auch dezidiert nicht-sozialistische Politiker involviert waren und andererseits immer noch viele Sozialisten heute existieren, die häufig eine Ähnlichkeit ihrer Programme mit der Realität der DDR weit von sich weisen. Wer also beharrlich&amp;nbsp; darauf verweist, dass die DDR "sozialistisch" war, benutzt dies häufig zur Diskreditierung ähnlicher Ansätze etwa der Partei der LINKEn, für die die DDR ein beständiges Politikum bleibt.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/60/Bundesarchiv_Bild_183-57000-0139,_V._Parteitag_der_SED.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="201" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/60/Bundesarchiv_Bild_183-57000-0139,_V._Parteitag_der_SED.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Chruschtschow auf dem SED-Parteitag 1958&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Es ist deswegen in diesem Zusammenhang notwendig, eine Sprache zu gebrauchen, die nicht sofort von tagesaktuellen politischen Kämpfen missbraucht werden kann. Ich selbst verwende gerne die Begriffe "realsozialistisch" und "Ostblock". Letzteres steht für die von der Sowjetunion dominierte Gruppe von Staaten, die in der Nachkriegsordnung zu militärischen und politischen Bündnissen mit Moskau gezwungen worden waren - von der DDR über Polen bis Bulgarien - und die im Warschauer Pakt militärisch organisiert waren. Diese Zuschreibung war zwar durchaus pejorativ gebräuchlich, wird aber heute nicht mehr verwendet. Zudem waren die "Blöcke" im allgemeinen Sprachgebrauch der DDR selbst ein fester Bestandteil. Die Verwendung erscheint daher angemessen. Die Sache ist mit "realsozialistisch" schwieriger. Der "real existierende Sozialismus" war eine Formel der SED, mit der man die eigene, offensichtlich von der Theorie abweichende Gesellschaftsform zu erden gedachte. Im westlichen Sprachgebrauch wird dieser Begriff eher spöttisch und pejorativ verwendet; meist jedoch überhaupt nicht, da man das eindeutigere "sozialistisch" oder "kommunistisch" als abwertende Zuschreibung bevorzugt.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mir ist es jedoch wichtig, die Unterscheidung zwischen Theorie und Praxis zu machen, die die DDR-Führung selbst durchgeführt hat. Tatsächlich haben moderne Vertreter des Sozialismus und Kommunismus darin Recht, als dass die Diktaturen des Ostblocks wenig mit diesen Theorien zu tun hatten. Tatsächlich handelte es sich um planwirtschaftlich-autoritäre Kader-Diktaturen, die zur Legitimation auf die sozialistische Theorie gestützt waren. In der Praxis spielte diese Theorie allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Es macht daher Sinn, die Realität dieser Staaten von ihrer Legitimationsgrundlage zu trennen. Obwohl meines Wissens nach die DDR der einzige Staat war, der sich als "realsozialistisch" bezeichnete, ist die Zuschreibung auch für die anderen Staaten des Ostblocks sinnvoll. Da sich heute weder ein "Block" bildet noch irgendjemand "realsozialistisch" nennt, scheinen diese Zuschreibungen den politischen Kämpfen enthobener als die Alternativen und damit der historischen Betrachtung zugänglicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Jahrestag - Klaus Franke (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Chruschtschow - unbekannt (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/a337677a30da4bbf92a70a3f904550ae" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-4593139053865745188?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/4593139053865745188/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/probleme-begrifflicher-klarfassung-am.html#comment-form' title='12 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/4593139053865745188'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/4593139053865745188'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/probleme-begrifflicher-klarfassung-am.html' title='Probleme begrifflicher Klarfassung am Beispiel der realsozialistischen Diktaturen'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>12</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-9089155936303897745</id><published>2011-12-16T17:56:00.000+01:00</published><updated>2011-12-16T17:56:57.926+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der&lt;a href="http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2011/03/Levi-Strauss"&gt; Zeit &lt;/a&gt;wird die Geschichte der Jeans nachverfolgt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-9089155936303897745?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/9089155936303897745/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/fundstuck_16.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/9089155936303897745'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/9089155936303897745'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/fundstuck_16.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-1147022036516270165</id><published>2011-12-06T21:18:00.002+01:00</published><updated>2011-12-07T20:46:40.232+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Neuzeit'/><title type='text'>Die Außenpolitik der Bonner Republik</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/86/Bundesarchiv_B_145_Bild-F078072-0004,_Konrad_Adenauer.jpg/400px-Bundesarchiv_B_145_Bild-F078072-0004,_Konrad_Adenauer.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/86/Bundesarchiv_B_145_Bild-F078072-0004,_Konrad_Adenauer.jpg/400px-Bundesarchiv_B_145_Bild-F078072-0004,_Konrad_Adenauer.jpg" width="213" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Konrad Adenauer&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Als die Bundesrepublik Deutschland im Mai 1949 gegründet wurde, war sie ein Produkt des verlorenen Krieges. Drei Siegerstaaten hatten ihre Besatzungszonen vereinigt und die darin lebenden Deutschen in eine eingeschränkte Souveränität entlassen. Dass in einer solchen Situation nur wenig außenpolitischer Spielraum bestand, wo doch letztlich jeder Schritt noch genehmigungspflichtig war, versteht sich von selbst. Trotzdem gelang es der deutschen Außenpolitik, innerhalb nur weniger Jahre bemerkenswerte Freiräume zu schaffen und diese gezielt zu füllen. Die starke Prägung innenpolitischer Verhältnisse durch die außenpolitischen - Stichwort Westbindung - rechtfertigt auch eine engere Beschäftigung mit dem Gegenstand, die im folgenden vorgenommen werden soll. Die Außenpolitik der BRD lässt sich dabei in drei große Phasen unterteilen: die Westbindung unter CDU-geführten Regierungen und Außenämtern, die Ostpolitik unter SPD und FDP und schließlich der Kurswechsel des vereinigten Deutschland in der Berliner Republik, der noch lange nicht abgeschlossen ist und deswegen allenfalls grob skizziert werden kann. Beginnen wir mit der Ausgangssituation.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;1949 war Deutschland in zwei sich potentiell feindlich gegenüberstehende, an ihre jeweiligen ebenfalls feindlich gesinnten Besatzungsmächte gebundene Staaten aufgeteilt. Jede dieser Besatzungsmächte hatte ein deutliches Interesse, das jeweilige Deutschland an sich zu binden. Die Sowjetunion übte auf die DDR ohnehin einen wesentlich direkteren Einfluss als die Westmächte auf die BRD aus, so dass von dieser Seite wenig Eigeninitiative zu erwarten war. Diese lag vielmehr bei der BRD. Für die 1949 ins Amt gewählte erste Regierung Adenauer gab es vor allem zwei Ziele, die dringlichst zu verfolgen waren: erstens, die Wiedergewinnung einer möglichst großen Souveränität und Handlungsfreiheit und, zweitens, die außenpolitische Marginalisierung der DDR. Für Adenauer war klar, dass die Erringung von Souveränität nur durch eine Zerstreuung des Misstrauens gegenüber Deutschland möglich war, das - verständlicherweise - bei seinen Nachbarn vorherrschte. Zwar hatte Churchill in seiner berühmten "Züricher Rede" 1946 bereits eine starke Bindung von Frankreich und Deutschland angemahnt, um den Zwist der Vergangenheit zu beenden und für die Zukunft eine Absicherung vor allem gegen den Ostblock zu erreichen. Wie das allerdings vor sich gehen sollte war völlig unklar. Eine Wiedergewinnung voller staatlicher Souveränität war nach der Lage 1949 für die mittelfristige Zukunft völlig ausgeschlossen, beinhaltete es doch auch den Aufbau souveräner Streitkräfte sowie souveräner Außenpolitik mit allen Staaten. Für die Alliierten besonders in Westeuropa war beides aus naheliegenden Gründen nicht akzeptabel. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2c/Bundesarchiv_Bild_183-R14433,_Vertrag_von_Rapallo.jpg/400px-Bundesarchiv_Bild_183-R14433,_Vertrag_von_Rapallo.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="217" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2c/Bundesarchiv_Bild_183-R14433,_Vertrag_von_Rapallo.jpg/400px-Bundesarchiv_Bild_183-R14433,_Vertrag_von_Rapallo.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Die Unterzeichner von Rapallo 1922&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der eine ist leicht zu verstehen: eine deutsche Armee nur vier Jahre nach dem Krieg, an nichts gebunden - das war für die immer noch unter den Kriegsfolgen leidenden westeuropäischen Staaten nicht auch nur zu denken. Zwar hätten die Amerikaner gerne deutsche Truppen für die Verteidigung gegen eventuelle sowjetische Übergriffe gesehen; aktuell aber waren die Sensibilitäten andere. Der zweite Grund ist der so genannte "Rapallo-Komplex". 1922 hatte die Weimarer Republik in Rapallo mit der jungen Sowjetunion einen Vertrag geschlossen, in dem die beiden damaligen Parias Deutschland und Russland die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und den Verzicht auf Reparationen beschlossen. Weimar begann damit seine "Schaukelpolitik" zwischen West und Ost, deren ultimatives Ziel die Revision des Versailler Vertrags war. Für die Westmächte stand fest, dass Deutschland schon allein wegen seiner europäischen Mittellage wieder zu einer solchen Politik neigen würde, wenn ihm volle Souveränität gewährt wäre - ein Albtraum für die Westeuropäer, die in einem kontrollierten West-Deutschland einen Garanten für die Präsenz der USA und die Abschreckung der UdSSR sahen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Adenauer, ohnehin nicht von gesamtdeutschen Sensibilitäten behindert, begegnete diesen Ängsten deswegen früh. Als 1950 der Korea-Krieg ausbrach und die amerikanische Wirtschaft und ihr Militär unter starken Druck setzte, bot er eine Wiederbewaffnung Deutschlands im Rahmen einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft an. Für die Amerikaner war dieses Angebot sehr attraktiv, da sie dadurch westdeutsche Truppen bekämen und Ressourcen für den Krieg in Korea freimachen könnten. Die Franzosen waren deutlich skeptischer, nicht hauptsächlich, weil sie einer deutschen Armee misstrauten - die ersten Vorschläge sahen keine deutschen Offiziere, sondern ein generelles Kommando durch die Verteidigungsgemeinschaft vor, das heißt also französischer Offiziere - sondern weil es auch eine empfindliche Einschränkung ihrer eigenen Souveränität und Bewegungsfreiheit besonders in Kolonialfragen bedeutete. Diese Diskussion, die in Deutschland erheblichen inneren Widerstand hervorrief (die so genannte "Ohne Mich"-Bewegung), schleppte sich daher von Jahr zu Jahr hin.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cd/Flag_of_the_European_Coal_and_Steel_Community_12_Star_Version.svg/450px-Flag_of_the_European_Coal_and_Steel_Community_12_Star_Version.svg.png" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="213" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cd/Flag_of_the_European_Coal_and_Steel_Community_12_Star_Version.svg/450px-Flag_of_the_European_Coal_and_Steel_Community_12_Star_Version.svg.png" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Flagge der EGKS&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wesentlich erfolgreicher war ein anderer Versuch der Regierung Adenauer. Da ein großer Teil der deutschen Militärkraft dem Schwerindustriegebiet an der Ruhr zugeschrieben wurde, war die Kontrolle oder zumindest Überwachung stets ein Herzensanliegen der Westeuropäer. Adenauers Ideen kam das sehr entgegen. Als Außenminister des 1951 gegründeten Außenamts leitete er die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGKS in die Wege (auch: "Montanunion"). Diese erste supranationale Behörde fungierte als Aufsichts- und Koordinationsinstanz für die Schwerindustrie Frankreichs, Deutschlands und der Benelux-Länder, die damit eine erhebliche Kontrolle über eine etwaige deutsche Aufrüstung bekamen. Da Adenauer ohnehin keine von den Westmächten unabhängige Aufrüstung plante, da er einen dann wachsenden Einfluss protestantischer und sozialistischer Elemente und eine Hinwendung zum Ostblock, eine Rückkehr zur Schaukelpolitik von Rapallo sowie einen Neutralitätskurs befürchtete, kam ihm das sehr entgegen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Aufgabe von Souveränität zugunsten supranationaler Organisationen wurde das beherrschende Merkmal dieser frühen deutschen Außenpolitik und besänftigte viel Misstrauen. Auch Unternehmungen wie das Luxemburger Abkommen mit Israel, das Wiedergutmachungen für den Holocaust vorsah, sowie das Londoner Schuldenabkommen für die Schulden aus der Zeit der Weltkriege, des Nationalsozialismus' und Weimars trugen dazu bei, Vorbehalte abzubauen. Diese Vorarbeiten ermöglichten 1955 die Initiierung gleich vierer großer Schritte, mit denen die bundesdeutsche Außenpolitik erheblich an Gewicht und Freiraum gewann. Dies war, erstens, die Aufhebung des Besatzungsstatus. Deutschland wurde damit die volle Souveräntität mit der Ausnahme von Regelungen gesamtdeutscher Belange, sprich, der Wiedervereinigung, zugestanden. Außerdem behielten sich die Alliierten Vorbehaltsrechte im Falle einer Machtzunahme von extremistischen, die Demokratie bedrohenden Kräften vor. Zweitens führte Deutschland - nach dem Scheitern der Versuche der Errichtung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft - die allgemeine Wehrpflicht für die neu geschaffene Bundeswehr ein, die, drittens, in die NATO integriert und dadurch fest an den Westen gebunden wurde. Zusammen mit der EGKS zementierte dies die Westbindung einer- und die Überwachung und Kontrolle durch die Westmächte andererseits. Und viertens verkündete Walter Hallstein in diesem Jahr die so genannte Hallstein-Doktrin, in der angekündigt wurde, dass die BRD die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR als "unfreundlichen Akt" betrachten und mit dem Abbruch eigener diplomatischer Beziehungen sanktionieren würde.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Bundesarchiv_B_145_Bild-F028459-0019,_Robert-Schuman-Preis,_Verleihung_an_Walter_Hallstein.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="205" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Bundesarchiv_B_145_Bild-F028459-0019,_Robert-Schuman-Preis,_Verleihung_an_Walter_Hallstein.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Walter Hallstein 1969&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Eine Weile lang war diese Doktrin tatsächlich erfolgreich. Besonders Staaten etwa in Afrika, Asien oder dem mittleren Osten - also solche, die nicht formal bereits einem der beiden Blöcke angeschlossen waren - nahmen im Hinblick auf bundesdeutsche Entwicklungshilfe und Märkte keine Beziehungen zur DDR auf. Spätestens jedoch, als die arabischen Staaten auf einen aggressiven Kurs gegenüber Israel gingen und die BRD sich klar auf die Seite Israels stellte, brach diese klare Linie auf. Beginnend bei arabischen Staaten (und Jugoslawien) wurden Beziehungen zur DDR aufgenommen. Für die BRD stand damit eine unangenehme Frage ins Haus: würde man die Drohung wahr machen? Wie bereits bei Eisenhowers Konzept der "massive retaliation" als Reaktion auf sowjetische Aktionen zeigte sich, dass die ultimative Drohung letztlich ein Bluff war. Der Schaden für die BRD selbst war zu hoch, als dass sie ihre radikale Abbruchspolitik durchsetzen könnte. Jahrelang mäanderte die BRD umher, unfähig, die Hallstein-Doktrin voll anzuwenden, unfähig, sie auszusetzen. Die außenpolitischen Optionen CDU-geführter Regierungen im Hinblick auf Ostpolitik bewegten sich rapide gegen null. Sie hatte sich selbst in eine Sackgasse manövriert, aus der sie nicht mehr herauskam. Ein letzter großer Erfolg allerdings war ihr 1957 beschieden: die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nahm auch Italien in den Bund der bisherigen Montanunion auf, erweiterte deren Kompetenzen stark und gab Deutschland über die Wirtschaftskraft der BRD einen starken Hebel an die Hand. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bereits zu Beginn der 1960er Jahre aber zeigten sich zunehmend Probleme. Nicht nur war die harte Linie gegenüber dem Ostblock kaum mehr aufrechtzuerhalten und blockierte und belastete mehr und mehr die Beziehungen zu Drittstaaten, die mit diesem Konflikt eigentlich nichts zu tun haben wollten. Auch die Umorientierung der USA und Frankreich stellte Bonn vor erhebliche Probleme. Frankreich versuchte, sich stärker von den USA zu emanzipieren und eigenständige Politik zu betreiben, womit de Gaulle die BRD in eine prekäre Situation trieb: einerseits galt die enge Bindung zu Washington als sine qua non, denn ohne die US-Truppen war an ein Aufhalten einer eventuellen sowjetischen Invasion vor dem Rhein überhaupt nicht zu denken. Andererseits basierte aber das europäische Projekt auf einer engen Kooperation Deutschlands und Frankreichs, und de Gaulle ging sogar so weit, mit Strauß und Adenauer über den Aufbau einer gemeinsamen, von den USA unabhängigen Atomwaffe zu verhandeln. Die BRD saß so zwischen den Stühlen. Am Ende entschied man sich, de Gaulles Unabhängigkeitsofferten zu ignorieren und sich an die USA anstatt an Frankreich zu binden, das für eine Weile einen Alleingang unternahm und sich an eigenständiger Großmachtpolitik versuchte ("Politik des leeren Stuhls").&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3d/Bundesarchiv_B_145_Bild-F057884-0009,_Willy_Brandt.jpg/426px-Bundesarchiv_B_145_Bild-F057884-0009,_Willy_Brandt.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3d/Bundesarchiv_B_145_Bild-F057884-0009,_Willy_Brandt.jpg/426px-Bundesarchiv_B_145_Bild-F057884-0009,_Willy_Brandt.jpg" width="227" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Willy Brandt 1980&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Als Ludwig Erhards Regierung 1966 zerbrach und die CDU mit der SPD in die Große Koalition eintrat, wurde Willy Brandt Außenminister. Die SPD forderte, wie manche Stimmen in der FDP, schon seit längerem ein offenes Verhältnis mit dem Ostblock und eine aktivere Politik. Später sollten diese Forderungen unter dem Stichwort "Wandel durch Annäherung" bekannt werden. Erste Schritte in diese Richtung fanden bereits während der Großen Koalition statt, wo jedoch sowohl die CDU als auch die eher rechtsgerichteten Kräfte in der FDP - die zu dieser Zeit in einen eher reformerischen sozialliberalen und einen eher konservativ-libertären nationalliberalen Flügel gespalten war - immer wieder querschossen. Es war die Wahl 1969, die die Möglichkeit einer solchen Politik plötzlich auf den Tisch brachte. Wirklich damit gerechnet hatte niemand; die Wahl wurde von innenpolitischen Themen sowie einem außenwirtschaftlichen Thema (der D-Mark-Aufwertung) bestimmt. Die Möglichkeit einer Koalition der SPD mit der FDP ergab sich eher unvorhergesehen durch das Verfehlen der 5%-Hürde durch die NPD, und die so gebildete Koalition besaß auch nur eine Mehrheit von 12 Stimmen. Angesichts der Spaltung der FDP war das nicht besonders viel, und es sollte sich auch bald zeigen, dass es nicht ausreichend war. Die erste Regierung Brandt trat trotzdem die Flucht nach vorne an und führte die BRD in eine Reihe von außenpolitischen Handlungen, die die beginnenden 1970er Jahre politisch entscheidend prägten.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gegen eine Unionsopposition, die die Ostpolitik mindestens ebenso erbittert bekämpfte wie die SPD ihrerzeit Wiederbewaffnung, Westbindung und Montanunion, peitschte Brandt unter tatkräftiger Hilfe Egon Bahrs als "Chef-Unterhändler" des Kanzleramts einige Verträge durch, die einen sich bereits zur Zeit der Großen Koalition herausbildenden Paradigmenwechsel bestätigten. So sollte die DDR weiterhin nicht völkerrechtlich anerkannt, wohl aber in die Entspannungspolitik einbezogen werden, die, von den USA ausgehend, ein generelles Klima der Entspannung zwischen den Machtblöcken zu schaffen versuchte. Brandt prägte dafür die Formel "zweier deutscher Staaten, die füreinander nicht Ausland sind". Dafür war es essentiell, die Einwilligung der Sowjetunion in eine solche Politik zu erreichen, ohne die keine Schritte mit irgendeinem osteuropäischen Staat möglich waren. Da die DDR auf praktisch unerfüllbaren Forderungen beharrte - vor allem der bedingungslosen Anerkennung - war dieser Weg ohnehin der zweckmäßigste. Konsequenterweise wurde der erste der "Ostverträge" auch mit der Sowjetunion 1970 abgeschlossen. Gegenstand dieses Vertrags: die Oder-Neiße-Grenze mit Polen und die Unverletzlichkeit der deutsch-deutschen Grenze. Beides waren Gegenstände, die von souveränen Staaten selbst hätten unterzeichnet werden müssen; dass zuerst ein entsprechender Vertrag mit der Sowjetunion erstellt wurde, spricht Bände über das Machtgefälle innerhalb des Ostblocks.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/titel/SP/1970/51/300/titel.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img alt="Titelbild" border="0" src="http://wissen.spiegel.de/wissen/titel/SP/1970/51/300/titel.jpg" width="300" /&gt;&lt;/a&gt;Erst folgend auf diesen Vertrag folgte ein praktisch gleichlautender mit Polen, ehe dann 1972 der Grundlagenvertrag mit der DDR folgte. Und der hatte es in sich. Die beiden Staaten garantierten sich (ohne volle Anerkennung durch die BRD), dass sie ihre Grenzen achten und zusammenarbeiten würden, besonders auf dem Gebiet der Abrüstung, und außerdem durch Ständige Vertretungen (letztlich nur ein anderes Wort für "Botschaft", um nicht "Botschaft" sagen zu müssen) miteinander Kontakt halten und kooperieren würden. Die von Brandt regelmäßig angemahnten "menschlichen Erleichterungen" waren bereits zum Teil 1971 im Transitabkommen vertraglich fixiert worden. Mit einem Vertrag mit der Tschecheslowakei 1973, in der formal auf das Sudetenland verzichtet und erneut der aktuelle Grenzverlauf bestätigt wurde, endete diese Phase deutschen Unilateralismus in der europäischen Ostpolitik. Obwohl es heute gerne so dargestellt wird, als ob Deutschland hierbei mutig vorangeschritten sei, wurden letztllich nur Schritte nachvollzogen, die andere Staaten bereits, wenn auch nicht durch Verträge formell gesichert, bereits hinter sich hatten. In jedem Falle wurden BRD und DDR beide in die UNO aufgenommen, womit ein weiterer Schritt der Akzeptanz und eine Ausweitung des außenpolitischen Spielraums erreicht war.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In der folgenden multilateralen Phase in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre waren beide deutsche Staaten an den MBFR-Abrüstungsverhandlungen beteiligt und gleichberechtigte Partner auf der ersten KSZE-Konferenz. Dieser fällt eine große Bedeutung für die zweite Hälfte des Kalten Krieges zu. Auf dieser Konferenz, die praktisch alle europäischen Staaten, die USA und Kanada sowie die Sowjetunion verfasste, wurden mehrere Themenkomplexe ("Körbe") verhandelt und zum Abschluss gebracht. Korb 1 enthielt die Festschreibung der aktuellen Grenzen, Gewaltverzichtserklärungen und Akzeptanz. Der DDR war dieser Korb der wichtigste, schien er ihre faktische Anerkennung durch den Westen doch festzuschreiben (tatsächlich kam es, mit Ausnahme der BRD, zu Botschafteraustausch mit fast allen NATO-Staaten). Der Sowjetunion war besonders der zweite Korb wichtig, der einen Austausch und besseren Handel garantierte, da man dringend Anschluss an die Hochtechnologiemärkte des Westens wollte, um die eigene marode Wirtschaft modernisieren zu können. Für den Westen stellte sich Korb 3 als wichtig heraus, in dem die Menschenrechte verbindlich festgeschrieben und humanitäre Erleichterungen versprochen wurden. Der Ostblock glaubte, dass dies reines Papier bleiben würde; da seine Bürger sich jedoch damit auf ein bindendes Dokument berufen konnten, stiegen die Probleme mit Dissidenten im ganzen Block in Folge an.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/16/Bundesarchiv_Bild_183-P0730-033,_Helsinki,_KSZE-Konferenz,_Honecker,_Schmidt.jpg/220px-Bundesarchiv_Bild_183-P0730-033,_Helsinki,_KSZE-Konferenz,_Honecker,_Schmidt.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/16/Bundesarchiv_Bild_183-P0730-033,_Helsinki,_KSZE-Konferenz,_Honecker,_Schmidt.jpg/220px-Bundesarchiv_Bild_183-P0730-033,_Helsinki,_KSZE-Konferenz,_Honecker,_Schmidt.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Honecker und Schmidt 1975&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Siebziger Jahre brachten für die bundesdeutsche Außenpolitik allerdings noch ganz andere Schwierigkeiten mit sich. Nicht nur wurde die EWG um drei Mitglieder - Großbritannien, Irland und Dänemark - erweitert, die den Umgang innerhalb der Organisation veränderten. Mit dem neuen Aufflammen von Feindseligkeiten im Nahen Osten wurde Deutschland durch seine zur Staatsräson erhobene Freundschaft zu Israel Ziel der Vergeltungspolitik der arabischen Staaten, was in zwei "Ölpreisschocks" 1973 und 1979 die Energiepreise rasant nach oben steigen ließ. Eine echte Antwort auf diese Herausforderungen fand die Bundesregierung nicht. Sie war in der Region bereits mit der Hallsteindoktrin gescheitert. Es gelang Helmut Schmidt dafür im Gegenzug, innerhalb der EWG weitreichende Reformen auf den Weg zu bringen, was die finanzielle Verfassung der Gemeinschaft anging. So wurden die Wechselkurspolitiken deutlich stärker abgestimmt und das Fundament dessen gelegt, was später der Euro werden sollte. Solche Korrekturen waren nach dem Fall des vorherrschenden Wechselkurssystems von Bretton Woods 1973 notwendig geworden, das die USA infolge der Belastungen durch den Vietnamkrieg und des Aufstiegs der monetaristischen Lehre einseitig aufgekündigt hatten. Erneut erwiesen sich hierbei Frankreich und Deutschland als "Motor" der europäischen Integration. Mit Schmidt und d'Estaign begann die Serie der "Männerfreundschaften" zwischen den Regierungschefs beider Länder (Kohl-Mitterand, Schröder-Chirac)&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Regierungswechsel 1982 und die von Helmut Kohl proklamierte "geistig-moralische Wende" hatten wesentlich weniger Folgen, als viele Beobachter das ursprünglich vermutet hätten. Anstatt die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition revisionistisch anzugehen, wurde sie akzeptiert, und die Verschärfung des Tonfalls zwischen beiden Staaten ging mindestens ebenso stark von der mehr und mehr in ungewisses Fahrwasser geratenden DDR wie von der Union aus. Franz Josef Strauß, der Scharfmacher der Unionsfraktionen, war es - für viele Beobachter überraschend - denn auch, der einen Milliardenkredit für die DDR einfädelte, die nach heutigem Wissen ohne diesen Kredit vermutlich schon wesentlich früher als 1989 zahlungsunfähig geworden wäre. Durch die damalige scheinbar noch vorhandene Stärke der UdSSR war dies aber ein Wagnis, das einzugehen niemand wagen wollte. Auch auf dem Feld der EWG-Politik setzte die schwarz-gelbe Koalition die von Helmut Schmidt eingesetzten Programme größtenteils fort. Bis zum Sommer 1989 war außenpolitisch nichts aufsehenserregendes geschehen, sieht man einmal von einigen Patzern wie Helmut Kohls schlecht beratenem Goebbels-Vergleich gegen Gorbatschow einmal ab.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Bundesarchiv_B_145_Bild-F074398-0021,_Bonn,_Pressekonferenz_Bundestagswahlkampf,_Kohl.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Bundesarchiv_B_145_Bild-F074398-0021,_Bonn,_Pressekonferenz_Bundestagswahlkampf,_Kohl.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Helmut Kohl 1987&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dies änderte sich schlagartig im Herbst 1989. Als die Mauer fiel, schlug die große Stunde Kohls. Er, dem vorher niemand so etwas wie Instinkt für staatsmännische Großtaten zugetraut hätte - die zeitgenössische Presse war voll von herablassenden Kommentaren gegenüber seiner provinziellen Art - bewies ein ausgesprochenes Gespür für die Lage in der internationalen Arena wie auch zuhause (ein Gespür, das sein sozialdemokratischer Herausforderer bei der Bundestagswahl 1990 offensichtlich nicht besaß). Er gewann den ebenfalls mit einem guten Instinkt ausgestatteten amerikanischen Präsidenten George H. W. Bush für einen beherzten Zugriff nach dem ganzen Preis: der deutschen Einheit. Man muss sich vor Augen halten, dass 40 Jahre nach Gründung der beiden Teilstaaten niemand mehr ernsthaft mit einer solchen Entwicklung gerechnet hat, auch Kohl nicht. Allein die Vorstellung befremdete und entsetzte viele Zeitgenossen. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kohl allerdings gelang es, Gorbatschow - der die Sache möglichst schnell über die Bühne bringen wollte - die Zustimmung zur deutschen Einheit und, was besonders wichtig war, zur NATO-Mitgliedschaft beider Teile geradezu abzukaufen. Letzteres war deswegen essentiell, weil die Zustimmung der USA - und damit der Hebel gegenüber den deutlich skeptischeren Franzosen und Briten - von diesem Zugeständnis abhing. Mit der Zustimmung sowohl der Amerikaner als auch Russen war der Widerstand der europäischen Siegermächte allerdings Makulatur geworden. Die DDR selbst befand sich zu dieser Zeit in einem Studium rasanter Selbstauflösung, befeuert durch die politischen Helfer aus der BRD, die mit der Ost-CDU die "Allianz für Deutschland" aufbauten und diese konsequent auf einen gesamtdeutschen Wahlkampf einstellten. Die Volkskammerwahlen im März 1990 zeigten denn auch den Erfolg dieser dem Gespür Kohls zu verdankenden Strategie: schienen Ende 1989 die Sozialdemokraten im Osten noch auf eine solide Mehrheit hoffen zu können, hatte der konsequente Einheitskurs der "Allianz für Deutschland" im März die absolute Mehrheit beschert. Was nun noch folgte, war das Verhandeln von zwei Vertragswerken: einerseits der Wirtschafts- und Währungsunion mit der DDR als Vorbereitung auf die eigentliche, nach GG-Artikel 23 erfolgende Einheit, und andererseits einen formellen Friedensvertrag mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs, die ja seit dem Besatzungsstatut von 1955 und den Notstandsgesetzen von 1968 noch immer die Vorbehaltsrechte gegenüber gesamtdeutschen Fragen besaßen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/01/Bundesarchiv_Bild_183-1990-0622-028,_Berlin,_Abriss_Checkpoint_Charlie.jpg/376px-Bundesarchiv_Bild_183-1990-0622-028,_Berlin,_Abriss_Checkpoint_Charlie.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/01/Bundesarchiv_Bild_183-1990-0622-028,_Berlin,_Abriss_Checkpoint_Charlie.jpg/376px-Bundesarchiv_Bild_183-1990-0622-028,_Berlin,_Abriss_Checkpoint_Charlie.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Abbau von "Checkpoint Charlie" &lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Diese so genannten "Zwei-Plus-Vier-Verträge" wurden bis 1991 abgeschlossen. Sie beinhalteten unter anderem den alten Zankapfel der Bonner Republik: die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze. Erst im 2+4-Vertrag gab Deutschland offiziell alle Gebiete östlich dieser Linie auf, nahm eine Beschränkung seiner Truppenstärke hin, verzichtete auf die Stationierung von Kernwaffen in Ostdeutschland und akzeptierte die Bodenreform der DDR. Das Gebiet der BRD veranderthalbfachte sich damit, die Bevölkerung wuchs um rund 20 Millionen. Es sollte über zehn Jahre dauern, bis die daraus erwachsenden Konsequenzen sowohl in Berlin, wohin die Regierung Ende der 1990er Jahre umzog, als auch in den europäischen Hauptstädten spürbar wurden. Sie sollten dann allerdings für eine starke Veränderung der bundesdeutschen Außenpolitik sorgen, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Diese Entwicklungen allerdings sind die Geschichte der Berliner Republik; die Außenpolitik der Bonner Republik endet gemeinsam mit der deutschen Teilung und dem Kalten Krieg. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Literaturhinweise:&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406510930/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3406510930"&gt;Gregor Schöllgen - Die Außenpolitik der BRD&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B004TGXVL6/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B004TGXVL6"&gt;Wilfried von Bredow - Die Außenpolitik der BRD&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3486550403/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3486550403"&gt;Ulrich Lappenküper - Die Außenpolitik der BRD&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898094146/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3898094146"&gt;Stefan Creuzberger - Westintegration und Neue Ostpolitik&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3548363911/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3548363911"&gt;Christian Hacke - Die Außenpolitik der BRD&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Adenauer - Katherine Young (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Rapallo - Bernhard Hossner (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Flagge - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Hallstein - Detlef Gräfingholt (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Brandt - Engelbert Reineke (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Spiegel-Titel - Spiegel (Spiegel)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Honecker-Schmidt - Dieter Demme (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Kohl - Deutsches Bundesarchiv (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Checkpoint - Peter Grimm (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/25278b37ba4f4b87af2cd6b8000a9344" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-1147022036516270165?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/1147022036516270165/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/die-auenpolitik-der-bonner-republik.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1147022036516270165'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1147022036516270165'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/die-auenpolitik-der-bonner-republik.html' title='Die Außenpolitik der Bonner Republik'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' 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href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/5733353812734185572/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/fundstuck.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5733353812734185572'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5733353812734185572'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/12/fundstuck.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><media:thumbnail 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href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/609008331097219384/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/fundstuck_13.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/609008331097219384'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/609008331097219384'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/fundstuck_13.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' 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alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/6253662438324260636/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/fall-der-mauer-auf-facebook.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6253662438324260636'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6253662438324260636'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/fall-der-mauer-auf-facebook.html' title='Fall der Mauer auf Facebook'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-96I4rnRHNvo/TrqwAM3fPSI/AAAAAAAAATU/3yzheItknWw/s72-c/1.bild.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2697711324425339788</id><published>2011-11-06T22:03:00.001+01:00</published><updated>2011-11-06T22:04:28.537+01:00</updated><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Auf &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;amp;v=U1S9F3agsUA"&gt;YouTube&lt;/a&gt; gibt es Keynes im O-Ton. &lt;br /&gt;&lt;iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/U1S9F3agsUA" width="480"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;/* &lt;![CDATA[ */    (function() {        var s = document.createElement('script'), t = document.getElementsByTagName('script')[0];        s.type = 'text/javascript';        s.async = true;        s.src = 'http://api.flattr.com/js/0.6/load.js?mode=auto';        t.parentNode.insertBefore(s, t);    })();/* ]]&gt; */&lt;/script&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2697711324425339788?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2697711324425339788/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/fundstuck.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2697711324425339788'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2697711324425339788'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/fundstuck.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://img.youtube.com/vi/U1S9F3agsUA/default.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-6822091587593598670</id><published>2011-11-03T11:20:00.000+01:00</published><updated>2011-11-03T11:20:45.255+01:00</updated><title type='text'>Das Zeitalter der Kernenergie Teil 3/3</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/77/Trinity_Test_Fireball_25ms.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="242" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/77/Trinity_Test_Fireball_25ms.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Atombombentest "Trinity"&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Seit der Entdeckung der Kernspaltung wurde diskutiert, die gewaltigen freiwerdenden Energiemengen zur zivilen Nutzung freizugeben. Durch den Krieg kam es zu einer Forcierung auf den Bombenbau; danach ging es mit der zivilen Forschung ebenfalls voran. Man unterteilt die Entwicklung in drei Phasen: erste Experimente mit Reaktoren, ab Mitte der 1950er Jahre forcierte Reaktorenforschung und von Mitte der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre die Frage nach Abfallbeseitigung und Risikomanagment durch fundierte Erfahrung mit Atomtechnologie. Der Reaktorunfall von Fukushima könnte durchaus der Beginn einer vierten Phase sein, die den Ausstieg aus der Atomenergie markiert.  &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte man sich besonders auf die Erforschung eines Nuklearantriebs für Schiffe; nicht nur für militärische, sondern auch zivile Zwecke. Diese Forschung war dabei sehr aufwändig, was den personellen, materiellen und besonders finanziellen Aspekt anbelangt. Deswegen entwickelte man die Großforschung („Big Science“), deren Paradebeispiel die Kernphysik ist (Manhattan Project). Die Großforschung ist dabei eng mit Staat wie Wirtschaft verwoben: &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div align="center" class="MsoNormal" style="text-align: center;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;u&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;Kernenergie: Akteure und Diskurse&lt;/span&gt;&lt;/u&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;Staat &lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;Wirtschaft&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 141.6pt; text-align: justify; text-indent: 35.4pt;"&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;„Technological Narratives“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Key Discourses:&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 159.75pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 159.75pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;-&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Freezing time by claiming future&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 159.75pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 159.75pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;-&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Locating the future on a „new“ frontier&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 159.75pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 159.75pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;-&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Asserting superior knowledge claims&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 159.75pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 159.75pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;-&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Asserting imperatives&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 159.75pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 159.75pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;-&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Discounting residual difficulties into the future&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 159.75pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 159.75pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;-&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Asserting faith in progress&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 177.0pt; text-align: justify; text-indent: 35.4pt;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;Wissenschaft&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 177.0pt; text-align: justify; text-indent: 35.4pt;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;Big Science&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;In der Entwicklung der Kernenergie ist neben der Wirtschaft der Staat sehr stark involviert (ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Forschungsbereichen). Das liegt vor allem an der Gefährlichkeit der Kernenergie, die der Kontrolle bedarf. Die Staaten richteten deswegen eigene Aufsichtsbehörden für die Atomforschung ein. Die Deutschen waren 1956 vergleichsweise spät dran; das liegt unter anderem daran, dass die deutsche Kernforschung starken Restriktionen unterworfen war. Auch der Wirtschaft war stark daran gelegen, dass der Staat ein wichtiger Mitspieler der Kernforschung blieb, schon allein wegen der gewaltigen Kosten, die der Staat zum Großteil übernahm, aber auch wegen des noch immer hohen Endrisikos, da man sich über die Einsatzmöglichkeiten noch nicht im Klaren war. Ab Mitte der 1950er Jahre jedoch gewann die Wirtschaft zunehmend Einfluss, als die Möglichkeiten und Chancen absehbar wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5d/Dwight_David_Eisenhower,_photo_portrait_by_Bachrach,_1952.jpg/482px-Dwight_David_Eisenhower,_photo_portrait_by_Bachrach,_1952.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5d/Dwight_David_Eisenhower,_photo_portrait_by_Bachrach,_1952.jpg/482px-Dwight_David_Eisenhower,_photo_portrait_by_Bachrach,_1952.jpg" width="257" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Präsident Eisenhower&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Auch das Militär hatte großen Einfluss auf die Wissenschaft. Es bildet sich heraus, was Eisenhower in seiner Abschlussrede den militärisch-wirtschaftlich-wissenschaftlichen Komplex nannte. Was im obigen Schaubild „Technological Narratives“ genannt wird, sind Überzeugungen, die man damals bezüglich der Kernforschung hegte, so die der ständigen Verbesserung der immer besseren Reaktoren, was besonders am Reden von der Reaktor„generation“ deutlich wird (Freezing time by claiming the future). Eine weitere war die Idee, dass die wissenschaftlichen „Experten“ besser als der Rest der Bevölkerung Bescheid wüssten, welche Forschung vorangetrieben werden muss und welche Gefährunden bestehen (Asserting superior knowledge claims).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;In Idaho wurde 1951 der erste Atomreaktor ans Netz gestaltet, der 100 Kilowatt Leistung produzierte und Anlass großer Hoffnungen war. Auch auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung befanden sich USA und UdSSR in einem gewaltigen Wettlauf. Es gibt in dieser Zeit auch den Ratschlag, Sonnen- und Wasserenergie zu erforschen anstatt der Atomenergie, was jedoch durch den Systemwettlauf spätestens mit Eisenhowers „Atoms for peace“-Kampagne 1953 erledigt war (die auch den Einfluss der Atomic Energy Commission stark reduzierte und der kommerziellen Nutzung der Atomenergie den Weg ebnete). Die Kampagne nutzte einen gewaltigen Aufwand, um die Befürchtungen der Bevölkerung bezüglich der Atomtechnik zu zerstreuen und propagierte besonders die phantastischen Möglichkeiten der zivilen Nutzung. Werbebroschüren in gigantischen Auflagen, Schulungskurse, Hilfsprogramme für andere Länder und ähnliches machen die Kampagne, die bald auch in andere Länder getragen wurde, sehr erfolgreich. Dadurch gaben sich die USA auch ein sehr friedliches Image, obwohl sie als erste die Atombombe entwickelt hatten wie auch ein fortschrittliches Image, das in Europa bereits seit den 1920er Jahren bestanden hatte und durch die Kampagne gestärkt wurde. Die USA verloren den Wettlauf jedoch; in Obninsk ging 1954 der erste Nuklearreaktor ans Netz, der immerhin 2000 Haushalte versorgen konnte. Im Dezember 1954 legten die USA dafür mit dem ersten Atom-U-Boot nach. 1956 (Calder Hall, Sellafield) und 1957 (Shippingport) wurden in den USA große Reaktoren ans Netz angeschlossen; in Frankreich folgte 1959 ein Reaktor in Marcoule. Die Atomreaktoren hatten dabei durch ihren gewaltigen Infrastrukturbedarf einen ebenso gewaltigen Landschaftsverbrauch, was die politische Durchsetzung der friedlichen Nutzung von Kernenergie schwierig machte. Das erste nicht-militärische nukleargetriebene Schiff wurde 1959 in Dienst gestellt: der sowjetische Eisbrecher „Lenin“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4e/Atoms_For_Peace_symbol.png/607px-Atoms_For_Peace_symbol.png" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="315" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4e/Atoms_For_Peace_symbol.png/607px-Atoms_For_Peace_symbol.png" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Atoms for Peace-Logo&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Wirklich quantitativ bedeutend wurde die Zahl der Atomkraftwerke erst Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre. Gleiches gilt für den Anteil des Atomstroms an der Gesamtstromerzeugung. Dafür gibt es mehrere Gründe: zum einen war zu dieser Zeit die Technologie ausgereifter, zum anderen wurde es als wirtschaftliche Notwendigkeit empfunden, denn ab Oktober 1973 verteuert sich das Rohöl im Rahmen des Jom-Kippur-Kriegs deutlich, das bis dato der Schmierstoff der industriellen Entwicklung war. Die Genfer Konferenz der UNO, die ihren Anstoß durch die „Atoms for peace“-Kampagne bekam, brachte die zivile Entwicklung weiter voran. So zeigten die Amerikaner beispielsweise einen Minireaktor (den Schwimmbad-Reaktor). Eröffnet wurde die Konferenz am 8. August 1955; in der Eröffnungsrede wurde Hiroshima mit keiner Silbe erwähnt, obwohl es sich zum zehnten Mal jährte, um ja die Ängste und Sorgen der Menschen vor einem Nuklearkrieg zu zerstreuen. In der Berichterstattung dieser Zeit tauchte der Begriff vom „Atomzeitalter“ erstmals gehäuft auf. Besonders die Linken (in Deutschland v.a. die Sozialdemokraten) überfrachten die Atomtechnologie mit positivem Image. Das liegt besonders am Fortschrittsglauben der Linken (im Gegensatz zu den Konservativen), der sich in den 1950er Jahren mit starken ordnungspolitischen Vorstellungen koppelte: nach dem Vorbild der Atomwirtschaft hofft man, den Staat zu einem stärkeren Akteur in der Wirtschaft zu machen und, ebenso nach dem Vorbild der Kernenergie, überstaatliche Kooperation zu stärken. Die tendenzielle Unerschöpflichkeit der Energiequellen öffnete (ideologisch) das Zeitalter der Fülle. Unbegrenzte Mobilität aller schien möglich. Selbst in der Konservierung von Lebensmitteln fand die Kernenergie (theoretische) Anwendung. Interessant ist auch, wie jedes Land versuchte, die Atomenergie propagandistisch für sich zu nutzen (exemplarisch das Festival of Britain 1951, als die Briten weit von einem Reaktor entfernt so taten, als sei die Kernforschung urbritisch).&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die Modernisierungspolitik wird besonders in Frankreich eng an die Atomenergie gekoppelt; man führte die Niederlage im Zweiten Weltkrieg besonders auf technologische Rückstände zurück. Des Weiteren wird in Frankreich der Anspruch einer großen Nation auf Nukleartechnologie postuliert (in Deutschland: souveräne Nation). In Europa verfügte aber kein Land allein über die Voraussetzungen, Großforschung für Nukleartechnik zu betreiben – ein weiter Grund der europäischen Integration. So kam es 1957 zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft. Bereits die Entdeckung der Röntgenstrahlung um 1900 sorgte für euphorische Visionen ihrer Nutzbarkeit bis hin ins Feld der Alltags- und Konsumkultur. So röntgte man schwangere Frauen oder stellte Crémes und Medizin aus radioaktivem Material her. Nicht erst durch den Tod einiger Röntgenforscher an Leukämie setzte sich die Erkenntnis durch, dass Strahlung gefährlich ist und der Erkrankungsgrad von der Strahlenmenge abhängt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e3/First_medical_X-ray_by_Wilhelm_R%C3%B6ntgen_of_his_wife_Anna_Bertha_Ludwig%27s_hand_-_18951222.gif" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e3/First_medical_X-ray_by_Wilhelm_R%C3%B6ntgen_of_his_wife_Anna_Bertha_Ludwig%27s_hand_-_18951222.gif" width="218" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Erste Röntgenaufnahme&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Im Ersten Weltkrieg setzte man erstmals auf breiter Fläche Röntgenstrahlen in den Lazaretten ein. 1920 verbot die Medical Association die Bestrahlung zur Haarentfernung, 1932 die Einnahme von radiumhaltigen Stoffen. Man begann nach der „ungefährlichen“ Strahlenmenge zu forschen. Nach 1945 erforschte besonders das Manhattan Project weiter die Strahlung. Man fand bald heraus, dass bereits kleinste Mengen Strahlung schädlich sind, und das Konzept der Forschung drehte sich hin zum „Grenzwert“. Man befasste sich vorrangig mit Strahlenschutz und versuchte, den Grenzwert herauszufinden. Im Rahmen des Manhattan Projects wurden zwischen 1945 und 1947 Patienten gezielt bestrahlt, um Grenzwerte herauszufinden – ohne es diesen auch nur zu sagen. Bis in die 1950er Jahre führte man Testreihen mit bestrahlter Nahrung durch, die geistig behinderten Schülern gegeben wurde. In den 1950ern verschob sich der Fokus dann zur Reaktorsicherheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Diese war bereits während des Manhattan Projects ein Thema, wo die neuen Reaktoren gesichert werden sollten. Die Physiker versuchten sich, bereits mathematisch ausgerichtet, an Wahrscheinlichkeitsmodellen. Die Chemiker und Chemieingenieure wollten ein Hauptsystem einbauen, das abgeschottet vom Rest existiert. Sie gingen davon aus, dass ein Unfall geschehen wird – im Gegensatz zu den Mathematikern und Physikern – und bauten für diesen Fall Behelfssysteme ein, die möglichst schnell den Reaktor herunterfahren sollten. Das führte dazu, dass die Sicherheitstechnologie in die Ingenieurs- und Physiklehrgänge eingeführt wurde, besonders am MIT. Diese Ingenieure kamen dann in den späten 1960er und 1970er Jahren in leitende Positionen, wo Sicherheitskonzepte mehr denn je gefragt waren, bedenkt man den forcierten Ausbau der Kernenergie in dieser Zeit. Dazu gehörte auch ein Versicherungssystem, bei dem die Bundesregierung Schäden deutlich über 60 Millionen Dollar versicherte – im Gegensatz zu den Privaten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ac/TMI_cleanup.png/595px-TMI_cleanup.png" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/ac/TMI_cleanup.png/595px-TMI_cleanup.png" width="317" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Aufräumarbeiten nach dem Unfall von Three-Mile-Island&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Farmer schlug schließlich Ende der 1960er Jahre vor, eine Unterscheidung zwischen tragbarem und untragbarem Risiko zu ziehen. Man wog auch den Nutzen der Kernenergie gegen ihren Nutzen ab, dabei ein Grundrisiko akzeptierend. Das wesentliche Ergebnis war, dass die Wahrscheinlichkeit des Todes durch Meteoriteneinschlag höher taxiert wurde als durch Reaktorunfall. Durch diese mathematischen, hochkomplexen Risikomodelle begann der Aufstieg der „Experten“, da die breite Masse nicht auch nur im Ansatz über das notwendige Wissen zur Risikobestimmung verfügte. Ab den 1970er Jahren mehrte sich jedoch wissenschaftliche Kritik an diesen Modellen. Es begann das heute bekannte Phänomen, dass sich auch die Gegenseite mit wissenschaftlichen Expertisen eindeckt. Die Voraussetzung dafür ist durch die beginnende wissenschaftliche Meinungspluralität der 1970er Jahre geschaffen worden. 1979 kam es zu einem Unfall im Three Miles Island Reaktor in Harrisburg: das Kühlsystem fiel aus. Weitere Subsysteme folgen; am Ende entweichen durch eine partielle Kernschmelze nukleare Strahlen. Zwar kamen keine Menschen zu Schaden, jedoch diskreditierte es all die Befürworter der Sicherheitsmodelle – besonders den Rasmus-Report, der gerade vier Jahre zuvor erschienen war. Die herrschende Hysterie zeigt, dass die Gefahr eines Reaktorunfalls in der Bevölkerung vollständig anders assoziiert wurde als beispielsweise die viel wahrscheinlicheren Dammbrüche. Dies liegt vor allem an der ständigen Assoziation der Kernreaktoren mit den nuklearen Waffen, entgegen aller gegenläufigen Propaganda.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Besonders wegen der großen Furcht der Bevölkerung von Nuklearwaffen und Nuklearkrieg, der besonders in den 1950er Jahren als extrem wahrscheinlich galt, versuchte man propagandistisch die Bevölkerung zu beruhigen und die Nukleartechnologie zu normalisieren. Man versuchte die Beherrschbarkeit und die Möglichkeit von Schutz zu suggerieren. Man erklärte also den Menschen mit einer Propagandaoffensive über alle Medien, was bei einem Nuklearangriff passiert und wie man sich schützt. Gerade über diese Propaganda, zusätzlich verstärkt durch ständige Übungen, normalisierte man den Krieg. In einer Flut von Zivilschutzfilmen wurde die Gefahr der Atombombe sowohl beständig aktiviert als auch banalisiert. Von Hiroshima war, wie üblich, keine Rede.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/John_F._Kennedy,_White_House_color_photo_portrait.jpg/500px-John_F._Kennedy,_White_House_color_photo_portrait.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/John_F._Kennedy,_White_House_color_photo_portrait.jpg/500px-John_F._Kennedy,_White_House_color_photo_portrait.jpg" width="267" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Präsident John F. Kennedy&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren verschob sich die Aufmerksamkeit auf die Atombunker und den Fallout, besonders im Zusammenhang mit dem außer Kontrolle geratenen Bravo-Test. Es begann mit einer Kennedyrede eine gewaltige Propagandaoffensive zum Bau von Atomschutzbunkern auch für Privatleute. Dabei wirkte die Propaganda durch ihre Männerzentrierung konstitutiv für Geschlechterrollen und appellierte an ur-amerikanische Werte. Die real gebauten Bunker blieben aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Bewusstsein der Amerikaner sind sie jedoch noch heute ungemein lebendig. Die Menschen vertrauten mehr auf öffentliche Bunker und hatten schlicht keine Lust zum Bunkerbau. Wichtiger scheint jedoch die ethische Frage gewesen zu sein: darf/muss/soll man den Nachbarn erschießen, der in den eigenen Bunker will, weil er selbst keinen gebaut hat? Außerdem ging die Angst vor dem Fallout mit dem Atomteststoppabkommen massiv zurück, weil die Bilder von Atompilzen im Fernsehen fehlten. Auch die anbrechende Ära der Rüstungskontrolle mit ihrer Gefahrminderung eines Atomkriegs spielte mit hinein; ab Mitte der 1960er Jahre, das als generelles Resümee, schwächten sich die Sorgen der Menschen ab. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Das Atomzeitalter in der Popkultur&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Bereits von Anfang an war die Atombombe beziehungsweise die Kernenergie ein Bestandteil der zeitgenössischen Popkultur. Ob Atombomben als Packungsbeilagen von Frühstücksflocken oder Disneys „Our friend, the atom“ – in den 1950er Jahren wimmelte es vor verharmlosten Atomexplosionen. Auch in den Disney-Comics wurde viel Verharmlosung und Veralltäglichung betrieben. Eine andere Sprache sprechen die japanischen Mangas, die deutlich düsterer sind. In Amerika war die Tendenz ungebrochen; Las Vegas erklärte sich zur „Atomic City“ und machte den Atompilz zu seiner Ikone, auf Automaten, Süßigkeiten und Spielzeug. Wettbewerbe wie der „Miss Atomic Bomb“-Schönheitswettbewerb wurden veranstaltet. Auch der Bikini mit seinem „explosiven Effekt“ auf Männer gehörte dazu. In Musik und Film spielte die Atombombe auch eine Rolle; ob als Liebesmetapher oder Thema schlechter B-Movies; der Atompilz war omnipräsent. Eher ungewöhnlich für die damalige Zeit war der satirische „Dr. Strangelove“ von Kubrick. In den 1980er Jahren dominierte dann ein pessimistisch-realistischer Blick, wie in „The Day after“. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Fotothek_df_roe-neg_0006331_028_Delegationen.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="216" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Fotothek_df_roe-neg_0006331_028_Delegationen.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Kongress des Weltfriedensrates&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;In den 1960er Jahren, besonders mit 1968, erlahmte das Thema „Atomkrieg“ und verlor seine Integrationskraft für die Protestbewegung. Ab Mitte der 1970er Jahre kam er zaghaft wieder auf, als klar wurde, dass die Rüstungsbegrenzung und –kontrolle nicht in einer Abrüstung mündete und zudem stark in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt war. Zudem begann sich die Lage zwischen den Supermächten wieder zu verschärfen. Das brachte zum einen den etablierten Friedensbewegungen wieder Zulauf. Zum anderen aber begann auch ein politischer Prozess, besonders von der UNO aus, so dass die NGOs erstmals die politische Bühne betraten. Des Weiteren kam es zu Neugründungen, beispielhaft zu sehen am 6. August 1977, als die International Mobilization for Survival gegründet wurde, in der sich unterschiedliche Friedensorganisationen zusammenschlossen, um ihrer Sache mehr Schlagkraft zu verleihen. Das gelang nur kurzfristig; lange, permanente Strukturen wurden nicht ausgebildet. Im Bereich der politisch festgelegten Organisationen fiel der Blick zwangsläufig auf den kommunistischen Weltfriedensrat. 1977 wurde ein neuer Stockholmer Appell aufgelegt, der sich für die Abrüstung auf westlicher Seite einsetzte.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Neu in den 1970er Jahren war, dass der Protest sich auch in den atomaren Anrainerstaaten artikulierte, die selbst nicht über Atomwaffen verfügen und häufig ihre Gebiete für Atomtests zur Verfügung stellten. Besonders stark war der Widerstand im pazifischen Raum, bsp. in Australien und Neuseeland. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;In Großbritannien lebte zu dieser Zeit wieder der CND auf, dessen Mitgliederzahl sich zwischen 1978 und 1980 verdreifachte und die Osteraufmärsche wieder aufnahm. 1980 kam es auf dem Trafalgar Square zum größten Marsch seit den frühen 1960er Jahren, der wie üblich gegen atomare Rüstung, aber auch gegen die Zivilschutzpropaganda richtete. Auch die Kirchen, besonders die eigentlich traditionell dem Militär nahe stehenden Protestanten, engagierten sich in dieser Zeit stark für die Friedensbewegung. In Deutschland wurde der Krefelder Appell unterschrieben und die Partei „Die Grünen“ gegründet, die den Atomprotest ins Parlament trug. Auffällig ist zu dieser Zeit die starke Konjunktur der Frauenfriedensgruppen, in der feministische Gruppen mit der Abrüstungsthematik verschmolzen (Rüstung männlich, Frieden weiblich), was den Frauengruppen einen deutlichen Schub gab. Exemplarisch sei hier die britische Blockade in Greenham Common genannt. Bezeichnend für die feministische Stoßrichtung dieses Protests war nicht nur der ideologische Salto Mortale, Frauen als Friedensengel darzustellen, sondern auch der Ausschluss von Männern. Diese Aktionen wirken heute geradezu esoterisch.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0e/Rainbow_Warrior-1.svg/800px-Rainbow_Warrior-1.svg.png" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="124" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0e/Rainbow_Warrior-1.svg/800px-Rainbow_Warrior-1.svg.png" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior"&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Sehr engagiert waren damals auch die Ärzte; sie sind die Berufsgruppe, die für die Friedensbewegung die wichtigste darstellt. Intensiver als je zuvor setzten sie sich mit den medizinischen Folgen von Strahlung auseinander, sowohl aus den Folgen eines Atomkriegs als auch aus den Atomkraftwerken. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Auch im Osten formieren sich Abrüstungs- und Protestbewegungen. Diese wurden vom Staat unterdrückt; pars pro toto soll hier Sacharov erwähnt werden. Wie in Europa waren es auch hier Ärzte, die vor den Folgen der Verstrahlung warnten. Es kam zu einem Treffen zweier Radiologen in Moskau, bald (1980) entsteht aus diesen Treffs die International Physicians for the Prevention of Nuclar War. Diese ist bis heute sehr aktiv und gewann schnell viele Mitglieder. Interessant ist hierbei, dass sich hier Experten organisierten, die sich qua Ausbildung kompetent zu den Gefahren des Atomzeitalters äußern konnten, was sie vorher nicht taten. Damit kam die gesamte Sicherheitskonzeption des Expertenwissens seitens der Befürworter der Atomenergie um die Berechenbarkeit des Risikos und die Sicherheitssysteme in Verruf. Dazu gehörte der Verlust der Euphorie um die Nutzung der friedlichen Kernenergie. Symbolisch steht hier die Gründung von Greenpeace. Entstanden aus dem Protest gegen US-Atomtests vor Alaska verbreitete sich die Bewegung rasant über die Welt. Aus der Radikalisierung des Protests entwickelte sich eine generelle Staatskritik; das Schlagwort vom „Atomstaat“ machte in den 1970er Jahren die Runde. Der Protest gegen Atomwaffen und Atomenergie fusionierte; durch Unfälle in AKWs wurde dieser weiter befeuert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Auch im Osten nahmen die Proteste ab Ende der 1970er Jahre zu, unbeachtet aller Gefahren. Ab Mitte der 1980er Jahre erhielt die Opposition mehr Möglichkeiten, sich zu artikulieren. Diese Bewegung war sicherlich mit entscheidend für den Untergang des Ostblocks. Mit dessen Ende gingen auch die Atomkraftgegnerbewegungen zu Ende, da die objektive Notwendigkeit von Atomrüstung weggefallen schien und es Abrüstungs- und Kontrollfortschritte gab. Außerdem konzentrierte sich die Friedensbewegung wieder auf andere Ziele, so den Irakkrieg 1991. Das Atomzeitalter endet aber mit dem Ende des Ost-West-Konflikts nicht, weder militärisch noch in Bezug auf die zivile Nutzung. Zwar wurden nach 1990 zahlreiche Verträge geschlossen. Das alles jedoch verhinderte nicht die Etablierung neuer Atommächte bzw. deren Versuch. Lybien beispielsweise versuchte Atomwaffen zu entwickeln, wurde jedoch 2003 entdeckt. Algerien hatte seit den 1980er Jahren begonnen, nukleare Infrastruktur zu bauen, stimmte jedoch 1992 und 1994 Kontrolle und der Nichtverbreitung zu. Es gibt aber auch Gegenbeispiele. Südafrika beispielsweise trat 1990 dem Nichtverbreitungsvertrag bei und gab zwei Jahre später bekannt, dass es sein Entwicklungsprogramm einstellte; weitere Beispiele sind einige UdSSR-Nachfolgestaaten, die dem Vertrag beitraten und die auf ihrem Boden stationierten Atomwaffen an Russland zurückgaben. Probleme machen weiterhin die Staaten, die auf dem Sprung sind, wie der Iran oder Nordkorea. In der heutigen Zeit ist dezidiert zu beobachten, dass die Rationalität des MAD abhanden gekommen ist, die eine gewisse Kontrolle ermöglichte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt; Trinity - US Govt. Defense Threat Reduction Agency (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Eisenhower - Fabian Bachrach (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Atoms - United States Atomic Energy Commission (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Röntgen - Wilhelm Röntgen (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Aufräum - John G. Kemeney (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Kennedy - Cecil Stoughton (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Kongress - Roger Rössing (CC-BY-SA 3.0)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Rainbow - Rama (CC-BY-SA 2.0)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/93f28483a5414329a4a5d938755048e7" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-6822091587593598670?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/6822091587593598670/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/das-zeitalter-der-kernenergie-teil-33.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6822091587593598670'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6822091587593598670'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/11/das-zeitalter-der-kernenergie-teil-33.html' title='Das Zeitalter der Kernenergie Teil 3/3'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7585518352455417902</id><published>2011-10-31T11:45:00.000+01:00</published><updated>2011-10-31T11:45:09.569+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf Bloomberg findet sich ein&lt;a href="http://www.bloomberg.com/news/2011-09-09/keynes-schumpeter-and-the-great-post-war-mistake-sylvia-nasar.html"&gt; Artikel&lt;/a&gt; zu Schumpeter und Keyes und dem Versailler Vertrag 1919. Sehr interessant, gerade vor dem aktuellen Hintergrund.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-7585518352455417902?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/7585518352455417902/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstucke_31.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7585518352455417902'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7585518352455417902'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstucke_31.html' title='Fundstücke'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7011040043085983657</id><published>2011-10-27T09:21:00.003+02:00</published><updated>2011-10-28T16:25:45.505+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Neuzeit'/><title type='text'>Der Gedanke der Frauenemanzipation in der Geschichte</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/87/Feminist_Suffrage_Parade_in_New_York_City,_1912.jpeg/800px-Feminist_Suffrage_Parade_in_New_York_City,_1912.jpeg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="225" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/87/Feminist_Suffrage_Parade_in_New_York_City,_1912.jpeg/800px-Feminist_Suffrage_Parade_in_New_York_City,_1912.jpeg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Suffragettenmarsch in New York, 1912&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Gleichberechtigung der Frau ist ein Thema, das heute wie sonst nur das fließende Wasser und die Elektrizität dazu dient, die Moderne von der Zeit davor zu trennen. Im populären Narrativ waren die Frauen Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende durch den Mann unterdrückt und errangen ihren Platz in der Welt erst im späten 19. und im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Die Sichtweise der heutigen Zeit als einer erleuchteten und der Vergangenheit als einer düsteren, zurückgebliebenen aber ist anachronistisch und wenig aussagekräftig. Tatsächlich ist die Gleichberechtigung der Frau ein modernes Thema, aber vor allem deshalb, weil sie erst seit kurzer Zeit überhaupt eine Rolle spielt. Ich will im Folgenden versuchen, diesen Gedanken etwas näher auszuführen. Es soll keineswegs versucht werden, Erfolge oder Zielsetzungen der Feminismus-Bewegung zu relativieren (meine zeitgenössischen Gedanken dazu finden sich &lt;a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2010/11/mal-was-grundsatzlicheszum-feminismus.html"&gt;hier&lt;/a&gt;), sondern einen Erklärungsversuch für einige Paradoxien des bestehenden, oben skizzierten Narrativs zu finden und die Emanzipationsbewegung in einen allgemeineren historischen Kontext zu rücken.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Das größte Problem der feministischen Geschichtssicht ist die Erhöhung der eigenen Leistung als Ausbruch aus einem uralten Schema. Die Idee, dass die Frau Jahrhunderte der Unterdrückung durch den Mann erlitt, ehe einige aufrechte Suffragetten und später Alice Schwarzer (als pars pro toto) diesen Zustand beendeten, ist absurd. Weder waren die früheren Frauen allesamt zu blind, dumm oder impotent, um ihren Zustand erkennen und ändern zu wollen, noch ist es vorstellbar, dass eine als untragbar empfundene Unterdrückung eines so großen Gesellschaftsteils über so lange Zeit Bestand hat. Es muss immer auch Profiteure auf der unterdrückten Seite geben, immer auch eine gewisse Grundpragmatik, oder der Aufstand ist unvermeidlich. Um dies an anderen Situationen aufzuzeigen: viele Diktatoren schaffen einen großen, vernetzten und privilegierten Militärapparat, auf den sie sich stützen. Niemals ist die Gesamtheit des Volkes gleich unterdrückt; eine solche Herrschaft wäre nicht aufrecht zu erhalten. Tatsächlich waren frühere Arrangements - und "früher" steht hier für die Zeit vor dem 19. Jahrhundert - hauptsächlich pragmatischer Natur und weniger Ausdruck einer patriarchalischen Allmacht.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6f/Antisuffragists.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="256" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6f/Antisuffragists.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Hauptquartier einer Organisation gegen das Frauenwahlrecht&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bedeutet das, dass Mann und Frau früher gleichberechtigt waren? Sicher nicht. Nur, eine allgegenwärtige Unterdrückung hat auch nicht stattgefunden. Sicherlich ist es richtig, dass in Rechtsfragen ein starkes Gefälle vom Mann zur Frau bestand. Die Verfügungsgewalt über das Eigentum, die Möglichkeit, Rechtsakte abzuschließen und die Vertretungsmöglichkeiten vor Gericht oder in eventuell vorhandenen politischen Repräsentationskörpern waren mit wenigen Ausnahmen männliche Domänen. Das Problem ist, dass ein überwältigender Großteil der Bevölkerung während des größten Teils der europäischen Geschichte vor allem zwei Dinge war: arm und weitgehend rechtlos. Das Problem mangelnder Rechte und Machtmittel war keinesfalls auf die Frau beschränkt. In einer mittelalterlichen Bauernfamilie kann die Frage einer "Gleichberechtigung" aus praktischen Gründen kaum aufkommen. Einer Gleichberechtigung zu was?&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gearbeitet haben in solchen Familien ohnehin alle, ob Mann, Frau oder Kind. Etwas anderes war schlechterdings nicht vorstellbar. Um das eigene Überleben zu sichern, war man darauf angewiesen die vorhandene Arbeit so effizient wie möglich aufzuteilen. Dieses Muster findet sich auch noch in den Arbeiterfamilien des Raubtierkapitalismus im 19. Jahrhundert: arbeiten müssen alle, auf die eine oder andere Weise. Die grundlegende Wahl eines Lebensstils, die dem Feminismus - wie noch zu zeigen wird - eigentlich zugrundeliegt war schlicht nicht gegeben. Die Frage der Gleichberechtigung war deswegen auch so lange nicht auf der Agenda, weil eine grundlegende Vorstellung darüber, wie sie eigentlich aussehen sollte überhaupt nicht vorhanden war. Politische Emanzipation hatten über lange Strecken weder Mann noch Frau (noch Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bevölkerung in weiten Teilen Europas weitgehend rechtlos, und wo überhaupt gewählt werden konnte handelte es sich praktisch ausschließlich um Zensuswahlrechte, die breite Bevölkerungskreise ausschlossen). Breite Bildung genossen weder er noch sie. Lediglich der Adel spielte hier in einer anderen Liga.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/6/64/Votes_For_Women.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/6/64/Votes_For_Women.jpg" width="217" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Werbeplakat für das Frauenwahlrecht, 1909&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist kein Zufall, dass die Rufe nach Gleichberechtigung ausgerechnet im 19. Jahrhundert begannen. Sie fallen zusammen mit der Entstehung des modernen Bürgertums. Erst im Bürgertum nämlich ist die eine, absolute Grundvoraussetzung für die Emanzipationsbewegung gegeben: die Rolle des Mannes als Alleinverdiener. Erst die wirtschaftliche Prosperität jener Epoche, die breiteren Bevölkerungskreisen die Möglichkeit gab, einen Teil der Familie von der Last des Broterwerbs zu befreien und das als Statussymbol initiierte schuf diese Grundvoraussetzung. Ab dem Zeitpunkt, zu dem die Frau zuhause blieb und der Mann das Geld heranschaffte veränderte sich die Gesellschaft grundlegend. Es ist daher auch nachvollziehbar, dass die Emanzipationsbewegung lange Zeit eine Angelegenheit der oberen Schichten blieb und in der Arbeiterschaft, wo die Situation der Frauen eigentlich am Schlechtesten war, keinen Zuspruch fand. Wer ohnehin für das Überleben schuften muss, der interessiert sich nicht für die Möglichkeit, eine Universität zu besuchen. Stattdessen steht die wirtschaftliche Sicherheit im Vordergrund (siehe &lt;a href="http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/von-der-zivilisation.html"&gt;hier&lt;/a&gt;). &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Schichtinteressen sind einer der meistunterschätztesten Faktoren in der Emanzipationsgeschichte. Das moderne Feminismusnarrativ hat es geschafft, sich als eine Bewegung aller Frauen, gleich welcher Schicht und Alters, auszugeben. Das ist heute so falsch wie damals, und nirgends wird dies deutlicher als an den frühen Suffragetten des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die zwar mit Verve für ihr Recht zu wählen eintraten, sich aber andererseits den ganzen Tag von Kindermädchen und weiblichen Haushaltshilfen umsorgen ließen, ohne etwas dabei zu finden. Ihr Bildungserwerb und die Entstehung ihres politischen Bewusstseins war nur möglich, weil sie die materiellen Grundlagen dafür besaßen - genauso wie bei den Männern, deren politisches Bewusstsein ebenfalls, wenn auch zeitverschoben früher, mit materiellen Zugewinnen und steigender wirtschaftlicher Sicherheit und Prosperität entstand. Die Frauen stellen zu keiner Zeit einen monolithischen Block mit einheitlichen Interessen dar. Die Behauptung des Gegenteils durch den Feminismus beruht auf dem gleichen Denkfehler wie Marx' Theorie, die Bourgeoisie und Proletariat einheitliche Klasseninteressen zusprach. Beide konnten nie verstehen, warum sich Teile der von ihnen imaginierten Klassen ihrer Utopie entzogen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5f/British_suffragette_clipped.jpg/424px-British_suffragette_clipped.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5f/British_suffragette_clipped.jpg/424px-British_suffragette_clipped.jpg" width="226" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Britische Suffragette,&amp;nbsp; 1910&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Grund dafür liegt schlicht darin, dass die Gesellschaft komplexer aufgebaut ist, als die Vordenker dieser Bewegungen (die sich teilweise verblüffend ähneln) es wahrhaben wollten. Dem Geschlecht der Frau anzugehören allein schafft noch keine riesige Zugehörigkeit, genausowenig wie Arbeiter zu sein jemanden sofort für andere Arbeiter einnimmt. Eine Frau der gebildeten Oberschicht wird zu einem männlichen Mitglied dieser Schicht stärkere Bindungen empfunden haben als zu einer ungebildeten, ungelernten Fabrikarbeiterin, und der eine Arbeiter kann engere Geistesverwandtschaft mit einem liberalen Unternehmer erkennen als zu einem streng katholischen, das Zentrum wählenden Kollegen. Die Ignoranz gegenüber solchen komplizierteren Bindungen, die teilweise das "Klasseninteresse" deutlich überlagern und in den Hintergrund drängen (um in der marxistischen Terminologie zu bleiben) ist bis heute ein ungelöstes Paradox in den linken und feministischen Ideologien, das deren Vertreter oftmals ratlos zurücklässt. Vielleicht ist es gerade diese Geistesverwandtschaft, die dafür sorgte dass sich die Emanzipationsbewegung auf Seiten der politischen Linken findet.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der wirtschaftliche Aufschwung und das rasante Wachstum der Mittelschicht besonders im 20. Jahrhundert bedingt praktisch den Aufstieg des Feminismus. Veränderungen innerhalb der Gesellschaft finden stets zeitversetzt statt; niemals passiert alles gleichzeitig, einem abgestimmten Organismus ähnlich. Daher wurde die rechtliche Benachteiligung von immer mehr Frauen im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts als drückender empfunden. Daher gab es Schritte, sie abzuschaffen, und genau daher gibt es auch Männer, die sich diesem Ziel verschrieben (in Deutschland etwa setzte sich die Sozialdemokratie von Beginn an für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein). Das Statussymbol der Ehefrau, die nicht arbeiten MUSS, weil der Mann erfolgreich genug ist seine Familie alleine zu versorgen, war zu seiner Zeit ein gigantischer Fortschritt und nicht, wie es das Emanzipationsnarrativ heute sieht, das finstere Mittelalter der Frauenrechte. Für die damalige Zeit gewannen Frauen durch dieses Arrangement massiv an Sicherheit. Sie mussten nicht mehr ihre Gesundheit ruinieren, um auf dem Feld oder in der Fabrik zu schuften, und sie mussten keine Gebärmaschinen mehr sein, um die Altersversorgung sicherzustellen. Stattdessen konnten sie erstmals selbst an Kultur und Bildung teilhaben, wie die Männer ein oder zwei Generationen vor ihnen. Erst auf Grundlage dieser Entwicklung war es überhaupt möglich - und notwendig - die Gleichberechtigung auf eine neue Stufe zu treiben.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b7/Womanpower_logo.svg/428px-Womanpower_logo.svg.png" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b7/Womanpower_logo.svg/428px-Womanpower_logo.svg.png" width="228" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;"Woman Power", Symbol des pol. Feminismus&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Richtigkeit dieses Sachverhalts erkennt man heute beispielsweise überall dort, wo die Frau arbeiten MUSS. Der anhaltende Niedergang besonders der unteren, gefährdeten Mittelschicht und die Ausweitung des Niedriglohnsektors seit den 1980er Jahren hat den Zweiverdienerhaushalt zur Regel gemacht. Wo beide Seiten gezwungen sind zu arbeiten ist wiederum wenig Raum für Rechte. Die Emanzipationsbewegung findet ihre stärksten Anhänger nicht zufällig in der gebildeten Mittelschicht, besonders im akademischen Umfeld. Hier sind die Vorteile am sichtbarsten, am greifbarsten und am wichtigsten. Entsprechend ist die Emanzipationsbewegung hier auch am erfolgreichsten. Es ist dem Feminismus nie gelungen, eine Brücke zu den unteren Gesellschaftsschichten zu schlagen, und er hat es selten ernsthaft versucht. Das Unverständnis etwa Alice Schwarzers gegenüber einer Ikone wie Verona Feldbusch, das Unverständnis von Feministinnen gegenüber den Tussi-Stilen und anderen Trends sozial eher niedrig stehender Schichten legt darüber beredtes Zeugnis ab. Es gibt kaum emanzipatorische Programme für Niedriglohn- und Facharbeiterjobs, selbst heute nicht. Die Emanzipatonsakteure fordern eine Frauenquote für Vorstände; politische Forderungen für Arbeiterinnen, alleinerziehende Mütter oder Hartz-IV-Empfängerinnen sind seine Sache nicht. Er ist heute mehr denn je eine Klassenveranstaltung. Es ist die große Lebenslüge des Feminismus, mit dem Anspruch für alle Frauen sprechen zu wollen diesen Sachverhalt zu verdrängen. Es geht ihm inzwischen um die Sicherung von Privilegien für seine Klientel, und das heißt gut bis sehr gut verdiendende Frauen mit breiter Bildung. Ihren Erfolg zu sichern und auszubauen ist das Ziel des Feminismus. Eine Emanzipationsbewegung für die unteren Schichten ist er nicht. Diese haben seit dem Ende des Sozialismus keine mehr. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Jetzt neu auch als Video!&lt;br /&gt;&lt;iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/6JqViDxFSJY" width="480"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Marsch - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;HQ - Harris&amp;amp;Ewing (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Plakat - Hilda Dallas (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Suffragette - Ch. Chusseau-Flaviens (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Symbol - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/676c489d25ba44e7bc84be58b53c3904" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-7011040043085983657?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/7011040043085983657/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/der-gedanke-der-frauenemanzipation-in.html#comment-form' title='9 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7011040043085983657'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7011040043085983657'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/der-gedanke-der-frauenemanzipation-in.html' title='Der Gedanke der Frauenemanzipation in der Geschichte'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://img.youtube.com/vi/6JqViDxFSJY/default.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>9</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-8596135231470141552</id><published>2011-10-21T14:27:00.000+02:00</published><updated>2011-10-21T14:27:37.258+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf Youtube steht das Fernsehspiel "Generale - Anatomie der Marne-Schlacht" von Sebastian Haffner aus dem Jahre 1977. Das Ding ist mittlerweile etwas angestaubt, aber sehr gut gespielt und erzählt. Wer sich für Militärgeschichte interessiert sollte es sich ansehen.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/uhwwDIOGsuA" width="480"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/wKZt5Ps1cKc" width="480"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-8596135231470141552?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/8596135231470141552/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstuck_21.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8596135231470141552'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8596135231470141552'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstuck_21.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://img.youtube.com/vi/uhwwDIOGsuA/default.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-8621111816880880345</id><published>2011-10-18T09:21:00.001+02:00</published><updated>2011-10-18T09:23:34.613+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Das Zeitalter der Kernenergie Teil 2/3</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5d/Castle_Bravo_Blast.jpg/800px-Castle_Bravo_Blast.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5d/Castle_Bravo_Blast.jpg/800px-Castle_Bravo_Blast.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Explosion der Wasserstoffbombe Castle-Bravo&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Als Reaktion auf die sowjetische Bombe erfolgte eine Umorientierung der amerikanischen Politik, die auf eine starke Nuklearisierung der Sicherheit baute. Man verabschiedete das Papier NSC-68, das eine konventionelle Aufrüstung, erhöhte Militär- und Wirtschaftshilfe für Verbündete, psychologische Kriegführung und Subversion in kommunistischen Staaten sowie umfangreiche Programme für Zivilschutz und Zivilverteidigung vorsah. Im Mai 1949 wurde die NATO gegründet, während man gleichzeitig durch die Entwicklung der Wasserstoffbombe eine neue Runde im Rüstungswettlauf einläutete. Über die Entwicklung dieser Waffe war das Nuklear-Gremium der USA zutiefst gespalten; während beispielsweise Oppenheimer in strikter Opposition stand, trieb Edward Teller die Entwicklung voran. Bereits im November 1952 wurde „Ivy Mike“, die erste Wasserstoffbombe, getestet - rund 330mal so stark wie die Hiroshima-Bombe, die eine Insel des Bikini-Atolls vollständig vernichtete (der letzte Test dieser Art auf dem Bikini-Atoll wird 1958 durchgeführt). Tests stärkerer Bomben kommen danach nicht mehr vor; Atomtests als solche dagegen schon. Bereits im August 1953 fand ein Test der sowjetischen Wasserstoffbombe statt, die zwar schwächer als die amerikanische war, dafür aber im Flugzeug transportierbar – und somit deutlich gefährlicher.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Beschleunigt wurden diese Entwicklungen durch den Ausbruch des Korea-Krieges. Ausgelöst durch Angriff der nordkoreanischen Truppen kämpfen die Amerikaner bald an der Seite des Südens; nach einer Intervention Chinas schließlich wird ein Waffenstillstand vereinbart. Für den Westen hatte die Sowjetunion damit alle bösen Vorurteile bestätigt. Während des Krieges diskutierte man in den USA mit heißen Köpfen darüber, ob man Atomwaffen einsetzen sollte. Während Kommandant MacArthur vehement dafür plädiert, gewann schließlich ein Argument die Oberhand: in der Phase sich stark verbessernder Beziehungen mit Japan wollte man das amerikanische Ansehen nicht weiter beschädigen. Auch McArthur wurde abgelöst.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Da die Kosten der Aufrüstung bald explodierten, entschied sich der neue Präsident Eisenhower dafür, langfristigere Aufrüstung zu betreiben anstatt kurzfristige Rüstungsspitzen aufzulegen. Gleichzeitig wurde versucht, kosteneffektiv Waffen herzustellen („More Bang for the Buck“) und eine Prioritätenverschiebung hin zur Luftwaffe betrieben, aus der das Strategic Air Command hervor ging und wodurch die Schwelle zum Atomwaffeneinsatz stark herabgesetzt wurde. Die SU vollzog den gleichen Schritt kurze Zeit später.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Indessen entwickelten auch die Briten eine Atombombe, die sie 1952 in Australien testeten. Vier Jahre später folgte der Test der Wasserstoffbombe. Die Motive dafür waren vielfältig; die als unsicher empfundene Sicherheitslage (man fürchtet ein amerikanisches „Disengagement“), anti-sowjetische Ressentiments und ein Kompensationsbedürfnis für den verlorenen Großmachtstatus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d6/Eisenhower_official.jpg/479px-Eisenhower_official.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d6/Eisenhower_official.jpg/479px-Eisenhower_official.jpg" width="255" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Präsident Dwight D. Eisenhower&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Gleichzeitig wurde aber auch klar, dass das wachsende Arsenal atomarer Waffen die Welt gefährlicher machte. Mit dem Tod Stalins im März 1953 beginnt eine kurze Phase der Entspannung im Ost-West-Verhältnis. Hoffnungen auf eine Liberalisierung erwiesen sich aber als trügerisch, besonders durch den 17. Juni 1953. Trotzdem feierte die Entspannung einige Erfolge, vor allem 1956 mit dem berühmten XX. Parteitag der KPdSU, wo Chruschtschow unter anderem die Theorie der friedlichen Koexistenz verkündete. Zuvor hatte Eisenhower bereits mit seinem Programm „Atoms for peace“ von 1953 einen Beitrag geleistet; 1955 fand eine Konferenz in Genf über die friedliche Nutzung der Kernenergie statt. Auf dieser Konferenz überraschte Eisenhower mit dem Vorschlag für wechselseitige Kontrollen („Open Skies“) für Rüstungskontrolle. Der Erfolg war mäßig. Es gelang allerdings, die friedliche Nutzung der Kernenergie zu internationalisieren. In Europa kam es zu einer Kooperation der (west-)europäischen Staaten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neue Krisen entstanden ab 1956, besonders mit den Aufständen in Polen und Ungarn, in denen der Westen durch Nichtstun die Menschen enttäuschte und das Verhältnis der Blöcke wieder schlechter wurde, sowie der Suezkrise. 1957 erfolgen der Sputnikschock und die Diskussion um atomare Bewaffnung der Bundeswehr, 1958 Chruschtschows Berlin-Ultimatum an den Westen, sich aus der Stadt zurückzuziehen und Berlin zur offenen Stadt zu erklären. In diesem Fall ging es nicht wirklich um Berlin; die DDR hatte bei der SU insistiert, diesen Druck zu erzeugen, da die DDR unter der gewaltigen Fluchtbewegung litt. Daraus resultierte die Betonierung der deutschen Teilung im Berliner Mauerbau 1961. Die Phase zwischen 1949 und 1962 ist die „heiße Phase“ des Kalten Krieges, die Blockbildung ist noch nicht abgeschlossen und Machtkonflikte bestimmen das Bild. Man geht (relativ) sorglos mit nuklearen Waffen um. In zwei Situationen, Koreakrieg und Suez-Krise, dachten Amerikaner und Sowjets ernsthaft über den Einsatz der Atomwaffe nach. Den Höhepunkt erreicht diese Dauerkrise mit der Kubakrise. Dieser gingen einige andere Krisen voraus: Bereits 1960 wurde ein Spionageflugzeug (U2) über der SU abgeschossen. Im Kongo verlief die Dekolonialisierung sehr blutig und chaotisch. 1961 folgte der Mauerbau. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Kubkrise1962MRBMSite1.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="264" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Kubkrise1962MRBMSite1.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Die Luftaufnahmen der Sowjetraketen auf Kuba&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Kuba selbst empfanden die USA als ureigensten Machtbereich. Obwohl es seit 1902 formal unabhängig war, waren amerikanische Firmen stark involviert und wurde die Politik Kubas stark von den USA dominiert. Kuba ist in dieser Zeit eine fast dikatorisch regierte Insel. Nach einem gescheiterten Putsch 1953 gelang es Fidel Castro 1956-1959, das Land einzunehmen und zu revolutionieren. Die zu Beginn gemäßigte linke Politik wandelte sich wegen des Widerstands der Großgrundbesitzer und der Firmen immer mehr zu einer realsozialistischen Politik. Als erste, auch amerikanische, Firmen verstaatlicht wurden, verschärften sich die Spannungen mit den USA. Das wiederum trieb Castro an die Seite der Sowjetunion, was genauso wie die Einführung des Realsozialismus keine Zwangsläufigkeit gewesen wäre. Nach einem partiellen US-Handelsembargo wird Kuba, auch unter Eindruck des Schweinebucht-Fiaskos, 1961 zur sozialistischen Republik, woraufhin die USA ein totales Handelsembargo verkünden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die SU ihrerseits möchte in dieser Zeit austesten, wie weit sie gehen kann. Nachdem der Westen den Mauerbau mit rhetorischen Angriffen hingenommen hatte, versuchte die Sowjetunion einen Friedensvertrag für Deutschland – und damit Reparationen – zu erreichen. Dazu gehörte auch der sowjetische Vorstoß, ein atomwaffenfreies Mitteleuropa (Deutschland, Polen, CSSR) zu schaffen. Dieser Vorschlag wurde jedoch wegen der antizipierten konventionellen Überlegenheit des Warschauer Paktes vom Westen immer wieder abgelehnt. 1961 testeten die Sowjets die größte jemals gezündete thermonukleare Bombe. In dieser Zeit begann auch die Stationierung von Mittelstreckenraketen auf Kuba. Als die amerikanische Aufklärung dies im Oktober 1962 entdeckte, begannen die 13 Tage der Kubakrise. Eine Serie von Großsitzungen in Washington, wo auch Schläge auf die russischen Raketen diskutiert wurden, fand statt. Am 20. Oktober begann Kennedy die Blockade Kubas. Am 22. Oktober informierte er die Öffentlichkeit und forderte Chruschtschow dramatisch zum Abzug der Raketen auf. Dieser Höhepunkt der Krise währte bis zum 24. Oktober. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9e/Cuban_crisis_map_missile_range.jpg/603px-Cuban_crisis_map_missile_range.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="317" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9e/Cuban_crisis_map_missile_range.jpg/603px-Cuban_crisis_map_missile_range.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Reichweiten der Raketen auf Kuba, zeitg. Darstellung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Zwei Tage später kündigte Chruschtschow den Abzug der Raketen an, forderte aber im Gegenzug eine Garantie Kubas. Einen Tag später forderte er zusätzlich noch einen Abzug der Raketen aus der Türkei. Robert Kennedy, die beherrschende Figur hinter den Kulissen, empfahl, die Garantie abzugeben und die Türkeiforderung zu ignorieren. So wurde es auch gemacht; einige Monate später zog man dann stillschweigend die Raketen aus der Türkei ab. Lange Zeit wurde die Kubakrise als Erfolg der USA und John F. Kennedys gedeutet (wobei der Erfolg dann eher Robert gebührt hätte). Inzwischen vertritt die Forschung die Deutung, dass die Überlegenheit der USA auch im konventionellen Bereich so hoch war, dass den Sowjets kaum eine andere Möglichkeit blieb als einzulenken. Es ist außerdem ein ambivalenter Sieg; Kuba bleibt bis zum heutigen Tag ein Konfliktherd der US-Außenpolitik. Außerdem wurde in der Sowjetunion ein Aufrüstungsprogramm forciert, um den USA nicht wieder in einer vergleichbaren Situation unterlegen zu sein. Eine definitive Auswirkung der Kubakrise jedoch ist die Erkenntnis in Washington wie Moskau, dass die Drohungen mit der Bombe ein Spiel mit der Katastrophe sind und dass dringend die Kommunikation verbessert werden muss. Am 05.04.1963 wurde der berühmte „Rote Draht“ zwischen Moskau und Washington eingerichtet. Der nächste Schritt war der Einstieg in die Rüstungskontrolle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die französische atomare Aufrüstung indessen verlief praktisch analog zur britischen, mit den gleichen Motiven und Voraussetzungen. Sie ließ sich wegen der Instabilität der Vierten Republik, die ihre Ressourcen anderweitig verbraucht, langsam an. Mit der Fünften Republik ab 1958 und der Rückkehr Charles des Gaulles begann eine Phase des Antiamerikanismus und der Bindung an die BRD. De Gaulle forcierte den Bau einer eigenen Bombe, da er dem amerikanischen Atomschirm über Europa und dem amerikanischen Engagement für Europa misstraute. Es wurde auch über gemeinsame Atomwaffenprogramme innerhalb Europas nachgedacht, die die BRD einbeziehen würden. Adenauer sah hierin eine Chance, der BRD Zugriff auf Atomwaffen zu geben (was die Amerikaner dazu veranlasste, ihre Kontrolle mit den Deutschen zu teilen). Der erste französische Test fand in der Sahara statt; die &lt;i&gt;force de frappe&lt;/i&gt; wurde schnell ausgebaut. 1966 tat de Gaulle aus den Strukturen der NATO heraus. Den Amerikanern gelang es nicht, den Verbündeten Frankreich davon abzuhalten und so die Non-Proliferation durchzusetzen. Die SU machte dieselbe Erfahrung in China. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;China emanzipierte sich ab Mitte der 1950er Jahre auch wegen eines sich bis Mitte der 1960er Jahre zuspitzenden ideologischen Streits von der SU und erhob den Anspruch, die beherrschende Großmacht in Asien zu sein. Nach einem erfolgreichen Test Chinas entwickelt auch Indien Atomwaffen und ist 1967 erfolgreich. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Rüstungskontrolle I&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: medium none; margin-left: 0px; margin-right: 0px; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-size: 14pt;"&gt;Nuklear-Teststoppakbkommen &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;&lt;limited ban="" test="" treaty=""&gt; &lt;/limited&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;5. August 1963&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Unterzeichner: USA, UdSSR, GB&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Verbot von Atomtests in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; weitere 114 Staaten treten   bei (nicht China und Frankreich)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;Atomwaffensperrvertrag&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;non-proliferation treaty=""&gt;&lt;/non-proliferation&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;1. Juli 1968&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Unterzeichner: USA, UdSSR,   GB&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; weitere 140 Staaten treten   bei (China: 1991, Frankreich: 1992)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-size: 14pt;"&gt;SALT I&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;&lt;strategic arms="" limitation="" talks=""&gt;&lt;/strategic&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-size: 14pt;"&gt;ABM-Vertrag&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;&lt;anti-ballistic missile="" treaty=""&gt;&lt;/anti-ballistic&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;26. Mai 1972&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Unterzeichner: USA, UdSSR&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt; &lt;/span&gt;Begrenzung von strategischen Waffen und von Systemen zur   Abwehr ballistischer Raketen&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 14pt;"&gt;Abkommen zur Verhinderung   eines Atomkriegs&lt;/span&gt;, &lt;i&gt;22. Juni 1973&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Unterzeichner: USA, UdSSR&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; wechselseitige Konsultation   bei Kriegs-gefahr&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;SALT II&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;strategic arms="" limitation="" talks=""&gt;&lt;/strategic&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;18. Juni 1979&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Unterzeichner: USA, UdSSR&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; nicht ratifiziert!&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; numerische &amp;amp;   qualitative Beschränkungen bei nuklearen Trägersystemen&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die Rüstungskontrollpolitik wurde hauptsächlich bilateral zwischen den USA und der UdSSR betrieben. Versuche einer Multilateralisierung scheitern hauptsächlich am französischen Bestreben nach Atomwaffen und deutschen Festhalten am Junktim zwischen Abrüstung und deutscher Frage. Hinzu kommt die Befürchtung der Westeuropäer, dass der Dialog der Supermächte auf ihre Kosten geht, falls es zu einer den NATO-Doktrinen entsprechenden massiven Vergeltung kommt, die hauptsächlich auf europäischem Boden stattfinden würde. Deswegen drängten die Westeuropäer auf eine Doktrinänderung der NATO, die 1968 in &lt;i&gt;flexible response&lt;/i&gt; ihren offiziellen Niederschlag findet. 1967 sprach sich der belgische Außenminister Harmel im gleichnamigen Report für einen konstruktiven Dialog mit dem Osten aus, der Abrüstungsverhandlungen beinhaltet. Gleichzeitig sollte in der NATO eine nukleare Planungsgruppe eingerichtet werden, die Empfehlungen aussprechen darf und so die Forderung nach nuklearer Beteiligung auffing. Dass man sich auch in Überlegungen zum Einsatz der Atomwaffen inzwischen zurückhielt, zeigt auch der Vietnamkrieg. Dieser war seit Mitte der 1960er Jahre eskaliert. Die bisweilen von Militärs erhobene Forderung zum Einsatz von Atomwaffen wurde auf Präsidentenebene nie auch nur erörtert und kategorisch abgelehnt. Dafür gibt es zwei Gründe neben der Vergeltungsangst: man empfand es als politisch ineffizient (Imageverlust durch Hiroshima-Trauma und Imagegewinn der SU) und moralische Motive spielten ebenfalls eine Rolle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ed/Schmidt.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ed/Schmidt.JPG" width="218" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Bundeskanzler Schmidt 1977&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;In den 1970er Jahren erreichte die Rüstungskontrolle mit den SALT (Strategic Arms Limitation Talks) ihren Höhepunkt. Die SALT-Verträge waren jedoch keine Abrüstungsverträge. Vielmehr dienten sie der Rüstungskontrolle. Interessant ist in diesem Zusammenhang der ABM-Vertrag. Dieser macht die Logik des Rüstungswettlaufs offensichtlich, da er die Anti-Raketen-Raketen begrenzt. Man kam von der Logik der 1950er Jahre ab, so viele Raketen anzuhäufen, dass man den anderen vernichten kann. Vorherrschend ist nun MAD, die "Mutually Assured Destruction", die vom Start eines Krieges abschrecken soll. Auch wenn SALT-II von den USA nicht mehr ratifiziert wurde, hielt man sich doch mehr oder minder daran. Die Entspannungs- und Rüstungskontrollpolitik jedoch endete Ende der 1970er Jahre effektiv mit dem Regierungsantritt von Thatcher und Reagan. Auch die SU versuchte, ihre eigene Position zu verbessern, was sich besonders deutlich am Einmarsch in Afghanistan zeigt. Durch die Aufstellung der russischen SS-20-Raketen entsteht beim Westen ein neuer Aufrüstungsdruck, der besonders von Helmut Schmidt vorangetrieben wird. Der resultierende NATO-Doppelbeschluss wurde von einem Erfolg bei Verhandlungen abhängig gemacht, der sich jedoch nicht einstellte. Die Entspannungsphase war eindeutig vorbei. 1983 beschloss der Bundestag nach mehreren Tagen erregter Debatten die Aufstellung neuer Raketen. In dieser Zeit wurden auch die Neutronenbomben produziert, die extrem viel Strahlung abgegeben, aber wenig Druck und Hitze. Dadurch wird Infrastruktur nicht beschädigt. Es sind die Neutronenbomben, die einen "Sieg" in einem Atomkrieg wieder möglich zu machen scheinen. 1983 verkündete Reagan zudem den Aufbau der SDI (Strategic Defence Initiative). Diese war ungemein teuer, beim Ziel eines totalen Abwehrschirms gegen feindliche Atomraketen. Damit untergrub SDI neben dem ABM-Vertrag auch die immanente Logik von MAD. Allerdings nahm die SU die Abrüstungsverhandlungen wieder auf, so dass SDI in jedem Fall die Verhandlungsmasse der USA vergrößerte. Der daraus resultierende Vertrag START (Strategic Arms Reduction Talks) enthielt auch erstmals gegenseitige Kontrollmechanismen bei der Reduzierung der Arsenale.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Rüstungskontrolle II&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: medium none; margin-left: 0px; margin-right: 0px; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-size: 14pt;"&gt;INF-Vertrag&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;&lt;intermediate-range forces="" nuclear="" treaty=""&gt;&lt;/intermediate-range&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;8. Dezember 1987&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Unterzeichner: USA, UdSSR&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Vollständige Abschaffung der Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper   mittlerer Reichweite sowie Start-einrichtungen&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-size: 14pt;"&gt;START I&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;&lt;strategic arms="" reduction="" talks=""&gt;&lt;/strategic&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;31. Juli 1991&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;- &lt;/span&gt;Unterzeichner:   USA, UdSSR&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Reduzierung der strategischen Nuklear-waffen auf eine gemeinsame Obergrenze&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-size: 14pt;"&gt;START II&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;&lt;strategic arms="" reduction="" talks=""&gt;&lt;/strategic&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;3. Januar 1993&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; Unterzeichner: USA, Russische Föderation&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; nicht in Kraft getreten!&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;-&lt;/span&gt; weitere Begrenzung von   strategischen Waffen&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Während die Verhandlungen und Verträge auf der politischen Bühne stattfanden, waren auch die öffentlichen Gesellschaften durch zivilgesellschaftliche Nichtregierungsorganisationen Akteure. Da die Meinungsfreiheit im Osten stark unterdrückt war, kann hierfür nur die Protestbewegung im Westen bis 1960 untersucht werden. Von 1945 bis 1951 gab es eine intensive Bewegung gegen die Atomkraft auf dem Rücken der Hiroshima-Bombe, die um 1954 erneut an Fahrt gewann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Internationale Bewegungen 1945-1951&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: medium none; margin-left: 0px; margin-right: 0px; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Kirchen/Glaubensgemeinschaften&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Pazifisten&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Ökumenischer Rat der Kirchen   (*1948, Amsterdam)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;War Resisters’ International   (*1921)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Enzyklen „Summi maeroris“ (Juli   1950) und „Mirabile Illud“ (Dezember 1950) Papst Pius’ XII&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;International Fellowshio of   Reconciliation (*1914)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Pax Christi (Bischof P.-M.   Théas/1. Int. Kongress 1946)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Women’s International League for Peace and   Freedom [WILPF] (*1915/1919)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Buddhistische Assoziation für   den Weltfrieden (Indien, China, Japan, *1951)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Wissenschaftler&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Föderalisten&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;World Federation of Scientific Workers [WFSW]   (*1946)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;World Movement for World Federal Government   [WMWFG] (*1947, Montreux)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Informelle Netzwerke, Kooperation FASA&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Kommunisten&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Kongress von Intellektuellen   für den Frieden (Breslau, August 1948)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Weltfriedenskongress (Paris   1949)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Weltfriedensrat (Warschau 1950)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Stockholmer Apell (1950)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die pazifistischen Organisationen wurden besonders durch den Zweiten Weltkrieg stark geschwächt, einerseits durch die Unterdrückung durch die Deutschen, andererseits durch ihr Hintenanstellen pazifistischer Tugenden für den Kampf gegen den Faschismus. Die kirchlichen Organisationen waren stark differenziert. Die Quäker etwa waren schon immer sehr pazifistisch ausgerichtet und unterhielten starke Netzwerke. Der ökumenische Rat dagegen konnte sich nicht zu einer generellen Verurteilung von Atomwaffen und Krieg durchringen, was sich erst ab 1951 mit dem Test der Wasserstoffbombe in evangelischen Kreisen ändert; für die Katholiken gibt es weiterhin „gerechte Kriege“. Papst Pius XII signalisierte bis 1949 Einverständnis mit der amerikanischen Politik; mit der sowjetischen Atombombe änderte sich diese Haltung und er verurteilte die Atomwaffen in den Enzyklien. Daraufhin entstand die bis heute bestehende Pax Christi. Die Föderalisten vertraten die Idee einer Weltregierung, die den nationalen Regierungen übergelagert ist. Diese Idee lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die One World or none – Weltregierung?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: medium none; margin-left: 0px; margin-right: 0px; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 221.4pt;" valign="top" width="295"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;1943&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Wndell Willkie: „One World“&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 221.4pt;" valign="top" width="295"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;1945&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Emery Reves: „The Anatomy of Peace“&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 221.4pt;" valign="top" width="295"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;GB: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;National Peace Council Federal Union&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 221.4pt;" valign="top" width="295"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Dänemark:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Een Verden&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 221.4pt;" valign="top" width="295"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="DA"&gt;Schweden: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="DA"&gt;Svenska Arbetsruppen av Världsfederation&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 221.4pt;" valign="top" width="295"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="FR"&gt;Frankreich:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="FR"&gt;Front Humain des citoyen du monde&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 221.4pt;" valign="top" width="295"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Westdtl. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Liga für Weltregierung&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Weltstaat Liga&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Diese Gruppen formierten sich 1950 zum World Movement for World Federal Government. Diese Bewegung war stark europa- und amerikazentriert, weswegen sie besonders in der Dritten Welt einen schweren Stand hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die „wahren Internationalisten“ waren jedoch, zumindest im Selbstbild, die Kommunisten. Diese waren, zumindest bis 1953, von der UdSSR durch die Kominform gesteuert. Besonders in Westeuropa fanden sich unter den Kommunisten viele Intellektuelle. Gründe für diese Attraktivität des Kommunismus auf Intellektuelle lagen beispielsweise im raschen Fortschritt der Modernisierung der SU oder der Tatsache, dass die Kommunisten sich als die vorbehaltlosesten Kämpfer gegen den Nationalsozialismus erwiesen hatten. Im Umfeld der verschiedenen kommunistischen Kongresse etablierte sich Picassos Friedenstaube als (kommunistisch besetztes) Symbol für Frieden. Die kommunistischen Aktionen verstetigten sich dann im Weltfriedensrat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch aus den 1920er Jahren hatte sich die Sicht auf die Wissenschaftler als "geistige Arbeiter" erhalten, was die Wurzel für eine internationale Vernetzung und Zusammenarbeit legte, die 1946 die Pflanze WFSW hervorbrachte. Diese wissenschaftlichen Verbände kooperierten gern und häufig mit den Föderalisten. Außerdem gab es nationale Wissenschaftlerverbände, die sich gegen die Atomkraft formierten:&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: medium none; margin-left: 0px; margin-right: 0px; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;USA&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;GB&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;November 1945&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Federation of Atomic Scientists &lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB" style="font-family: Wingdings;"&gt;à&lt;/span&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt; (Dez) Federation of American Scientists   (FAS)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Association of Scientific Workers (1918/27)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Dezember 1945&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Bulletin of the Atomic Scientists&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Association of Atomic Scientists (AAS) (1945)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Mai 1946&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;Emergency Committee of Atomic Scientists   (ECAS)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="EN-GB"&gt;John Rotblat, Patrick Blackett, John D.   Bernal, E.H.S. Burhop&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;J. Robert Oppenheimer&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Leo Szilard&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Eugenme Rabinowitsch&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Frankreich&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="FR"&gt;Association Francaise des Travailleurs Scientifiques (1920)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;   &lt;td style="border: 1pt solid windowtext; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-color: -moz-use-text-color windowtext windowtext -moz-use-text-color; border-style: none solid solid none; border-width: medium 1pt 1pt medium; padding: 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;span lang="FR"&gt;Frédéric Joliot-Curie&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Diese rekrutierten sich besonders gerne aus den Reihen der Mitarbeiter des Manhattan Projects, die zu schärfsten Kritikern ihres Kindes wurden. Fast 90% der Mitarbeiter des Manhattan Project waren in der FAS organisiert. Sie war es auch, die die Doomsday Clock erfand und aktualisierte. Gänzlich neu war die Entwicklung dieser Übernahme ethischer und politischer Ziele durch die traditionell unpolitischen Naturwissenschaftler. Besonders in den neugegründeten Instituten übernahmen sie Schlüsselrollen und hofften darauf, dass sie wegen ihrer Nähe zu Regierungskreisen erheblich Einfluss nehmen und die Abrüstung vorantreiben könnten. Das war furchtbar naiv. Sehr schnell verliefen sich alle Hoffnungen im Sande; Anfang der 1950er war klar, dass das Anliegen der Physiker gescheitert ist. Dazu kommt, dass die Regierungen ganz massiv die Reisemöglichkeiten der Wissenschaftler, besonders in den Osten, erschwerten. Auch hatten die Atomgegner bald ein dezidiert linkes Image, was zu dieser Zeit alles andere als progressiv war. Die gesamte Protestbewegung flaute um 1951 ab, besonders wegen der Verhärtung der ideologischen Fronten durch den Koreakrieg. Im Rahmen der McCarthy-Hexenjagd wurden zudem viele der progressiven Wissenschaftler aus ihren Posten entfernt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a2/Einstein_oppenheimer.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="273" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a2/Einstein_oppenheimer.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Einstein und Oppenheimer&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Im März 1954 fand der zweite US-Test einer Wasserstoffbombe auf dem Bikini-Atoll statt, der außer Kontrolle geriet und deutlich stärkere Sprengwirkung zeigte als beabsichtigt. Das japanische Fischerboot „Lucky Dragon No. 5“, das außerhalb der Sicherheitszone fischte und stark kontaminiert wurde, hielt bald die Öffentlichkeit aller Länder in Atem. Im September starb der erste der Fischer an der radioaktiven Verstrahlung. Besonders für die Japaner war die Frage nach einer Kontamination der Fische wichtig. Dieser Vorfall gab den Impuls für eine Neuformierung internationaler Proteste. Die Erfahrung dieses "Bravo-Tests" führte zum Verlust der bisherigen Sorglosigkeit im Umgang mit Atomwaffen. Auch in der SU kam es zu einer vergleichbaren Entwicklung; der Vater der sowjetischen Wasserstoffbombe wurde zum Dissidenten und protestierte gegen Atomwaffen und für Menschenrechte. In der Folgezeit kam es zu einer Flut von Prominentenerklärungen. Die drei Wichtigsten sind die Russel-Einstein-Erklärung vom 9.7.1955, die Mainauer-Erklärung vom 15.7.1955 und die Erklärung Albert Schweitzers vom 23.4.1957 sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1957 kam es dann zur ersten Pugwash-Konferenz in Kanada, ebenfalls von Wissenschaftlern. Im Januar 1957 wurde die Campaign for Nuclear Disarmament gegründet, ebenfalls stark von Labour und Intelligenz durchsetzt. Die CND schuf die Ostermärsche, die bereits vier Jahre später 150.000 Teilnehmer aufwiesen. Sie ist dabei sehr bürgerlich und gesittet, und bald wurde die Frage gestellt, ob diese auf das Parlament vertrauenden Formen des Protests vernünftig sein konnte. Auch unter Einfluss Ghandis wurden extremere Formen wie Sit-Ins ausprobiert. Durch diese Segregation aber wurde der CND geschwächt. Der "große Ostermarsch" war der Zenit, und 1964 fand der vorläufig letzte statt. In der BRD versuchten die Wissenschaftler aus egoistischen Motiven (Atomforschung war verboten) eine Festlegung auf Atomwaffenverbote zu erreichen, um an der zivilen Nutzung weitermachen zu können. Ein Versuch der Organisation über Plebiszite wird vom BVerfG kassiert. In den USA wurde nach dem Muster des CND die SANE (Committee for a Sane Nuclear Policy, als Gegensatz zu MAD) gegründet. Eine ihrer bekanntesten Aktionen war der Versuch, mit dem Schiff „Golden Rule“ in das Testgebiet einzubrechen; dieser und ähnliche Versuche scheitern aber. Auch diese Kampagnen erschöpfen sich Anfang der 1960er Jahre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/Boeing_B-52_dropping_bombs.jpg/800px-Boeing_B-52_dropping_bombs.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="232" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c3/Boeing_B-52_dropping_bombs.jpg/800px-Boeing_B-52_dropping_bombs.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;B-52 Bomber über Vietnam&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Was aber sind die Gründe für das Abflauen der Kampagnen? Zum einen ist sicherlich ein Grund, dass die Tests zu Beginn der 1960er Jahre gestoppt wurden und damit ein wichtiges Ziel erreicht worden ist. Zum zweiten wurden die Bewegungen aufgesaugt, beispielsweise von der Labour-Party. Zum dritten kam es zu einer Verlagerung; das Problem Nukleare Rüstung an sich tat bald in den Hintergrund, die Friedensbewegung richtete sich ab 1964 immer stärker auf den Vietnamkrieg aus. Zum vierten verschob sich die Basis des Protests; die bürgerlichen Formen erschöpften sich und wurden, wie 1968, von radikaleren Formen verdrängt. Die bürgerliche Klientel zog sich also mehr und mehr zurück, nahm aber traditionell als Osterspaziergang noch am Ostermarsch teil. Zum fünften begann die Angst vor dem Atomtod zu verpuffen. Letztlich aber hat der Atomprotest eine große Wirkung gehabt, besonders für die BRD, wo er eine kritische Öffentlichkeit überhaupt erst schuf und auch eine Wegentwicklung vom Idealismus zu konkreten Vorstellungen hin bewirkte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Castle-Bravo - US Department of Energy (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Eisenhower - White House (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Kuba - National Archives (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Reichweite - JFK Presidential Library and Museum (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Schmidt - Jack E. Keightlinger (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Einstein - US Defense Department (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;B52 - USAF (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/f4570738a2c44187be1b4a7e195f8be7" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-8621111816880880345?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/8621111816880880345/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/das-zeitalter-der-kernenergie-teil-23.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8621111816880880345'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8621111816880880345'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/das-zeitalter-der-kernenergie-teil-23.html' title='Das Zeitalter der Kernenergie Teil 2/3'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2779059635892009216</id><published>2011-10-15T17:17:00.000+02:00</published><updated>2011-10-15T17:17:33.201+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Zeit findet sich ein &lt;a href="http://www.zeit.de/2011/36/Ferdinand-von-Schirach"&gt;Interview &lt;/a&gt;mit Ferdinand von Schirach, in dem es um die Aufarbeitung von Morden aus der Nazi-Zeit geht, besonders um die juristischen Konstruktionen und das Dreher-Gesetz. Sehr lesenswert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2779059635892009216?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2779059635892009216/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstucke.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2779059635892009216'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2779059635892009216'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstucke.html' title='Fundstücke'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2811294919545171635</id><published>2011-10-11T16:35:00.003+02:00</published><updated>2011-10-12T23:10:19.332+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadiskussion'/><title type='text'>War im Fernsehen früher alles besser?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51FZ05Q5QDL._SL500_AA300_.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51FZ05Q5QDL._SL500_AA300_.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Schnulz- und Propagandafetzen: Pearl Harbor (2001)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im &lt;a href="http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/zum-elend-des-deutschen.html"&gt;letzten Posting&lt;/a&gt; haben wir uns mit dem Elend des deutschen Geschichtsfernsehens beschäftigt, das in den letzten Jahren eine gruselige Anzahl an revisionistischen Machwerken hervorgebracht hat. Es sind jedoch nicht alle Filme mit geschichtlichem Hintergrund schlecht, die in Deutschland gemacht wurden und die über deutsche Mattscheiben flimmern. Der Haken ist, dass viele von ihnen schon älter sind. Dies allerdings betrifft vor allem deutschen Geschichtsfilme. Besonders aus dem amerikanischen Raum kommen in letzter Zeit Werke, die schnulzigen Quatsch wie das unsägliche "Pearl Harbor" (2001) vergessen machen. Sehen wir uns zuerst chronologisch drei deutsche Filme an: "Die Brücke" (1959), "Das Boot" (1981) und "Stalingrad" (1993). Danach werden wir die jüngeren amerikanischen Beispiele betrachten: "Schindlers Liste" (1992), "John Adams" (2008) und "The Conspirator" (2011). Diese Filme stehen keinesfalls stellvertretend für das gesamte Genre der Geschichtsfilme, denn das wird immer noch von den Produktionen dominiert, die die geschichtlichen Ereignisse hauptsächlich als Rahmen für ihren Plot benutzen - die Beispiele hierfür sind Legion. Uns soll es einzig um die Filme gehen, die neben der Rahmenhandlung auch noch eine Botschaft zu transportieren versuchen. &lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der erste deutsche Film in unserer Liste ist "Die Brücke" von 1959, ein unbestrittener Klassiker der Tradition deutscher Antikriegsfilme. Bevor die Flut von Filmen mit revisionistischer Botschaft hereinbrach war die Botschaft, die die meisten Filme zu vermitteln wünschten, eine Antikriegsbotschaft (womit sie sich, wie wir sehen werden, von den jüngeren amerikanischen Produktionen unterscheiden). In "Die Brücke" verteidigt eine Gruppe schlecht ausgebildeter Jugendlicher in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs eine völlig unbedeutende Brücke und wird bis auf einen Überlebenden komplett getötet. Die Wucht der Inszenierung dieses mit geringem Budget gedrehten Films kann selbst heute noch beeindrucken, besonders wenn man das unsägliche Pro-7-Remake von 2008 dagegen stellt. Nicht nur wird eindrücklich dargestellt, wie die Jugendlichen - die ja noch Kinder sind - mit praktisch grenzenloser Naivität in den Kampf geschickt werden, obwohl es an vernünftigen Stimmen eigentlich nicht mangelt. Besonders die völlige Sinnlosigkeit ihres Tuns ist es, die dem Ganzen seinen Eindruck verleiht.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a6/Die_Bruecke_1959.jpg/422px-Die_Bruecke_1959.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a6/Die_Bruecke_1959.jpg/422px-Die_Bruecke_1959.jpg" width="225" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Insbesondere wird so das mörderische, sinnlose des Nazi-Regimes hervorgehoben. Hier werden nicht wie in "Der Untergang" heldenhaft Zivilisten verteidigt oder Stellungen gegen die bolschewistische Horde gehalten. Stattdessen erschießen zwei Feldgendarme den Unteroffizier der Jungen beim Kaffeeholen, weil sie ihn für einen Deserteur halten, geht die Nazibonze fremd, sind die Familienverhältnisse der meisten Protagonisten erschüttert, gibt es niemanden, dem einfach die Verantwortung zugeschoben werden könnte. Das auseinanderfallende Dritte Reich der "Brücke" ist ein traumatischer Ort, an dem sinnlos gestorben wird, weil niemand es über sich bringt, sinnlose Befehle nicht durchzuführen. Es ist darin deutlich realistischer als die schnoddrige Attitüde, die den "bösen Nazis" der modernen Filme gerne folgenlos entgegengeworfen wird.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Etwas schwieriger liegt der Fall mit "Das Boot", das qualitativ nur in der Fernsehversion in der oberen Klasse mitspielt, da die vielen Schnitte für die Kinoversion das Gesamtwerk zu reißerisch-spannend gestalten. Dem Film wurde öfter vorgeworfen, dass er die Antikriegsbotschaft durch die Action verdecke, dass die Spannungsszenen im Vordergrund stehen. Auch die mit der Ausnahme des zweiten Offiziers praktisch apolitische Mannschaft steht diesbezüglich den Zuschauer auf eine gewisse Probe. Nichts desto trotz kann auch "Das Boot" überzeugen. Der Terror des U-Bootkrieges wird deutlich, ebenso die menschlichen und moralischen Probleme, die damit einhergehen. Einer der wohl stärksten Momente des Films ist die Beobachtung des brennenden Tankers und dem Ertrinken der Seeleute.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://mystreamz.do.am/_ld/1/99451246.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://mystreamz.do.am/_ld/1/99451246.jpg" width="226" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In dieser Szene zeigtsich die Brutalität und Entmenschlichung des Krieges so deutlich wie selten. Auch wenn man ein wenig zwischen den Zeilen lesen muss: was dort geschieht, ist ein klares Kriegsverbrechen. Es ist ein "Wir oder die", das allen Beteiligten aufgezwungen wurde. Keine der Versenkungen des Films ist in irgendeiner Weise heroisch in Szene gesetzt. Es handelt sich um Morde, um Anschläge, und das Boot ist der Attentäter. Das Leiden der Bootsbesatzung in ihrem klaustrophobischen Gefängnis spiegelt das nur wider. Und wenn das Boot am Ende in den Hafen einläuft und von einem alliierten Fliegerangriff doch noch versenkt wird, ist die ganze Sinnlosigkeit des Krieges noch einmal mit vollen Händen zu fassen. Dagegen verblasst der Umstand, dass die Umstände des Krieges kaum thematisiert werden, fast schon.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ähnliche Kritik wurde 1992 "Stalingrad" gemacht. Als einer der teuersten deutschen Geschichtsfilme nahm er sich des Stoffs des Untergangs der Sechsten Armee an. Zu den Hauptkritikpunkten an dem Film gehört seine Schwarz-Weiß-Malerei bei den Charakteren, da es kaum ambivalente Charaktere gibt, sondern die bösen Nazis wirklich die bösen Nazis sind. Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus innerhalb der deutschen Gesellschaft in einem deutschen Film lässt jedoch auf sich warten. Sehen wir uns daher an, was "Stalingrad" richtig macht.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://img128.imageshack.us/img128/1065/stalingradsa0.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://img128.imageshack.us/img128/1065/stalingradsa0.jpg" width="221" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wie bereits bei der "Brücke" und "Das Boot" schafft es der Film, dem dargestellten Kriegstreiben jeglichen Sinn abzusprechen. Es ist unmöglich, irgendetwas Gutes oder gar Sinnvolles an den dargestellten Kriegshandlungen zu finden. Die Soldaten sterben zwischen Häusern und im Schnee, müssen sich von oben blödsinnige Propagandaparolen gefallen lassen und begehen Kriegsverbrechen, etwa wenn sie russische Zivilisten erschießen, darunter sogar einen Jungen der für sie gearbeitet hat. Sie kommen ins Strafbataillon, wo die Männer wegen geringfügiger Vergehen sinnlos verheizt werden und entdecken am Ende, dass die Offiziere Orgien mit Delikatessen und Zwangsprostitutierten gefeiert haben, während die Männer so sehr hungerten, dass sie die Verbände auffraßen. Es gibt keine Erlösung, kein Ende für die Männer; die letzten von ihnen erfrieren am Ende im Schneesturm. Der Krieg ist sinnlos, grausam und abzulehnen, diese Botschaft kommt auch hier gut durch.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kommen wir nun zu den amerikanischen Produktionen. Die erste davon ist sicher auch die bekannteste. Steven Spielbergs "Schindlers Liste" ist der wohl beste Holocaust-Film, bis heute und kann trotz seiner nun bald 20 Jahre immer noch grandios beeindrucken. Das liegt nicht nur an den offensichtlichen Schauwerten, der großartigen Ausstattung und, vor allem, den gigantischen Schauspielern. Es liegt auch und gerade an der Geschichte, die erzählt wird. Dieser Schindler ist nicht von Anfang an der Messias der Juden, ein deutscher Widerstandskämpfer und Idealist. Zu Beginn ist er ein reiner Unsympath. Er betrügt seine Frau, ist ein widerlicher Bohemien, der sich vom Kriegsdienst drückt und außerdem ein gigantischer Kriegsgewinnler. Als er mit einem schleimigen Lächeln erklärt, Juden seien die billigsten Arbeitskräfte, weswegen er sie verwende, und andere Juden zwecks Arbeitsvermittlung besticht - da können keine Sympathien bei ihm liegen, auch nicht bei den ambivalenten anderen Gestalten. Selbst Itzak Stern bleibt am Anfang merkwürdig ambivalent, obwohl gerade er der moralische Fixpunkt der Geschichte sein wird.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://dvd.fnw.ch/upload/imageurl_2_item581.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://dvd.fnw.ch/upload/imageurl_2_item581.jpg" width="237" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Zuschauer erlebt stattdessen durch Schindlers Augen die Grauen des Holocaust mit. Genauso wie Schindler wird dem Zuschauer Stück für Stück das wahre Ausmaß des Holocaust eröffnet, das Grauen nahegebracht, kann man gar nicht anders als mitzufühlen. Diese Leistung, die hochkomplexe Charaktere und ihre moralische Ambivalenz, ihre zur späteren Erlösung quasi notwendige Mitschuld so eindringlich darstellt, ist der erste Baustein des Films. Der zweite liegt in der Figur der Nazis, besonders in der des KZ-Kommandanten Amon Goeth. Es handelt sich nicht einfach nur um einen fanatischen Nazi. Goeth hat nur wenig für die Rassenideologie der Nazis übrig, wie die meisten Protagonisten des Films. Die Naziherrschaft gibt ihm vielmehr die Möglichkeit, seine eigenen dunklen Seiten auszuleben, seinen Hedonismus und Sadismus, seinen Größenwahn und seine Stillosigkeit. Es sind die Menschen selbst, die den Nationalsozialismus und die schreckenerregende Vernichtungsmaschine formen, niemand sonst, und niemand kann ihnen diese Verantwortung abnehmen - wir sehen an Schindler selbst, wie man sich seiner Verantwortung bewusst machen kann, und wir sehen am Beispiel Goeth das menschliche Scheitern. Die Verantwortung bleibt bei denen, die mitmachen - das ist wichtig und selten in diesen Filmen.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mit dem zweiten Beispiel unserer Reihe wenden wir uns der amerikanischen Nabelschau zu und von der deutschen Geschichte ab. Die HBO-Miniserie "John Adams", 2008 in sieben Teilen ausgestrahlt und in Deutschland immer noch nur als Import erhältlich, erzählt die Geschichte von John Adams vom Boston Massacre 1770 bis zu seinem fast gleichzeitigen Tod mit Thomas Jefferson am 4. Juli 1826. Die Trubel des Unabhängigkeitskrieges, seine Botschafterzeit in Frankreich und England, seine Präsidentschaft und seine abschließenden Tage als elder statesmen bilden den Rahmen der Erzählung. Es wäre zuviel gesagt, würde man der Serie einen kohärenten und packenden Spannungsbogen unterstellen; dafür sind die einzelnen Abschnitte zu sehr auf die historische Genauigkeit angelegte Kammerspiele, die Zeitsprünge zu groß, die Kontuinität der Personen nicht gegeben. Viel mehr werden exemplarisch Gründungsstationen der USA abgehandelt, auf eine Weise, die beeindrucken muss.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/7/73/JohnAdamsHBO.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/7/73/JohnAdamsHBO.jpg" width="240" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die erste Folge beispielsweise dreht sich hauptsächlich um das Boston Massacre und den folgenden Prozess gegen die beteiligten britischen Soldaten. Während ein aufgehetzter Mob ihre härteste Bestrafung forderte, verteidigte John Adams sie - und erreichte einen Freispruch, weil die erregte Masse selbst nicht unschuldig an der Eskalation war. Im Zweifel für den Angeklagten - und der Gegner genießt dieselben Rechte wie man selbst. Es sind Grundlagen des Rechtsstaats, die hier gezeigt werden. Umso verständlicher ist die Wut, die Menschen wie Adams empfinden, als die "Intolerable Acts" dann unter anderem einen Passus beinhalten, dass solche Prozesse künftig nur noch in England stattfinden dürfen. Der Widerstand gegen England und die Unabhängigkeit der USA stehen damit auch im Kontext der Grundrechte, deren Bedeutung hier zwischen den Zeilen deutlich gemacht wird. In der zweiten Folge wird der Kampf um die Unabhängigkeit geschildert, mit vielen emotionalen Reden vor der Versammlung. Hier werden Argumente abgewogen und wird erbittert um die Zukunft der Nation gerungen - friedlich, nur mit der Waffe des Wortes. Dies wird sich auch später fortsetzen, als die hohen Ideale in den Niederungen der Alltagspolitik zu verschwinden drohen. "John Adams" zeichnet hierbei ein detailgetreues und glaubhaftes Gemälde der damaligen Zeit, ohne Anachronismen zu zeichnen: die Akteure bleiben ihrer Zeit verhaftet, und Probleme wie der Umgang mit der Sklaverei keinesfalls verharmlost.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der letzte Film, den wir uns hier ansehen wollen, steht unter einem ähnlichen Stern. "The Conspirator", der unter dem Namen "Die Lincoln-Verschwörung" teilweise noch in den Kinos zu sehen ist, behandelt den Prozess gegen Mary Suratt und andere, die angeklagt waren, John Wilkes Booth bei der Ermordung Lincolns geholfen zu haben. Bis heute ist unklar, in wieweit diese Anschuldigungen zutreffen, und Robert Redford hat versucht, sich so getreu wie möglich an die Fakten zu halten, als er den Film schuf. Das Ergebnis ist deswegen höchst ambivalent; ob Mary Suratt nun schuldig war oder nicht ist nicht zu klären. Interessant ist dieser Film aus mehreren Gründen. Zuerst einmal ist es das Erstlingswerk der neu gegründeten "&lt;a href="http://www.theamericanfilmcompany.com/"&gt;American Film Company&lt;/a&gt;", einer Filmfirma, die sich der Umsetzung von Themen der amerikanischen Geschichte verschrieben hat (aktuell in der Mache sind "The Arsenal" über &lt;a href="http://geschichts-blog.blogspot.com/2010/11/vom-missouri-kompromiss-zur-sezession.html"&gt;John Brown's Raid of Harper's Ferry&lt;/a&gt; und "Midnight Riders", in dem es um die &lt;a href="http://geschichts-blog.blogspot.com/2010/07/der-ausbruch-der-amerikanischen.html"&gt;Schüsse von Lexington/Concord&lt;/a&gt; geht). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.theamericanfilmcompany.com/dispatch/_depot/articles/476w/bc912c4af0b8c698e737bb25c07e0e67.png" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://www.theamericanfilmcompany.com/dispatch/_depot/articles/476w/bc912c4af0b8c698e737bb25c07e0e67.png" width="284" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der Versuch, die amerikanische Geschichte - und hierbei besonders ihre Entstehungsgeschichte - auf ein filmisches Fundament zu stellen ist ambitioniert. Überraschend ist vor allem, dass die American Film Company den Ansatz verfolgt, historisch so akkurat wie möglich sein zu wollen. Wie genau das aussieht, kann man in "The Conspirator" gerade bewundern. Es ist wirklich beeindruckend, wie der Film konsequent die Position des Zuschauers herausfordert. Der Protagonist, ein gerade verwundet und dekoriert aus dem Krieg heimgekehrter Leutnant, wird zum Pflichtverteidiger der Angeklagten bestellt, die vor einem M&lt;span id="goog_1928053762"&gt;&lt;/span&gt;&lt;span id="goog_1928053763"&gt;&lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.blogger.com/"&gt;&lt;/a&gt;ilitärgericht verurteilt werden sollen. Er hasst die Aufgabe, da er die Angeklagten am Liebsten tot sehen würde, muss jedoch bald erkennen, dass Grundrechte auch und gerade für den Feind ebenfalls gelten müssen. Diese Erkenntnis aber wird von seiner Umgebung nicht geteilt, und bald ist der Rechtsanwalt in Washington eine persona non grata. Spätestens wenn voller Überzeugung "Our Founding Fathers crafted a constitution precisely for times like this!" dem ewiggleichen Argument entgegengeworfen wird, dass in Kriegszeiten das Recht vor der Notwendigkeit hintenanstehen müsse weiß man, auf welches Fundament dieser neue Amerika-Mythos gestellt werden soll, den die American Film Company hier begründet. Vom stupiden Hurrapatriotismus, wie ihn Mel Gibson in "Der Patriot" oder Josh Hartnett in "Pearl Harbor" pflegen durften sind wir weit entfernt. Es geht um Werte und das Einstehen für Werte, für konkrete Grundrechte und ihre Bedeutung gerade in Zeiten ihrer Gefährdung. Hier wird nicht "für die Freiheit" gestorben, ohne dass man je erfahren würde was das eigentlich sein soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die neuen Filme, die hier vorgestellt wurden, sind deswegen überaus wertvoll. Wie leicht wäre es, Deutschland einen ähnlichen, gewaltigen und, vor allem, demokratisch-liberalen Gründungsmythos zu verschaffen! Ein Traum, würde eine Serie wie "John Adams" oder "Rom" etwa für die Zeit der Deutschen Revolution 1918/19 erstellt! Welch einen Film könnte man aus der Paulskirchenrevolution 1848/49 machen! Und was bekommen wir stattdessen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amazon-Kauflinks:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0017I1GAC/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B0017I1GAC"&gt;John Adams&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001HUGYN4/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B001HUGYN4"&gt;Rom &lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0001E8BG0/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B0001E8BG0"&gt;Schindlers Liste&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000HDZBZO/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B000HDZBZO3"&gt;Stalingrad&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00067R3FC/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B00067R3FC"&gt;Das Boot - Fernsehversion&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B002LEZ2KG/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B002LEZ2KG"&gt;Die Brücke&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trailer:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=4LzovRI4zig"&gt;The Conspirator&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=9CNbQOrxQ-g"&gt;John Adams&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=Mdck1MgSS1I"&gt;Schindlers Liste&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ulq0dg-Yx0o"&gt;Stalingrad&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=LMj0_wCn6jM"&gt;Das Boot&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=uecjvBaF_Oo"&gt;Die Brücke&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9e41dc1e85164bcbba19210c3748062f" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2811294919545171635?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2811294919545171635/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/war-im-fernsehen-fruher-alles-besser.html#comment-form' title='16 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2811294919545171635'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2811294919545171635'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/war-im-fernsehen-fruher-alles-besser.html' title='War im Fernsehen früher alles besser?'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>16</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-165339494477852183</id><published>2011-10-08T19:39:00.002+02:00</published><updated>2011-10-08T19:39:29.043+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Freunde der Geschichtswissenschaft finden sich &lt;a href="http://www.online-vorlesungen.de/Videos/Geschichte/"&gt;hier&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://videoonline.edu.lmu.de/fakultaet/fakultaetsuebergreifend/LMU-Ringvorlesung"&gt;hier&lt;/a&gt; online Geschichtsvorlesungen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-165339494477852183?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/165339494477852183/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstuck_08.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/165339494477852183'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/165339494477852183'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstuck_08.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-4445777838655625585</id><published>2011-10-06T09:00:00.004+02:00</published><updated>2011-10-06T17:35:00.283+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadiskussion'/><title type='text'>Zum Elend des deutschen Geschichtsfernsehens</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.abload.de/img/der_untergang_extended67w7.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://www.abload.de/img/der_untergang_extended67w7.jpg" width="240" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Man muss vermutlich dankbar dafür sein, dass die Welle der deutschen Fernsehfilme zu irgendwelchen zeitgeschichtlichen Themen inzwischen vorbei ist. Losgetreten wurde sie von "Der Untergang", dicht gefolgt von Filmen wie "Die Flucht", "Die Gustloff" und "Die Luftbrücke". Es gibt noch weitere Melodrame etwa über die Hamburger Flut, aber die vier erwähnten scheinen mir die aussagekräftigsten für das Problem zu sein, das hier besteht. Man muss es sagen wie es ist: die Machart der Filme ist stets professionell, spannend und mitreißend, die Botschaft dagegen ist revisionistische Kacke. Man verzeihe mir die harte Wortwahl, aber man kann es kaum netter sagen. Was hier präsentiert wird, erinnert in seiner süß-harmlosen Dramatik frappant an die Unterhaltungsbranche der Nazi-Zeit und in der politischen Botschaft an die Hochphase des Kalten Krieges in den 1950er Jahren und das stete konservative Amalgam der Relativierung des Dritten Reiches. Sehen wir uns die Filme kurz an.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Der Untergang" aus dem Jahre 2004 ist noch das beste Beispiel dieser Filme. Mit großer Authenzität bringt er die letzten Tage des Dritten Reiches auf den Bildschirm. Allein, was sich zwischen den zahlreichen historisch verbürgten Details abspielt erstaunt bisweilen. Im Zentrum des Films soll die Figur der Traudl Junge stehen, Hitlers Sekretärin, die herzzerreißend besetzt ist und stets mit unschuldigen braunen Augen in die Kamera blickt. Dummerweise ist sie nicht die Hauptfigur; sie bleibt bis zum Ende ein naives Dingchen, das die Geschehnisse um sie herum lediglich wahrnimmt, ohne sie zu reflektieren und wohl auf diese Art und Weise die Zuschauerreaktion vorwegnimmt. Der eigentliche Fixpunkt des Films ist Hitler. Genau das war die überwältigende Kritik bereits vor der Veröffentlichung. Zweifellos, Bruno Ganz spielt die Rolle überragend. Seine Darstellung Hitlers ist praktisch makellos. Das Problem ist vielmehr das Drehbuch Bernd Eichingers.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;a href="http://www.movieposterdb.com/posters/05_10/2004/0363163/l_56062_0363163_fe4357fe.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://4.bp.blogspot.com/_iL7fBpJPhRM/S7B-z7sG_lI/AAAAAAAABus/QJhGep5xXCU/s320/Der+Untergang.jpg" width="225" /&gt;&lt;/a&gt;Der nämlich lässt Hitler als einen halbirren Wüterich erscheinen, gesteht ihm einige wenige - zu Unrecht viel kritisierte - kurzen menschlichen Erscheinungsmomente zu und begnügt sich damit, eine Ansammlung aus Fakten, bekannt aus Fests Hitler-Biographie, in der korrekten Abfolge aneinanderzureihen. Die Figuren des Films bleiben deswegen, trotz aller schauspielerischen Leistungen, reine Staffage, leere Schablonen in ihren Rollen. Das Vakuum, das Eichingers Drehbuch schafft, wird nie gefüllt. Stattdessen muss der Zuschauer das selbst tun, aber es bleibt ihm hierfür als Referenzrahmen lediglich das dürre, mit opulenter Darstellung übertünchte Gerüst Eichingers. Die Interpretation, die sich so aufdrängt, kann nur lauten: eine Riege halb wahnsinniger Nationalsozialisten, die gewissermaßen aus dem Nichts kamen, nahm das ganze Reich in Geißelhaft. Wer sich wacker dagegen auflehnte, wie die Figur des Kriegskrüppels, endet mit dem Tod. Der Tod Hitlers ist zugleich eine Befreiung der Deutschen. Die einfallenden Russen indessen sind eine moderne Version von Dschingis Khans Horde, gesichtslos, meist betrunken und nur aus der Ferne unterschiedslos auf Zivilisten und Soldaten schießend.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am auffallendsten aber ist die Darstellung der Militärs außerhalb des Bunkers. Sie repräsentieren die längst als Mythos entlarvte "gute Wehrmacht", kämpfen nur zum Schutz der Zivilisten und nutzen die Spielräume der Führerbefehle um Menschenleben zu retten. Besonders der SS-Arzt Schenk fällt hier auf, dem es lediglich um Zivilisten geht und der dafür mal eben dem feist-korrupten Wehrmachtsgeneral die Gefolgschaft verweigert. Es entsteht ein kollektives Reinwaschen der Deutschen: auf der einen Seite wenige Nazis, auf der anderen Seite die irgendwie unschuldig hineingerutschten Deutschen. An keiner Stelle wird der Nationalsozialismus reflektiert, lediglich in pointierten Szenen von Fanatikern vertreten, die alle anderen, vernünftigen Charaktere abstoßen. Einen Erklärungsansatz bietet der Film so nicht, stattdessen mäandert er zwischen dem kollektiven "Rollenspiel, mit dessen Hilfe sich die Deutschen mit ihren Großvätern versöhnen können" (Peter Kümmel) und letztlich zusammenhanglosen Kammerspielen hin und her. Gerade die in diesem Folm kolportierte Sicht aber, dass die Deutschen letztlich alle aus nie geklärten Gründen Opfer der Nazis und von diesen beherrscht, verhext und unterdrückt wurden, geht an den historischen Tatsachen und der Notwendigkeit einer ernsthaften Aufarbeitung entschieden vorbei.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://media.buch.de/img-adb/14380107-00-00/die_flucht.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://media.buch.de/img-adb/14380107-00-00/die_flucht.jpg" width="226" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Noch wesentlich schlimmer aber ist der 2007 erschienene Fernsehfilm "Die Flucht". Der Plot dreht sich hierbei um eine junge ostelbische Gräfin, die vor den anrückenden sowjetischen Truppen die Flucht des Gesindes, der Verwandten und der umliegenden Menschen nach Westen organisiert. Dieser Film stellt den unrühmlichen Höhepunkt des revisionistischen Mists dar, der in diesen Filmen verarbeitet wird. Einerseits wird ein ostelbisches konservatives Idyll konstruiert, mit der Gräfin, die herzlich und mitfühlend ihr Land regiert und einem Gesinde, das sich in seine gottgegebene Stellung fügt. Bereits dieses Gesellschaftsbild ist sehr trügerisch und gefährlich und weist in der heroischen Darstellung des Adels keinerlei Kritik an der Rolle eben dieses Adels im Dritten Reich auf. Das echte Problem des Films aber ist nicht diese Überzeichnung einer heilen Welt in Ostelbien, auch wenn das schon ärgerlich genug wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Problem besteht vielmehr in der Darstellung des Feindes. Der Spiegel vergleicht sie völlig zu Recht mit alten Western: die Sowjets spielen hier die Rolle der grausamen Indianer, die den wehrlosen Siedlertreck überfallen. Sie sind eine Kraft des Bösen, urtümlich und mit der unbeherrschbaren, unpersönlichen Gewalt einer Naturkatastrophe über das Land hereinbrechend. Die maximale Kritik, zu der diese Fernsehfilme in der Lage sind, ist die Schuld an diesem Ausbruch den Deutschen selbst zu geben, die schließlich die Aggressoren waren. Daran, dass eine bösartige, wilde und unziviliserte "rote Flut" gewissermaßen nur auf den Ausbruch gewartet habe und sich nun kollektiv und gesichtslos gegen die armen Deutschen stemmt, lassen die Darstellungen aber nie einen Zweifel. Ob "die Russen" nun mordbrennend und vergewaltigend ein friedliches Dorf überfallen oder nur als ominöse, unsichtbare Bedrohung im Hintergrund sind - sie werden konsequent entmenschlicht, auf die Spitze getrieben in dem Dialog, der diese Entmenschlichung auch noch als Fakt postuliert. Hitlers größte Schuld scheint&amp;nbsp; nunmehr einzig darin zu bestehen, diese Flut ausgelöst zu haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://reflexion.blogsport.de/images/die_gustloff.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://reflexion.blogsport.de/images/die_gustloff.jpg" width="226" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Quasi der Zwilling der "Flucht" ist die Inszenierung des Untergangs der "Wilhelm Gustloff" aus dem gleichen Jahr. In "Die Gustloff" sehen wir erneut ostpreußische Flüchtlinge sich wacker der aus Osten heranrollenden roten Flut entziehen, erneut das Widerspiel von wenigen fanatischen Nazis und der großen Masse anständiger, irgendwie unfallartig ins Geschehen involvierter Deutscher. Die Grundgeschichte ist relativ simpel: massenhaft Flüchtlinge, einige Marinesoldaten und einige Nazis quetschen sich zusammen auf die Gustloff, um der russischen Horde zu entkommen. Unterwegs begeht man taktische Fehler und schließlich wird die "Gustloff" dank des Funkspruchs eines Verräters von einem sowjetischen U-Boot aufgefunden und versenkt; rund 90% der Passagiere sterben in der größten Seekatastrophe aller Zeiten. Der Versuch des Regisseurs, ein gewaltiges Drama zu entwickeln, missfiel sogar der sonst den Produktionen reichlich zugeneigten FAZ. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Probleme sind die gleichen wie bei "Die Flucht". Über der Ostsee verschwimmen alle Grenzen, die Figuren sind Schablonen. Die historische Darstellung ist ein Flickwerk aus Fakten, aus im Gegensatz zum "Untergang" glatt erfundenen Szenen und geschickten Auslassungen, die der Zuschauer mit durch die gezeigten Szenen hervorgerufenen Assoziationen füllen muss. Wieder drängt sich der Eindruck auf, die Deutschen seien Opfer einer in letzter Konsequenz unverschuldeten Katastrophe oder würden sich durch ihr Verhalten im Kulminationspunkt der Krise zumindest reinwaschen. Die Bildsprache, die der Entmenschlichung der Sowjets weiter Vorschub leistet und sie geradezu als unmenschliche Teufel stilisiert, tut ihr Übriges. Richtig ärgerlich ist aber die Hinzufügung des Verräters, der angeblich einen Funkspruch absendet (und am Schluss darüber aus obskuren Gründen Selbstmord begeht). Angeblich wurde er in sowjetischer Kriegsgefangenenschaft gehirngewaschen, vielleicht war er auch schon immer Kommunist und damit Volksfeind, so genau weiß man es nicht. Man will es auch nicht wissen, denn zu deutlich dient die Rolle lediglich dem Erzeugen der gewünschten Bilder und Assoziationen. Der Verräter ringt mit seinen zwei Seiten, dem deutschen Menschen und dem sowjetischen Unmenschen, und am Ende bleibt das Ergebnis eine Entscheidung für die deutsche Menschlichkeit, der man in bester Samuraimanier nur durch Rettung der eigenen Ehre im Freitod nachkommen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://pe4.hmcdn.de/media/item/30/12/9/item_L_30129_48819981.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://pe4.hmcdn.de/media/item/30/12/9/item_L_30129_48819981.jpg" width="225" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Eine etwas feinere Austarierung des Feindbildes und einen Beitrag zum neuen Gründungsmythos der BRD bietet "Die Luftbrücke". Sie fällt aus den drei anderen Filmen heraus, weil sie sich nicht mehr hauptsächlich der Relativierung der Nazizeit widmet. Vielmehr kümmert sie sich um die Erschaffung einer bundesrepublikanischen Gründerlegende. Die geht ungefähr so: unter tatkräftiger Mithilfe heroischer Amerikaner entdecken die Westdeutschen ihre Kraft zur Hilfe zur Selbsthilfe und ihre von der Diktatur verdeckten freiheitlichen Züge. Sie kämpfen gemeinsam mit den Westalliierten für die Freiheit und gegen den Ostblock, in dem eine neue Diktatur des Bösen entsteht und die unschuldigen Deutschen, ebenfalls freiheitsliebend, verschlingt. Die Geschichte des Films folgt dem Schicksal des amerikanischen Generals Tuner, dem man eine Liebesgeschichte mit einer Deutschen andichtet, um ihn Casablanca-tauglich dem deutschen Publikum als Helden akzeptabel zu machen. Dieser erfindet die Luftbrücke und verteidigt sie zusammen mit seinen Kameraden gegen die Eingriffe der finsteren Sowjetmacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die historischen Fehler, die dem Werk zugrundeliegen, dienen fast sämtlich der Dramatisierung und sind im Großen und Ganzen ebenso verzeihlich wie vernachlässigbar. Das Problem dieses Films ist vielmehr die unreflektierte Schaffung eines Gegensatzes von Freiheit vs. Unterdrückung, die hier erneut durch die systematische Entmenschlichung und Kollektivierung der Sowjetmacht entsteht, die sich der humanitären Intervention entgegenstellt und versucht, Millionen Zivilisten Kälte und Hunger preiszugeben, während dem auf der westlich-freiheitlichen Seite nichts anderes als purer Opfermut und edle Selbstaufgabe entgegensteht. Dass, unhistorisch, sogar sowjetische Angriffe auf die Luftbrücke inszeniert werden passt da nur ins Bild. Millionen Deutsche haben quasi die Jahre der Nazi-Diktatur erduldet, in sehnlicher Erwartung der Freiheit, die sie nun mit ihren amerikanischen Befreiern endlich Hand in Hand verwirklichen können. Das Bedürfnis der Brüder im Osten dagegen bleibt unerfüllt. Der Begriff der Freiheit aber wird nie positiv gefüllt. Letztlich ist er diffus, wirkt mehr wie die Erfüllung materieller Bedürfnisse als irgendwelcher Ideale. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei allen vier Filmen interessant und seltsam deckungsgleich ist die Rolle der Frau. Sie sticht hervor, wirkt anachronistisch. Fast sonders sind die Frauen emanzipierte Wesen, willensstark und durchsetzungsfähig, aber trotzdem mit einer konservativen Schlagseite. Glaubwürdige Charaktere der Epoche sind sie nicht. Ihre Funktion in der Geschichte ist jedes Mal, den emotionalen Identifikationspunkt des Zuschauers zu bieten, den Anker zu bilden, an dem das Melodram hängt und seinen kitschigen Verlauf nimmt, um zwischen all den Faktenfacetten einen roten Erzählungsfaden zu spannen. Sie reflektieren eher das modern-konserative Frauenbild der Filmemacher, ihre Idealvorstellung eines frauentypischen Rollenmodells, als ein Abbild der jeweiligen Epoche (was im Übrigen für die dieses Frauenbild akzeptierenden Männerrollen ebenfalls gilt). Hier vermicht sich am deutlichsten und gleichzeitig verstecktesten, weil scheinbar harmlosesten, die Absicht der Revision, der Transportierung einer Botschaft, unter dem kitschigen Melodram eines reinen historischen Unterhaltungsfilms, der sich gerne als moderne Neuinterpretation von "Sissi" und Konsorten geriert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gefährlich für das geschichtliche Bewusstsein der Deutschen sind diese Filme alle. Sie relativieren die Nazizeit in einer Weise, die eine reflektierte und sinnvolle Beschäftigung mit ihr praktisch unmöglich macht, schaffen einen in grellen Schwarz- und Weißtönen gehaltenen Gründungsmythos der BRD und entledigen sich quasi auf dem kalten Wege jeder Mitschulddiskussion der Deutschen. Gerne präsentieren sich die Filmemacher, allen voran Bernd Eichinger, dabei als mutige Tabubrecher gegen die "Kollektivschuldthese", die so ohnehin nicht existiert. Sie schieben eine nicht existente Phantomdebatte vor, um ihre eigenen geschichtswissenschaftliche Agenda durchzudrücken, und sie sind außerordentlich erfolgreich damit. Es wird Zeit, dass man sich ihnen in den Weg stellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Links:&lt;br /&gt;Spiegel-Kritiken zu "&lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,469480,00.html"&gt;Die Flucht&lt;/a&gt;" und "&lt;a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,318031,00.html"&gt;Der Untergang&lt;/a&gt;"&lt;br /&gt;FAZ-Kritik zu "&lt;a href="http://www.faz.net/artikel/C31013/fernsehdrama-schmacht-fiel-ueber-gotenhafen-30121346.html"&gt;Die Gustloff&lt;/a&gt;", Konkret-Kritik zu "&lt;a href="http://www.filmzentrale.com/rezis/gustloffdk.htm"&gt;Die Gustloff&lt;/a&gt;" &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amazon-Kauf-Links:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0002Z16HY/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B0002Z16HY"&gt;Der Untergang&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000NA254Q/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B000NA254Q"&gt;Die Flucht&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001251S9Y/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B001251S9Y"&gt;Die Gustloff&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000BGWIKS/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B000BGWIKS"&gt;Die Luftbrücke&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/39669a9453d649329cedc355cd7ddf2a" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-4445777838655625585?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/4445777838655625585/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/zum-elend-des-deutschen.html#comment-form' title='26 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/4445777838655625585'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/4445777838655625585'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/zum-elend-des-deutschen.html' title='Zum Elend des deutschen Geschichtsfernsehens'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_iL7fBpJPhRM/S7B-z7sG_lI/AAAAAAAABus/QJhGep5xXCU/s72-c/Der+Untergang.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>26</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-6834713687478479269</id><published>2011-10-04T11:24:00.000+02:00</published><updated>2011-10-04T11:24:05.664+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vincent Schmalbach hat ein &lt;a href="http://www.readup.de/on/geschichte"&gt;E-Book&lt;/a&gt; zum Thema Weltgeschichte veröffentlicht, das kostenlos downgeloadet werden kann.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-6834713687478479269?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/6834713687478479269/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstuck_04.html#comment-form' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6834713687478479269'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6834713687478479269'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/10/fundstuck_04.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-5739540496416635284</id><published>2011-09-30T09:24:00.000+02:00</published><updated>2011-09-30T09:24:04.533+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadiskussion'/><title type='text'>Von der Zivilisation</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/%D0%9A%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9_%D0%B2%D0%B5%D0%BA_%281%29.jpg/800px-%D0%9A%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9_%D0%B2%D0%B5%D0%BA_%281%29.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="207" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/%D0%9A%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9_%D0%B2%D0%B5%D0%BA_%281%29.jpg/800px-%D0%9A%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9_%D0%B2%D0%B5%D0%BA_%281%29.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Zarte Anfänge der Zivilisation&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Der Begriff der Zivilisation ist ein merkwürdig undefinierter Begriff. Häufig spielt er auf einen bestimmten Stand kultureller Entwicklung an, meist vor allem, um ihn von den primitiven Agrar- und Stammesgesellschaften der menschlichen Frühgeschichte abzuheben. Eine ganz eigene, negative Definition erhielt er während der Zeit des deutschen Kaiserreichs, in dem er als pejorativer Begriff mit dem angelsächsischen Raum verbunden und dem eigenen Begriff der deutschen "Kultur" gegenübergestellt wurde. In diesem Bild, dessen Nachhall selbst heute spürbar bleibt, ist "Zivilisation" etwas kaltes, technisches, seelenloses. Man besitzt Maschinen und gewisse materielle Komforts, aber man ist gewissermaßen als Mensch zurückgeblieben. Diese Definition teile ich nicht. Zivilisation ist viel mehr etwas, das noch nicht lange existiert, das fragil und beständig gefährdet ist und das sich aus sechs Teilen zusammensetzt, die alle notwendig sind um eine echte Zivilisation zu konstituieren und zu erhalten. Gefährdet und fragil ist Zivilisation deswegen, weil bereits das Fehlen eines einzelnen dieser Teile reicht, um sie zu zerstören und etwas anderem, düstererem Platz zu machen. Wir werden dies im Folgenden im Detail beobachten können.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mein Zivilisationsbegriff entscheidet drei Sicherheiten und drei Freiheiten. Sie kreisen um die Zuschreibungen "persönlich", "politisch" und "wirtschaftlich". Folgerichtig benötigt Zivilisation persönliche Freiheit und persönliche Sicherheit, politische Freiheit und politische Sicherheit, wirtschaftliche Freiheit und wirtschaftliche Sicherheit. Einige dieser Sicherheiten und Freiheiten haben Staaten früher, andere später entwickelt; manche Staaten besitzen gar keine (das aber sind die wenigsten). Gemein ist ihnen allerdings, dass erst die Einheit aller sechs Merkmale eine Zivilisation konstituiert. Je feiner und besser ausgestaltet sie sind, desto besser geht es den Menschen in dem fraglichen Staatsgebilde.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/02/Magna_Carta.jpg/800px-Magna_Carta.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="213" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/02/Magna_Carta.jpg/800px-Magna_Carta.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Magna Charta (1215)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Befassen wir uns zuerst mit der persönlichen Sicherheit. Sie umfasst im Wesentlichen die körperliche Unversehrtheit und den Schutz vor willkürlicher Gewalt, auch und besonders von staatlicher Seite. Zu der Ideengeschichte der persönlichen Sicherheit gehört beispielsweise das römische Bürgerrecht, das zumindest in eingeschränktem Maße einen Schutz vor Willkür bot, oder die englische Magna Charta, die zum ersten Mal die Grundrechte des "freien Mannes" festlegte. Allerdings dürfen diese Errungenschaften in Hinblick auf das Kriterium persönlicher Sicherheit nicht überbewertet werden. Sie erstreckten sich stets nur auf einen Teil der Bürger - mindestens Männer, meist aber nur eine eingeschränkte Oberschicht - und waren vor der obersten politischen Autorität - meist einem Monarchen - nicht sicher. Erst die Verfassungsbewegungen des 18. und 19. Jahrhunderts machten sich ernsthaft daran, die persönliche Sicherheit umzusetzen. Vorreiter waren hier besonders England, Frankreich (allerdings nur während der Revolutionsperiode) und ganz besonders die Vereinigten Staaten. Einen umfassenden Schutz der persönlichen Sicherheit erlebten weite Teile Europas denn aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Kodifizierung der Menschenrechte und die effektive Abschaffung des Krieges als Mittel der Politik innerhalb der "Ersten Welt" die Sicherheit der Bürger weitgehend gewährleistete. Essenziell ist es, dass Grund- und Menschenrechte universal sind: die  Garantie der persönlichen Sicherheit erstreckt sich nicht allein auf  Bürger des eigenen Staates - und das ist weitgehend noch kein Konsens -,  sondern auch auf alle anderen Menschen dieser Erde. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Verletzt wird der Absolutheitsanspruch der persönlichen Freiheit am stärksten im Krieg. Das Töten von Menschen und damit die größtmögliche Verletzung ihrer persönlichen Freiheit gehören hier quasi inhärent dazu. Daraus folgt, dass Krieg wenn irgendmöglich zu vermeiden ist. Dies ist natürlich nicht möglich, wenn man angegriffen wird, und nicht wünschenswert in einigen anderen Fällen. Existiert beispielsweise ein Regime, das die Freiheiten und Sicherheiten einschneidend verletzt - beispielsweise das nationalsozialistische Deutschland - kann es geboten sein, die kleinere Verletzung der persönlichen Freiheit durch Krieg hinzunehmen, um die große der Konzentrationslager auszumerzen. Diese Abwägung zu treffen ist jedoch sehr schwierig und kann kaum verallgemeinernd beantwortet werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/75/Hendricks-leboeuf.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/75/Hendricks-leboeuf.jpg" width="310" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Erste "Homo-Ehe" Quebecs&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Persönliche Freiheit, auf der anderen Seite, ist eine deutlich schwieriger zu umgreifende und zu definierende Kategorie. Sie umfasst letztlich die Lebensentwürfe und ihre Umsetzung, und sie stößt naturgemäß an Grenzen, ja, muss an Grenzen stoßen, nämlich spätestens dort wo die persönliche Freiheit und Sicherheit anderer beeinflusst wird. Schwierig ist hier auch die Definition dessen, was überhaupt privat und persönlich ist, was akzeptiert ist und was nicht. Noch vor 50 Jahren waren gleichgeschlechtliche Beziehungen in der Bundesrepublik strafbar, und erst im letzten Jahrzehnt wurde ihnen ein annähernd gleicher Rechtsstatus wie "traditionellen" Partnerschaften verliehen. Auf der anderen Seite ist ein persönlicher Lebensentwurf als Serienkiller nicht machbar. Grenzen werden also von der Gesellschaft gesetzt, müssen gesetzt werden. Eine Gesellschaft ohne solche Grenzen besteht aus einer reinen Anarchie. Die Garantie der persönlichen Freiheit ist also immer ein Balanceakt, und ein äußerst diffiziler noch dazu. Die Auslotung der Grenzen erfordert mehr Fingerspitzengefühl, als die Gesellschaft meist besitzt, weswegen die rechtlichen Rahmenbedingungen sich häufig erst mit einer gefühlten Verspätung von ein bis zwei Dekaden ändern, ob das nun die Abtreibung oder die sexuellen Neigungen anbelangt. Es ist auch unmöglich, die Grenzen vorauszuahnen - früher beispielsweise waren die Grenzen des sexuellen Umgangs mit Kindern wesentlich weniger hart als heute, und wer weiß ob sie nicht in dreißig Jahren wieder anders definiert sein werden? Vorauszusehen ist das kaum, und die stete Wandlung, der die Gesellschaft hier unterworfen ist, macht die Festsetzung unwahrscheinlich schwierig, während die Kriterien für persönliche Sicherheit über Jahrtausende dieselben geblieben sind. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gerade auf dem Feld persönlicher Freiheiten finden die erbittertsten Auseinandersetzungen innerhalb einer Gesellschaft statt. Wie sieht es beispielsweise, nur um zwei aktuelle Themenfelder aufzugreifen, mit der Ausübung des Islam als Religion und der Wahrung heimischer Kulturgüter als Immigrant aus? Oder, um den Blick in die USA zu wenden, welche Rolle soll dem Schutz ungeborenen Lebens zustehen? Solche Fragen können kaum so eindeutig beantwortet werden, wie dies auf dem Feld persönlicher Sicherheit möglich ist. Eine Gesellschaft muss sich konstant einer Grundwertediskussion stellen und in der Lage sind, sich wandelnd auf neue Umstände einzustellen. Andernfalls ist die Durchsetzung persönlicher Freiheit kaum denkbar. Essenziell, wenn auch weithin noch kaum beachtet, ist die&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/df/Bundesarchiv_Bild_102-02985A,_Berlin,_Fackelzug_zur_Machtergreifung_Hitlers.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="238" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/df/Bundesarchiv_Bild_102-02985A,_Berlin,_Fackelzug_zur_Machtergreifung_Hitlers.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Fackelzug zur "Machtergreifung"&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Kommen wir zum Feld politischer Sicherheit. Dieses Feld überlappt sich teilweise mit dem der persönlichen Freiheit, geht jedoch in einigen Bereichen einen Schritt weiter. Grob gesagt muss mit der politischen Sicherheit sichergestellt sein, dass niemand für seine politischen Überzeugungen benachteiligt oder gar in seiner persönlichen Sicherheit bedroht wird. Allerdings, und hier unterscheidet sich die politische Sicherheit von der persönlichen Sicherheit, ist dieser Anspruch nicht absolut. Die Erfahrung der Weimarer Republik hat schmerzlich bewiesen, dass es einer politischen Gesellschaft unmöglich ist, die politische Sicherheit derer zu gewährleisten, die ihre Grundwerte nicht teilen. An einem Beispiel ausgedrückt: die politische Sicherheit eines überzeugten Nazis ist nicht nur nicht gesichert, sie kann und darf nicht gesichert sein. Wo politische Überzeugungen andere Sicherheiten und Freiheiten gefährden, ist die politische Sicherheit (genausowenig übrigens wie die politische Freiheit) zu gewährleisten. Dieses Diktum öffnet zwar einen breiten Raum für Interpretationen und Missbrauch, ist aber für sich selbst zwangsläufig absolut.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein mindestens ebensowichtiger Bestandteil politischer Freiheit, das darf nicht vergessen werden, ist der Schutz vor politischer Diskriminierung. Nur weil ich der CDU angehöre, darf ich unter einer SPD-geführten Regierung nicht benachteiligt werden oder umgekehrt. Die politische Affiliation - wiederum mit Ausnahme solcher politischer Präferenzen, die aktiv an der Zerstörung der geltenden Ordnung arbeiten und gleichzeitig den sechs Freiheiten und Sicherheiten widersprechen - darf keinesfalls in negativer Weise in die Behandlung eines Menschen einfließen. Das gilt übrigens auch umgekehrt: eine politische Präferenz darf genausowenig zu einer Bevorteilung führen. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e2/Imagen_de_los_Rostra_en_el_foro_romano.jpg/800px-Imagen_de_los_Rostra_en_el_foro_romano.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e2/Imagen_de_los_Rostra_en_el_foro_romano.jpg/800px-Imagen_de_los_Rostra_en_el_foro_romano.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Rednertribüne ("Rostra") in Rom&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Die politische Freiheit enthält deswegen, logisch folgend, die Möglichkeit sich politisch zu betätigen oder, was mindestens ebenso wichtig ist, sich politisch nicht zu betätigen. Im Gegensatz etwa zu den realsozialistischen Systemen, in denen ein kompletter Rückzug aus dem politischen Raum praktisch unmöglich war und die schon alleine deswegen das Kriterium politischer Freiheit nicht erfüllen, muss die Möglichkeit eines vollständigen Desinteresses an Politik gegeben sein. Die freie Betätigung findet ihre Grenzen freilich wie üblich dort, wo die Sicherheiten und Freiheiten anderer bedroht sind, besonders dann, wenn der politisch handelnde aktiv versucht, die geltende Ordnung durch eine zu ersetzen, in der sie weniger gut erfüllt sind als in der bestehenden. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kommen wir zum Problem der wirtschaftlichen Freiheit. Sie ist, neben der persönlichen Sicherheit, das Element mit der längsten und auch erfolgreichsten Geschichte. Zu allen Zeiten haben Herrscher erkannt, dass die Wirtschaftskraft des von ihnen beherrschten Raumes zunimmt, je mehr Freiheiten man den wirtschaftlich handelnden Subjekten zugesteht. Demzufolge war der Ausbau wirtschaftlicher Freiheiten auch stets ein vorrangiges Ziel der meisten Regierungen. Grenzen fand sie meist, wo Herrschaftsansprüche irgendwelcher anderer Fraktionen betroffen waren. Folgerichtig ging der Ausbau wirtschaftlicher Freiheiten auch umso schneller voran, je mehr die politischen Akteure selbst mit dem wirtschaftlichen Handeln verwoben waren, also vor allem mit der Verstädterung und dem Aufstieg des Bürgertums.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d8/Bernstein_Eduard_1895.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d8/Bernstein_Eduard_1895.jpg" width="239" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Eduard Bernstein, Reformer der SPD&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Der starke Ausbau wirtschaftlicher Freiheit ging jedoch allzuoft zulasten der wirtschaftlichen Sicherheit vieler. Diese letzte Kategorie war bis weit ins 19. Jahrhundert hinein überhaupt nicht existent. Eine "soziale Frage" hatte einfach nicht bestanden, Armut und Reichtum waren als gottgewollte Elemente hingenommen worden. Lediglich im Rahmen des gesunden Eigeninteresses der Herrschenden hatte es Abmilderungen schrecklicher Zustände gegeben. Auf die Idee, wirtschaftliche Sicherheit zu garantieren, ohne einen direkten Vorteil daraus zu haben, kam man erst sehr spät. Es waren Sozialismus und Kommunismus, die die Tür zu dieser Gedankenwelt weit aufstießen, und es sollte die von Deutschland ausgehende Verbreitung des Wohlfahrtsstaates sein, die ihr am deutlichsten Rechnung trug. Als jüngstes Element der sechs Freiheiten und Sicherheiten ist die wirtschaftliche Sicherheit das am wenigsten etablierte, das gefährdetste Element von allen. Es existiert praktisch kein echter Konsens über ihre Notwendigkeit, selbst in der westlichen Welt nicht, die sonst die anderen fünf im Großen und Ganzen einhält. Das ist ein ernsthaftes Problem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne wirtschaftliche Sicherheit nämlich ist eine funktionierende Demokratie nicht vorstellbar. Erst der große gesellschaftliche Konsens der Nachkriegszeit, der Ausbau des Sozialstaats und die Zusammenarbeit der Tarifpartner, schufen das tragfähige Fundament der Bundesrepublik, nicht etwa ihr Grundgesetz. Papier ist sehr geduldig, und es gibt zahllose Beispiele in der Geschichte dafür, dass die Zustimmung einer Gesellschaft zum Staatswesen in erster Linie wirtschaftlich motiviert ist, und dass die Freiheiten und Sicherheiten umso gefährdeter sind, je schlechter es um die wirtschaftliche Sicherheit steht. Paradoxerweise ist diese Erkenntnis bisher kaum durchgedrungen. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die obige Darstellung lässt nur einen sehr kleinen Kreis von Staaten als "zivilisiert" im Rahmen der Definition erscheinen. Das ist durchaus so gewollt. Die Decke der Zivilisation ist dünn, und in jeder Gesellschaft warten niedere und aggressive Instinkte geradezu darauf, an die Oberfläche zu brechen und beherrschend zu werden. Die aktuelle Euro-Krise zeigt dies deutlich genug. Nationale Ressentiments und rassistische Überzeugungen feiern fröhliche Urständ, als hätte es die 60 Jahre europäischer Einigung nie gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b7/Flag_of_Europe.svg/800px-Flag_of_Europe.svg.png" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="213" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b7/Flag_of_Europe.svg/800px-Flag_of_Europe.svg.png" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Flagge der Europäischen Union&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Man muss sich wirklich klar machen, dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in der westlichen Welt eine bis dato unerreichte Vollständigkeit der sechs Freiheiten und Sicherheiten sah. Die aktive Teilhabe eines großen Teils der Bevölkerung ist ein Zustand, der eigentlich das Ziel aller Politik sein müsste - die Herstellung echter Zivilisation also. Es eigentlich überraschend, dass dies nicht der Fall ist. Mehr oder weniger explizit hat sich die Politik von einigen dieser sechs Felder mehr oder minder vollständig verabschiedet. Man darf die Schuld allerdings kaum alleine der Politik anlasten; auch die Gesellschaften selbst haben mit ihrer Infragestellung besonders persönlicher Sicherheit und wirtschaftlicher Sicherheit dem Ganzen mehr als Vorschub geleistet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Errichtung des Sozialstaats, dies muss in aller Deutlichkeit gesagt werden, ist die wohl größte zivilisatorische Leistung des 20. Jahrhunderts und stellt die meisten anderen Entwicklungen dieser Epoche völlig in den Staaten. Nichts hat die Menschheit als Ganzes so sehr weitergebracht wie die Vorstellung, dass die Starken solidarisch für den Schutz der Schwachen einstehen sollen. Der diesbezügliche Konsens war schon immer wackelig, und die Starken haben sich bereits seit vielen Jahren wieder davon verabschiedet und geben diese gewaltige zivilisatorische Errungenschaft damit dem Verfall Preis. Was sie dabei nicht bedenken ist, dass die Zustände jedes Einzelnen dadurch eine größere Bandbreite bekommen. Sie können, das ist inzweifelhaft richtig, wesentlich radikaler in die positive Richtung ausschlagen und aus einem Habenichts einen Milliardär machen. Sie können allerdings auch, und dies betrifft einen um ein vielfaches größeren Teil der Bevölkerung, auch wesentlich radikaler in die Gegenseite ausschlagen. Wirtschaftliche und politische Freiheit allerdings, ebenso wie persönliche Sicherheit und Freiheit und politische Sicherheit - sie alle hängen an der wirtschaftlichen Sicherheit. Nur wessen wirtschaftliche Sicherheit, sein Urbedürfnis, gestillt ist, misst den anderen Freiheiten und Sicherheiten einen Wert bei. Es war das gigantische Fehlen wirtschaftlicher Sicherheit, das einer Person wie Adolf Hitler, die so offen andere Sicherheiten und Freiheiten missachtete den Weg ebnete. Zivilisation ist nicht vorstellbar ohne das Zusammenspiel aller Kategorien. Lässt eine Gruppe mutwillig einen der sechs Bälle fallen, so wird sie auch die übrigen nicht balanciert in der Luft halten können. Zivilisation erfordert das Zusammenspiel aller sechs Kräfte, und es ist eine Mammutaufgabe, sie alle zu gewährleisten. Es ist eine Mammutaufgabe, die jeden Tag aufs Neue unternommen werden muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Urmenschen - Wiktor Waznewow (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Magna Charta - Earthsound (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Homoehe - Montrealis (GNU 1.2) &lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Fackelzug - unbekannt (CC-BY-SA 3.0)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Rostra - Filipo (GNU 1.2)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;EB - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/6115032eebf54e4eb5c1441223dd0ccd" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-5739540496416635284?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/5739540496416635284/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/von-der-zivilisation.html#comment-form' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5739540496416635284'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5739540496416635284'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/von-der-zivilisation.html' title='Von der Zivilisation'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2032862058583189572</id><published>2011-09-27T15:20:00.000+02:00</published><updated>2011-09-27T15:20:22.048+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im "Einestages" von Spiegel findet sich ein&lt;a href="http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a23355/l13/l0/F.html#featuredEntry"&gt; netter Bericht&lt;/a&gt; über Bürgereinsendungen zur Auswahl einer Nationalhymne nach 1949.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2032862058583189572?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2032862058583189572/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/fundstuck_27.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2032862058583189572'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2032862058583189572'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/fundstuck_27.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2037405375238041098</id><published>2011-09-21T13:44:00.001+02:00</published><updated>2011-09-21T23:14:46.133+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Das Zeitalter der Kernenergie Teil 1/3</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse &lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e0/Nagasakibomb.jpg/502px-Nagasakibomb.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e0/Nagasakibomb.jpg/502px-Nagasakibomb.jpg" width="267" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Atomexplision über Nagasaki 1945&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Das Atomzeitalter entspricht geradezu klassisch dem Zeitalter der Moderne. Das Atomzeitalter ist mitnichten abgeschlossen; es prägt uns bis heute. Es beginnt exakt mit dem 6. August 1945, dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Neben der Beendigung des Zweiten Weltkriegs jedoch stellt der Atombombenabwurf aber auch eine weitere Zäsur dar, da er die internationale Politik ebenso stark veränderte wie prägte. Auch für die Menschen wurde die Atombombe zum einschneidenden Ergebnis, nicht nur durch die mannigfaltigen Proteste gegen die Atomwaffen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Gleichzeitig richten sich geradezu Heilsvorstellungen an die Atomenergie, verbunden mit dem Glauben, man könne die Atomenergie vollständig kontrollieren und nutzen. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Die Atombomben&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Ohne den Vorlauf der Wissenschaften wäre der Abwurf nicht möglich gewesen. Bereits der Erste Weltkrieg als „Krieg der Chemiker“ (Giftgase) und besonders der Zweite Weltkrieg als „Krieg der Physiker“ (Abwurf der Atombomben) wurden auch stark durch den wissenschaftlichen Fortschritt geprägt. Die Entwicklung der Atomenergie jedoch fußte vorrangig auf dem spezifisch wissenschaftlichen Antrieb der Physiker ab 1900 und besonders in den 1920er Jahren. Einzelne Theorien brachten bahnbrechende Impulse, die zur modernen Kernphysik synergierten.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6a/Bundesarchiv_Bild_183-46019-0001,_Otto_Hahn.jpg/368px-Bundesarchiv_Bild_183-46019-0001,_Otto_Hahn.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6a/Bundesarchiv_Bild_183-46019-0001,_Otto_Hahn.jpg/368px-Bundesarchiv_Bild_183-46019-0001,_Otto_Hahn.jpg" width="196" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Otto Hahn&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Wichtige Zentren der theoretischen Physik waren bis in die 1950er hinein Göttingen sowie Berlin (Kaiser-Wilhelm-Institut). Dem KWI stand Otto Hahn vor, quasi an der Schnittstelle zwischen Physik und Chemie. In Großbritannien stellte Cambridge ein Zentrum unter Ernest Rutherford dar. Dänemark brilliert in Kopenhagen als Drehscheibe der internationalen Physik, ein Umschlagpunkt für Menschen und Ideen. Das letzte Zentrum stellt Rom dar. Die Umbrüche in faschistische und nationalsozialistische Regierungen lösen eine Emigrationswelle vorrangig in die USA aus, die folgerichtig auch nach 1945 das neue Zentrum der Physikforschung stellen – was zwar auch von weiteren Faktoren abhängt, jedoch durch die Emigration deutlich befeuert wurde. Viele der aus Deutschland emigrierten Wissenschaftler finden sich später beim Manhattan-Projekt wieder.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;1938 revolutionierten die Spaltungen und die Spaltprodukte durch den Chemiker Otto Hahn die Physik. Vorerst konnten sich die durchführenden Chemiker diese Phänomene nicht erklären; sie teilten sie der österreichischen Physikerin Lise Meitner mit, die wiederum mit Otto Frisch diskutierte und so zu dem Schluss kam, dass der Kern durch Beschuss mit Neutronen gespalten wurde. Bereits vier Monate später wurde eine Fülle von Publikationen losgetreten, die sich mit der Kernspaltung beschäftigten. Man forschte mit Nachdruck und Energie am Phänomen der Kernspaltung. Bald kam auch die Frage auf: Kann man damit eine Bombe bauen? Und: Kann Deutschland eine Bombe damit bauen? Für viele Emigranten ist diese Fragestellung auch aufgrund ihres persönlichen Hintergrundes wichtig. Manche engagieren sich persönlich für eine Entwicklung in den USA, um Deutschland zuvorzukommen; vorerst wird der Gedanke eines „Forschungswettbewerbs“ jedoch zurückgewiesen. So entstand der berühmte Brief an Präsident Roosevelt, der wegen des Einmarschs an Deutschland bald an Brisanz gewann.&amp;nbsp; &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Kurz nach der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn gab es mehrere Versuche, dieses Experiment nachzustellen und dadurch die Spaltung zu beweisen sowie Überlegungen, wie sich die Kernspaltung zivil wie militärisch nutzen ließe. Versuche einer selbst auferlegten Verpflichtung der Wissenschaft, die Forschung nicht weiterzutreiben, laufen wegen des Konkurrenzdrucks und der gewaltigen Möglichkeiten ins Leere. In der Situation des deutschen Überfalls auf Polen erfuhr der Brief Einsteins an Präsident Roosevelt eine Bedeutung, die viel drastischer eine Bedrohung darstellt als es die kryptischen Andeutungen über deutsches Potenzial sonst getan hätten. Die Welten von Militär und Wissenschaft verschmelzen geradezu und geben der weiteren Entwicklung der Atomfrage eine ungeheure Dynamik. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Die deutsche Kernwaffenforschung&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f8/Bundesarchiv_Bild183-R57262,_Werner_Heisenberg.jpg/377px-Bundesarchiv_Bild183-R57262,_Werner_Heisenberg.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f8/Bundesarchiv_Bild183-R57262,_Werner_Heisenberg.jpg/377px-Bundesarchiv_Bild183-R57262,_Werner_Heisenberg.jpg" width="201" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Werner Heisenberg&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Es ist nicht Hahn allein, der in Deutschland auf diesem Feld arbeitet, sondern auch andere Einrichtungen, besonders Universitäten und Kaiser-Wilhelm-Institute. Eine zentrale Figur war Werner Heisenberg, der in Leipzig den Lehrstuhl der theoretischen Physik innehatte. Heisenberg stellte kurz nach Kriegsausbruch seine Vorstellungen zur Energieerzeugung durch Kernkraft mittels einer „Uranmaschine“ vor, die sich auch für militärische Zwecke nutzen ließe. Auf diesen Impuls hin bildeten sich mehrere unkoordinierte und zivil orientierte Forschungsgruppen. Parallel begann beim Heereswaffenamt unter Leitung von Kurt Diebner die Erforschung des militärischen Potenzials der Kernspaltung. Daraus ging das Uranprojekt des Heeres hervor, das bis 1942 von Heereswaffenamt geleitet und koordiniert wird.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Das Projekt machte bis 1942 große Fortschritte, vor allem im Zuge der Blitzkriegsführung. Zum einen profitierte das Projekt von den Ressourcen der Kriegsbeute, beispielsweise Uran aus Belgien, Informationen und einem Teilchenbeschleuniger aus Frankreich sowie schwerem Wasser aus Norwegen. Zum anderen aber wird die Forschung nicht auf die Bombe fokussiert, da man davon ausgeht, den Krieg schnell mit konventionellen Mitteln zu gewinnen. Es gibt in dieser Zeit intensiven Austausch mit dem Heereswaffenamt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Im Januar 1942 erkundigte sich das Heereswaffenamt sehr präzise nach der Realisierung von Atomwaffen und dem notwendigen Zeitrahmen. Die Wissenschaftler gestehen die prinzipielle Möglichkeit ein, setzen den Zeitrahmen jedoch auf mehrere Jahre fest. Interessant ist hier, dass das Interesse des Heeres sich erst mit einer Kriegswende herauskristallisiert und auch bald wieder erlöscht, als klar wird, dass die Entwicklung zu lang dauern würde. Sie gibt das Projekt in zivile Hände ab, woraufhin Heisenberg für das Kaiser-Wilhelm-Institut Projektleiter wird. Ab diesem Zeitpunkt gerät die deutsche Forschung deutlich gegenüber den Amerikanern ins Hintertreffen. Trotzdem ließen die Forscher nicht nach und betonten auch beständig den militärischen Nutzen der Forschungen. Ab 1943 verlangsamte sich das deutsche Uranprojekt trotzdem deutlich und hatte mit Schwierigkeiten beispielsweise bei der Ressourcenversorgung und den Arbeitsbedingungen (Bombardierungen) zu kämpfen. Die Bombardierungen behinderten nicht nur die Arbeiten selbst, sondern auch die Kommunikation zwischen den Gruppen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die alliierte Landung in der Normandie beinhaltete auch eine Kommission die den Auftrag hatte, im deutsch besetzten Europa nach Spuren des deutschen Uranprojekts zu suchen, da die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt noch fest davon überzeugt waren, dass Deutschland kurz davor steht die Bombe zu bauen. Im November 1944 wurde Straßburg erreicht, wo man in Weizsäckers Institut Informationen fand, die aussagten, dass die Deutschen noch nicht so weit sind und wie ihr Forschungssystem aufgebaut ist. Ende April 1945 werden die mittlerweile an einem Punkt in Haigerloch konzentrierten Forscher verhaftet und ihre Ergebnisse beschlagnahmt. Die Forscher wurden auf einem Landsitz in England interniert, wo sie noch bis Sommer 1945 der Ansicht waren, sie seien weiter gewesen als die Amerikaner. Man hörte sämtliche ihrer Gespräche ab. Bei der Nachricht vom Abwurf der Atombombe in Japan war für die Forscher, mit Ausnahme Hahns, weniger das moralische Ausmaß der Katastrophe wichtig als vielmehr die Übernahme der Führungsrolle der USA in der Physik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/Bundesarchiv_B_422_Bild-0174,_Carl_Friedrich_v._Weizs%C3%A4cker.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="220" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/Bundesarchiv_B_422_Bild-0174,_Carl_Friedrich_v._Weizs%C3%A4cker.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Carl Friedrich von Weizsäcker 1983&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Heisenberg und andere behaupteten später, bewusst das Projekt verzögert zu haben, damit die Nazis nicht in den Besitz der Bombe gelängen. Dieses Rechtfertigungsschema ließ sich nach 1945 bei vielen Wissenschaftlern feststellen. Robert Jung etwa legte 1967 das Standardwerk „Heller als tausend Sonnen“ vor, das diese Deutung der Physiker weitgehend unreflektiert wiedergab. Auch 1993 existierte noch ein Restbestand dieser Deutung in „Heisenbergs Krieg“; heute geht man davon aus, dass die Physiker zwar wollten, aber schlicht nicht konnten. Interessant ist stets auch das Treffen Heisenbergs mit Nils Bohr in Kopenhagen. Von diesem Gespräch gibt es mehrere Überlieferungen; eine von Heisenberg, eine von Weizsäcker und Briefe von Bohr. Heisenberg sagte, es sei ein Versuch gewesen, die Welt zu warnen und die Physiker zur Beendigung der Atomforschung aufzurufen. Bohr hingegen betont den unangenehmen Aspekt der Begegnung, weil Heisenberg angab und drohte. Bis heute ist daher nicht klar, welche Rolle die deutschen Physiker im Dritten Reich eigentlich spielten. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b&gt;Die amerikanische Kernforschung&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;In den USA ging es von Anfang an stets um die Entwicklung der Atombombe. Der Ursprungsimpuls kam von den Emigranten, die hoch motiviert waren, eine deutsche Bombe zu verhindern oder Deutschland zumindest zuvorzukommen; dazu kommt der Kriegsausbruch, der Roosevelts Interesse weckt. Bis 1940 werden diese Forschungen hauptsächlich mit privatem Geld an den Universitäten finanziert. Diese Zögerlichkeit erklärt sich hauptsächlich mit der Unsicherheit über die Möglichkeit zur Realisierung dieses Projekts. Als diese Frage mit dem MAUD-Report positiv beantwortet wird und der Angriff auf Pearl Harbor Amerika in den Krieg eintreten lässt, ist die Initialzündung für das auf mehrere Orte verteilte Manhattan-Projekt gegeben. Im Großkomplex Los Alamos laufen die Fäden zusammen und wird an der Synergie des Ganzen gearbeitet.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/71/Trinity-ground-zero-men-in-crater.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="228" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/71/Trinity-ground-zero-men-in-crater.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Ground Zero Krater der Trinity Test Site&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Das primäre Ziel der Bombe ist Deutschland, was erst revidiert wird, als Deutschland geschlagen ist. Trotzdem wird das Projekt nicht gestoppt, vor allem aus wissenschaftlicher Neugier, politischem Kalkül für die Nachkriegszeit und den großen Verlusten im Pazifikkrieg durch die japanische Verteidigung. So gelang 1945 in der Trinity-Test-Site in New Mexico der erste erfolgreiche Atombombentest. Die Nachricht vom erfolgreichen Test geht an Roosevelts Nachfolger Truman, der einen Tag vor Beginn der Potsdamer Konferenz davon erfährt. Auf Stalin machen die Andeutungen Trumans hingegen wenig Eindruck; der ist besser informiert als die amerikanische Regierung und gibt sich trotz der Misserfolge des eigenen Projekts gelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;In den amerikanischen Militär- und Regierungskreisen beginnt eine Diskussion über den Einsatz der Bombe; Eisenhower beispielsweise erläutert, dass Japan ohnehin besiegt sei. Es allerdings geht nicht auf das Gebot der bedingungslosen Kapitulation ein. Die an der Forschung beteiligten Wissenschaftler warnten davor, tatsächlich Waffen aus der Forschung zu erstellen und ein nukleares Wettrüsten zu starten und drängten darauf, dass die Bombe nicht eingesetzt wird. Es kommt zu einem letzten Ultimatum an Japan, das jedoch nicht darauf eingeht. Der Einsatz steht unter enormem Zeitdruck, da die Bombe erst am 6. August abgeworfen werden kann – das Wetter ist wichtig, denn die Bomber fliegen auf Sicht – und am 8. August der sowjetische Angriff auf Japan beginnt. In Höhe von 560 Metern über dem Stadtzentrum von Hiroshima explodiert die Bombe. Innerhalb einer Zehntausendstelsekunde werden 300.000 Grad Hitze frei; die Energie besteht dabei zur Hälfte aus Druck. In einem Umkreis von 2km gibt es keine Überlebenden. Trotzdem kapituliert Japan immer noch nicht. Am 9. August wird eine weitere Bombe auf Nagasaki abgeworfen. Wegen schlechter Sicht treffen die Amerikaner anders als in Hiroshima nur den Stadtrand, weswegen die Opferzahl geringer ist. Am 10. August kapitulierte Japan. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-padding-alt: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-yfti-tbllook: 480;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr style="mso-yfti-firstrow: yes; mso-yfti-irow: 0;"&gt;   &lt;td style="border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;Scheitern des deutschen Uranprojekts&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-left: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;b style="mso-bidi-font-weight: normal;"&gt;Erfolg des Manhattan-Projekts&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 1;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;u&gt;Politische Ursachen:&lt;/u&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;u&gt;Politische Ursachen&lt;/u&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 2;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Polykratie &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Bündelung der Ressourcen ab   1941/42&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 3;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- andere Rüstungsprioritäten&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Entscheidung für die Bombe&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 4;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Widerstand der   Wissenschaftler? (R. Jungk, T. Powers) &lt;span style="font-family: Wingdings;"&gt;à&lt;/span&gt;   unwahrscheinlich&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Motivation der   Wissenschaftler&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 5;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 6;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;u&gt;Wissenschaftsimmanente   Ursachen:&lt;/u&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;u&gt;Wissenschaftsimmanente   Ursachen: &lt;/u&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 7;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- gegen „deutsche Physik“ (M. Walker)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- keine außergewöhnlichen   Konflikte&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 8;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Differenz   Theorie/Experiment/Technologie&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;-   Theorie+Experiment+Technologie&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 9;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Vorbehalte gegenüber „big   science“&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Durchbruch zu „big science“&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 10;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- „brain drain“ durch   Emigration&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- „brain gain“&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 11;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;- Polykratie, keine Bündelung&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 12;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 13;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Ca. 70 Mitarbeiter&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Ca. 50.000 Mitarbeiter (1944   Höhepunkt mit etwa 133.000 Mitarbeitern)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 14; mso-yfti-lastrow: yes;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Ca. 80 Millionen Dollar Etat&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 230.3pt;" valign="top" width="307"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Ca. 2,5 Milliarden Dollar Etat &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Eine wichtige Frage bleibt die nach dem Grund für den Einsatz der Bombe. Viele meinen, dass es für die Beendigung des Krieges notwendig war. Truman selbst brachte immer das Argument des Verhinderns von amerikanischen Opfern vor; er bezifferte die Kosten für die Eroberung Japans mit 500.000 Mann, was bereits unter Zeitgenossen sehr umstritten war. Man wollte außerdem den Kriegseintritt der Sowjetunion verhindern und sich für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg positionieren. Dazu kommt das wissenschaftliche Argument; man wollte wissen, ob die Bombe funktioniert. Es gab ebenfalls ein sozial-kulturelles Argument: die Revanchegedanken von Pearl Harbour und den Rassismus der Amerikaner gegen die Asiaten als „unterlegene Rasse“. Für Nagasaki gibt es gibt weitere Grüne, vor allem Japans Nicht-Kapitulation nach Hiroshima und der Beweis, dass man mehr Bomben hat und der Test eine alternative Technologie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Harry-truman.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Harry-truman.jpg" width="250" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Präsident Truman&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Im Sommer 1945 waren die Amerikaner die Einzigen, die über die Atombombe verfügten. Ihnen ging es nun vorrangig darum, eine Weiterverbreitung der Waffe zu verhindern (Non-Proliferationspolitik). Neben dem Halten des Monopolstatus’ dürfte als Motiv aber auch eine Rolle spielen, dass sie gesehen hatten, welche Wirkung die Waffe, welche schreckliche Wirkung. Im Atomic Energy Act vom 1. August 1946 wird die Verbreitung unter Strafe gestellt und alles der Geheimhaltung unterstellt. Das schließt auch die an der Erforschung beteiligten alliierten Partner, besonders die Briten, aus. Im November 1945 gab es ein Treffen zwischen Truman, dem britischen Premier Attlee und dem kanadischen Premier King. Sie gaben eine Erklärung heraus, nach dem die UN eine Kommission aufbauen sollte, die die Nicht-Verbreitung der Atomwaffen garantieren und Verstöße dagegen&amp;nbsp; bestrafen sollte. Wie diese Strafe aussehen sollte, stand aber nicht fest. Die drei Staaten versuchten außerdem, alle Uran-Vorräte der Welt aufzukaufen. Die Beauftragung der UN liegt nahe, bedenkt man die Rolle des Völkerbunds bei ähnlichen Vorstößen in der Vergangenheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Dezember 1945 wurde die Erklärung auf der Außenministerkonferenz in Moskau noch einmal bestätigt; im Januar 1946 gab die UN ihre erste Resolution heraus, die auch die United Nations Atomic Energy Commission gründet. Vorsitzender der Kommission wurde der stellvertretende Außenminister der USA Dean Acheson. Auch Oppenheimer hatte die Fronten gewechselt und war radikaler Gegner der Atomkraft geworfen und gehörte der Kommission an. Im März 1946 erschien der Acheson-Lilienthal-Report, der eine internationale Kontrolle über die gesamte Atomenergie forderte - von Beginn der Kette an mit der Verarbeitung von Uran. Nach dem Report soll die Nuklearforschung international gemeinsam vorangetrieben werden, die Uranvorräte der Welt sollen internationalisiert werden. Im Juni 1946 wurde Baruch zum amerikanischen Gesandten bei der Kommission ernannt. Er brachte für diesen Job keine Qualifikation mit außer seiner strikt anti-sowjetischen Einstellung. Am 14. Juni legte er der Kommission einen Plan vor, der sich zunächst stark an den Acheson-Lilienthal-Report und die Resolution anlehnte, sich jedoch darin unterschied, dass sämtliche Kontrollen an eine Organisation übergeben würden, die ständige Kontrollen durchführt und die auch durch ein Veto im Sicherheitsrat nicht beeinflusst würde. Bis sie funktioniert, sollten die Amerikaner aber als Einzige ihre Atomwaffen behalten. Wenig überraschend lehnte die Sowjetunion diesen Vorschlag ab. Das hatte zwei Gründe. Zum einen war es die Fortsetzung des US-Atomwaffenmonopols, zum anderen die Ausklammerung des Vetos, die der SU sämtliche Möglichkeiten aus der Hand nehmen würde. Durch die Ablehnung des Baruch-Plans kommt die Arbeit der Kommission endgültig ins Stocken. Im Mai 1948 stellt die Kommission ihre Arbeit ein und wird 1952 aufgelöst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;In den späten Vierziger Jahren standen sich beide Seiten bald strikt gegenüber. Besonders um Berlin entspannten sich mehrere Krisen, eine der heftigsten 1948. In dieser Situation der Blockade kam es zu einer beachtenswerten Drohgebärde der USA, als diese 60 atomwaffentaugliche B-29-Bomber nach Großbritannien verlegte. Gleichzeitig versuchte man auf die Regierungen der kleinen Staaten Einfluss zu nehmen. Das sieht man das besonders deutlich am kommunistischen Umsturz der Tschechoslowakei 1948 oder am griechischen Bürgerkrieg, aber auch die relativ große Stärke der kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien bot den Westmächten oft Anlass zur Sorge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/09/Operation_Crossroads_Baker_Edit.jpg/800px-Operation_Crossroads_Baker_Edit.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="168" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/09/Operation_Crossroads_Baker_Edit.jpg/800px-Operation_Crossroads_Baker_Edit.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;"Baker"-Explosion auf dem Bikini-Atoll&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Die Sowjetunion wird in den USA als aggressiv und expansionistisch wahrgenommen, was sich besonders am „Langen Telegramm“ 1946 und der Truman-Doktrin im Mai 1947 erkennen lässt. Die Sowjetunion ihrerseits grenzte sich massiv vom Kapitalismus ab und vertiefte die Gräben mit der „Zwei-Lager-Theorie“. Dass in diesem Umfeld die Atomtests nicht nur weitergingen, sondern an Stärke ganz massiv zunahmen, verwundert nicht. Einige Tests werden noch in Nevada durchgeführt, der Hauptteil der Bomben wurde jedoch im Pazifik auf dem Bikini-Atoll getestet. 1946 veranstaltete das Manhattan-Projekt die Operation „Crossroads“, die letzte Testreihe des Projekts. Diese Tests wurden gezielt als Medienereignis inszeniert. Im Juni 1946 wurde vor Publikum eine Plutoniumbombe getestet, die jedoch nur enttäuschende Erkenntnisse bringt, was die Medien zum Trugschluss verleitet, es handle sich nur um eine Weiterentwicklung konventioneller Waffen. Bereits wenige Wochen später jedoch wird mit gewaltigem Erfolg „Baker“ getestet, die unter Wasser gezündet gewaltige Mengen Radioaktivität freisetzt und viele beteiligte GIs das Leben kosten wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleichzeitig trieb die Sowjetunion ihre Forschung unter Kurchatov voran. Am 20. August 1945 ergeht ein Dekret Stalins, dass den starken Ausbau der Forschung vorsah. Wie beim Manhattan-Projekt wurden neue, geheime Forschungszentren aus dem Boden gestampft. Man verwendete auch deutsche Spezialisten und profitierte massiv von Spionage. Der erste Atomreaktor wurde nach Muster des Hamford-Reaktors 1946 in Betrieb genommen; am 29. August 1949 wurde in Semipalatinsk die erste sowjetische Bombe gezündet. Damit endete die Phase des amerikanischen Monopols.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Explosion - unbekannt (gemeinfrei) &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Hahn -&amp;nbsp; unbekannt (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Heisenberg - unbekannt (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Weizsäcker - Kurt Hilberath (CC-BY-SA 3.0) &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Ground Zero Trinity - Los Alamos MP (gemeinfrei) &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Truman - USAA Signal Corps (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt; Baker - DOD (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg09.met.vgwort.de/na/e6b7f2cab9bc499991adddee7f28e593" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2037405375238041098?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2037405375238041098/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/das-zeitalter-der-kernenergie-teil-13.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2037405375238041098'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2037405375238041098'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/das-zeitalter-der-kernenergie-teil-13.html' title='Das Zeitalter der Kernenergie Teil 1/3'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2157258231804368842</id><published>2011-09-08T09:18:00.000+02:00</published><updated>2011-09-08T09:18:55.845+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der NY Times findet sich ein toller&lt;a href="http://www.nytimes.com/2011/08/09/opinion/the-games-the-nazis-played.html?_r=1&amp;amp;ref=opinion"&gt; Hintergrundbericht &lt;/a&gt;zu den Olympischen Spielen 1936.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2157258231804368842?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2157258231804368842/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/fundstucke.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2157258231804368842'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2157258231804368842'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/fundstucke.html' title='Fundstücke'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-8419577853571131420</id><published>2011-09-06T12:49:00.000+02:00</published><updated>2011-09-06T12:49:30.403+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Antike'/><title type='text'>Der Anfang vom Ende der Römischen Republik, Teil 2/2: Erosion der Republik</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/9/96/Gaius_Gracchus_Tribune_of_the_People.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="202" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/9/96/Gaius_Gracchus_Tribune_of_the_People.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Gracchus vor der Volksversammlung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im &lt;a href="http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/der-anfang-vom-ende-der-romischen.html"&gt;ersten Teil&lt;/a&gt; zum Thema Untergang der römischen Republik haben wir uns ihre genaue Funktionsweise angesehen. Mit den alten Vorstellungen des Volkes, das sich auf dem Forum versammelt und über irgendwelche Politikfelder abstimmt, hatte das reichlich wenig zu tun - die Republik diente letztlich hauptsächlich dem Austragen von Konkurrenz und Wettstreit unter der Aristokratie, bot einen Kanal, der dem Staatswesen half anstatt es zu erschüttern. Die überwiegende Mehrheit des Volkes, selbst reiche Händler und Amtsadelige, hatten im Allgemeinen wenig Mitspracherecht. Warum aber begann das Staatswesen am Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus langsam zu bröckeln? Was führte in gewalttätigen Taumel von Bürgerkriegen, in denen die Republik versinken sollte? - Der Beginn lag bei den Gracchen. &lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Gracchen waren ein altes römisches Familiengeschlecht, das um 130 v. Chr. seinen Höhepunkt bereits hinter sich hatte. Seine zwei jüngsten Vertreter waren die neun Jahre auseinanderliegenden Brüder Tiberus und Gaius. Der ältere, Tiberius, wurde 133 v.Chr. zum Volkstribun gewählt - ein Amt, das keinen allzu hohen Ruf genoss und eher ein Trittstein auf dem Weg zu höheren Weihen war. Tiberius Gracchus stand der aristokratischen Senatsschicht feindselig gegenüber, wollte jedoch trotzdem an Macht gelangen. Zu diesem Zweck wollte er das Volkstribunat nutzen. Sein Plan: die Kriege Roms in den vergangenen Dekaden hatten eine große Menge Land in Staatsbesitz mit sich gebracht (ager publicus). Dieses Land sollte an römische Bauern verteilt werden. Allein, die hatten kein großes Interesse und zogen lieber in die Stadt. &lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1c/Tiberius_Gracchus.jpg" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1c/Tiberius_Gracchus.jpg" width="318" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Tiberius Gracchus&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das führte dazu, dass der Staat das Land günstig verpachtete. Nach Lage der Dinge waren die Pächter Großgrundbesitzer, die so ihre Besitzungen vergrößerten - Aristrokraten, Senatoren im Senat. Für einige Jahrzehnte lief das so und lieferte vielen ärmeren Senatoren so die Lebensgrundlage. Gracchus griff dieses System nun an. Er postulierte, dass die Senatoren sich das Land rechtswidrig unter den Nagel gerissen hätten, das eigentlich römischen Bürgern zustünde, und dass es verteilt werden solle. Jeder Grundbesitzer sollte eine bestimmte, kleine Menge behalten dürfen (die um 180 v.Chr. Standard gewesen war), der Rest sollte verteilt werden. Das ist der Kern der berühmten gracchischen Agrarreform. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war natürlich aus zweierlei Gründen absurd. Einerseits gab es für das Land kaum echte Interessenten; niemand wollte ernsthaft auf die Miniparzellen bewirtschaften, die die Reform austeilen würde. Andererseits aber lebten die bisherigen Besitzer des Landes teilweise bereits in der dritten Generation dort, hatten investiert, es bestellt und ihre eigene seelische Verankerung dort. Selbst Begräbnisstätten und Ahnenschreine lagen auf den Ländereien, die Gracchus aufzuteilen gedachte. Im Gegensatz zu vielen antiken Quellen, die eine Art sozialen Klassenkampf erklären, an dessen Spitze sich der edle Gracchus setzt (eine Interpretation, der man bis in die 1980er Jahre folgte) handelte es sich also vielmehr um einen internen Kampf der Aristokratie, der plötzlich unter Zuhilfenahme des Volkstribunats und des Pöbels ausgetragen werden sollte. Das war neu. Die Senatoren waren erschreckt und verwirrt. Trotzdem waren sie überzeugt, dass Gracchus ihnen nicht ernsthaft schaden konnte, denn sein Kollege (wie überall in der Republik hielten sich auch im Volkstribunat mehrere Amtsträger gegenseitig in Zaum), Marcus Octavius, war gegen die Reform und konnte sie mit seinem Veto verhindern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Veto der Volkstribunen war eine mächtige, aber selten genutzt Waffe. Theoretisch konnte sie praktisch jedes Gesetzesverfahren zum Stillstand bringen. Da die Volkstribunen aber hofften, später höhere Ämter besetzen zu können und dies die Unterstützung der aristokratischen Senatoren voraussetzte, geschah das selten. Und wenn jemand es doch tat - die Amtszeit war nur ein Jahr. Ein Jahr Stillstand konnte die Republik verkraften, der Volkstribun war danach politisch erledigt und man wählte einfach jemand anderen. Die eigenen Verfahren konnte ja der Kollege blockieren. Mit einer solchen Argumentation dürften sich die Senatoren ebenfalls in Sicherheit gewogen haben. Und tatsächlich - als Gracchus sein Reformwerk in die Volksversammlung einbrachte, stand Marcus Octavius schon mit dem Veto bereit. &lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Toga_Illustration.png" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Toga_Illustration.png" width="176" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Römer in Toga&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nur, Gracchus war nicht bereit nach den Regeln zu spielen. Stattdessen agitierte er gegen die Oberschicht und Octavius, der kaum wusste wie ihm geschah, und ließ darüber abstimmen, ihn aus dem Amt zu heben - ein glatter Verfassungsbruch. Nach einem kurzen Sprechversuch erkannte Octavius die Fruchtlosigkeit seines Tuns, und dass er sich besser vor dem rasenden Mob in Sicherheit brachte bevor er umgebracht wurde. Gracchus bekam dann problemlos seine Refom durch. Der Senat reagierte darauf zunächst kaum. Die Reformen waren leicht zu verschleppen, und Gracchus' Amtszeit näherte sich ihrem Ende. Die nächsten Volkstribunen würden die Reform dann einfach auf dem kalten Weg stoppen. Nur, Gracchus spielte nicht mit und betrieb seine Aufstellung zur Wiederwahl - ein weiterer Verfassungsbruch. Dieses Mal reagierten die Senatoren. Sie warfen Gracchus vor, den Umsturz der Republik zu planen und sich selbst zum König erheben zu wollen - ein Vorwurf, der zum Standardrepertoire in den innenpolitischen Auseinandersetzungen Roms werden sollte. Mit gedungenen Schlägern drang man in die Volksversammlung ein und tötete Gracchus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Ereignisse waren der Sündenfall der Republik. Ab sofort zeigte sie sich immer unfähiger, die Kämpfe unter den Adeligen in geordnete, friedliche Bahnen zu lenken. Die Gewalt und die Instrumentalisierung der Masse, die sich in wahren Straßenkämpfen entladen sollte, nahmen hier ihren Anfang. Dagegen war das Ende des jüngeren Gaius Gracchus, der zehn Jahre später das Werk seines Bruders fortsetzen und Rache nehmen wollte, nurmehr ein Schlusspunkt. Gaius Gracchus versuchte eine eigene Machtbasis aus dem Stand der reichen, aber relativ einflusslosen Equiti aufzubauen, konnte jedoch 121 v. Chr. seine Wiederwahl nicht gegen die senatorische Agitation sichern. Mit hunderten von Anhängern besetzte er den Aventin und die Senatoren machten mobil und riefen erstmalig den Staatsnotstand aus. Nach langen, blutigen Straßenkämpfen mit hunderten von Todesopfern war Gaius Gracchus ebenfalls tot; die von den Gracchen ins Leben gerufene Agrarkommission stellte einige Jahre später, auf kalten politischen Weg erledigt, ihre Arbeit ein. &lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e9/Marius_Glyptothek_Munich_319.jpg/388px-Marius_Glyptothek_Munich_319.jpg" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e9/Marius_Glyptothek_Munich_319.jpg/388px-Marius_Glyptothek_Munich_319.jpg" width="207" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Marius&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Republik aber wurde die Geister, die sie rief, nicht mehr los. Die nächste Gefahr drohte ihr von anderer Seite, von außen. Die Bundesgenossen Roms, die für seine Kriege Truppen zu stellen hatte, aber das römische Bürgerrecht nicht besaßen, versuchten dieses schon seit längerem zu erreichen. Der resultierende Krieg zog sich über Jahre hin und stellte die erste Bewährungsprobe für das neue Berufsheer Roms dar, das durch die berühmte Heeresreform des Marius geschaffen worden war. Marius hatte sich seinen Ruhm ebenso wie sein militärischer Untergebener und Konkurrent Sulla im Krieg gegen den nordafrikanischen König Jugurtha errungen und hatte später gegen Kimbern und Teutonen gekämpft. Im Krieg gegen die Bundesgenossen war er insgesamt sechsmal Konsul. Politisch gehörte er in das Lager der Popularen, was einer eigenen Erklärung bedarf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit den Reformen der Gracchen gab es zwei inoffizielle, mäanderende politische Parteien in Rom: die Optimaten, die für einen Erhalt der aristokratischen Herrschaft und ihrer Privilegien standen, und die Popularen, die eine moderate sozialpolitische Agenda verfolgten und mit ihr Rückhalt im Volk errangen, das wegen der zunehmenden Gewalt in der römischen Politik als Quell großer Schlägertrupps immer wichtiger wurde. Marius gehörte ins Lager der Popularen, während die Optimaten seinen Intimfeind Sulla unterstützten. Dieser Kleinkrieg führte dazu, dass Marius am Ende der Bundesgenossenkriege Ehrungen versagt blieben. Als Sulla Konsul wurde und gegen den kleinasiatischen König Mithridates Krieg führte, trug der Senat Marius das Oberkommando an - eine schwere Beleidigung für Sulla, der gewissermaßen auf dem Absatz kehrt machte, seine Armee nach Rom führte, Marius und seine Getreuen in die Flucht schlug und sämtliche popularen Reformen rückgängig machte, was vor allem das Amt des Volkstribunen betraf und praktisch in die Bedeutungslosigkeit stürzte. Danach nahm er den Krieg gegen Mithridates wieder auf. &lt;/div&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/99/Sulla_Glyptothek_Munich_309.jpg/393px-Sulla_Glyptothek_Munich_309.jpg" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/99/Sulla_Glyptothek_Munich_309.jpg/393px-Sulla_Glyptothek_Munich_309.jpg" width="209" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Sulla&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die obige Darstellung ist sehr stark verkürzt. Die Ereignisse jener Epoche sind verwirrend, voller interner Konflikte, Putsche, Gewalttaten und Chaos. Sie sind wie ein Nachhall der gracchischen Ära, ein Erbe jener Zeit, und halten die Republik im Würgegriff. Die neuen Parteien in ihrem Ringen demontieren Stück für Stück die Traditionen der Republik, nehmen Reformen zurück oder setzen sie mit Gewalt durch. Mächtige Figuren werden gestützt und stützen sich auf die Macht der Schwerter, ehe sie stolpern und wieder verschwinden. Marius ist einer der großen Spieler, aber auch er fällt schließlich, zieht sich aus der Politik zurück, kehrt wieder, muss flüchten, herrscht erneut, stirbt dann an einer Lungenentzündung. Im Detail sind diese Abläufe von keiner großen Bedeutung; Roms Kriege verlaufen siegreich, der Bundesgenossenkrieg endet mit der Verleihung des Bürgerrechts an die Genossen und Mithridates wird schlussendlich ebenfalls besiegt. Die Republik ist keinesfalls mehr bedroht wie sie es etwa während der punischen Kriege war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Demontage republikanischer Traditionen dieser Zeit aber ist nichts gegen den konservativen Hardliner Sulla, der die Oberherrschaft des Senats wiederherstellt. Er tut als Erster, was vorher niemand wagte, selbst ein Militärführer wie Marius nicht: er bringt seine Armee über die Grenzen Roms und erobert die Stadt. Marius hatte sich hierzu noch gedungener Schlägertrupps bedient. Man macht dafür vielfach die so genannte "Heeresklientel" verantwortlich, also den Effekt, dass die Armeen - mit ihrer zwanzigjährigen Dienstzeit - nicht mehr dem republikanischen Staatswesen, sondern den Heerführern selbst verpflichtet seien, die für ihre Abfindungen verantwortlich sind. Das aber ist ein zu einfach konstruierter Zusammenhang. Wir haben bereits gesehen, dass Marius sich nicht auf sein so genanntes Heeresklientel stützt; auch Pompeius wird es später nicht tun, Cäsar und Augustus dagegen sehr wohl. Die Gründe für den Untergang der Republik liegen also nicht alleine in der Heeresklientel, besonders da auch die Verteidiger der Republik Brutus und Crassus sich ihrer bedienen werden.&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/dc/Sullahead.jpg" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/dc/Sullahead.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Münze mit Sullas Bildnis&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sulla jedenfalls änderte die Spielregeln des politischen Roms noch einmal massiv. Nach seiner ersten, kurzen Invasion Roms kämpfte er den Krieg gegen Mithridates zu Ende, eher er von der erneuten Machtübernahme Marius' und seiner Freunde erfuhr. Die Gewalt zwischen den Anhängern der beiden Parteien nahm nicht ab, und bereits zuvor hatten Sulla, Marius und andere sie als Legitimation für ihre Eroberungen Roms herangezogen und versprochen, sie beizulegen. Sullas letzte Übernahme der Macht in Rom, im Rahmen derer er sich auf unbestimmte Zeit zum Diktator ernennen ließ, brachte denn auch Ruhe mit sich - die Ruhe, die auf einem Friedhof herrscht. Seine Diktatur war eine Herrschaft des Terror. Öffentliche Listen wurden ausgehängt, so genannte Proskriptionslisten. Die auf diesen Listen genannten ware vogelfrei, jeder durfte sie erschlagen und mitnehmen was er tragen konnte, ihr Besitz fiel in Staatshand. Ursprünglich waren die Liste wohl dazu gedacht gewesen, das Töten in kontrollierte Bahnen zu lenken - der Effekt, den sie hatten, war der eines Abrechnungs- und Bereicherungswunschzettels, und in immer neuen Listen wurden immer mehr Leute aufgeführt, deren Besitz oder Machtstellung man gerne hätte, ob sie nun zu den Popularen gehörten oder nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gewalt dieser Art muss aber immer eine Gegenreaktion hervorrufen. Als Sulla nach drei Jahren abtrat - das Volkstribunat war bedeutungslos, der Senat quasi allmächtig - und kurz darauf verstarb, versuchten die um ihren Besitz gebrachten Opfer in Prozessen ihr Gut wiederzuerlangen, und viele Reformen Sullas wurden rückgängig gemacht. Auch die Volkstribunen erlangten 70 v.Chr. ihre alte Macht wieder.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c1/Hw-pompey.jpg" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c1/Hw-pompey.jpg" width="213" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Pompeius&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Noch einmal schien die Republik zurück auf einen festen Pfad zu finden. Es war die Zeit Catos und Ciceros, eine Blüte römischer Rhetorik. Doch neue Umsturzversuche wie der Catilinas und der Aufstieg von Politikern wie Cäsar, die sich nicht an die alterhergebrachte Ämterlaufbahn und republikanische Tradition hielten, sorgten für eine immer schnellere Erosion des Systems. Die Gesetze wurden immer häufiger und, vor allem, folgenlos gebrochen. Wiederwahlverbote oder Mindestalter, die Zahl von Provinzen im &lt;i&gt;imperium&lt;/i&gt; nach der Konsullaufbahn, all das wurde plötzlich zur Verhandlungsmasse bei Intrigen um die Ämter. Die Kriterien der Vergabe waren mehr und mehr die Hausmacht, die sich hinter die Kandidaten stellte, sei es in Form von hörigen Truppen, sei es durch großes Geld und Kontakte. Die Funktionsweise der Republik jedenfalls repräsentierten sie nicht mehr. Cäsar und Augustus waren deswegen nicht die großen Zerstörer der Republik; die brachten vielmehr ein morsches Gebilde zum Einsturz, das schon vorher durch diejenigen ausgehöhlt worden war, die es zu retten vorgaben.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Literatur: &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/0745633706/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=0745633706"&gt;Klaus Bringmann - Römische Geschichte von den Anfängen bis zur Spätantike &lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406608590/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3406608590"&gt;Klaus Bringmann - Geschichte der römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896786776/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3896786776"&gt;Klaus Bringmann - Cicero &lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3050034505/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3050034505"&gt;Klaus Bringmann - Krise und Ende der Römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3486496662/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3486496662"&gt;Jochen Bleicken - Geschichte der Römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/382520460X/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=382520460X"&gt;Jochen Bleicken - Verfassung der Römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3110045842/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3110045842"&gt;Jochen Bleicken - Lex Publica &lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3506739271/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3506739271"&gt;Alfred Heuss - Römische Geschichte&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3652000374/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3652000374"&gt;GEO Epoche Römische Republik&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001HUGYN4/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B001HUGYN4"&gt;DVD "Rom"&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Gracchus Volksversammlung - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Tiberius - Guilleaume Brouille (gemeinfrei)&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Toga - 1891 Dictionary of Classical Antiquities (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Marius - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Sulla - unbekannt (Gemeinfrei) &lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Münze - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Pompeius - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/53ae172fa22746d0b4bbe28a2c229ad0" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-8419577853571131420?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/8419577853571131420/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/der-anfang-vom-ende-der-romischen.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8419577853571131420'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8419577853571131420'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/der-anfang-vom-ende-der-romischen.html' title='Der Anfang vom Ende der Römischen Republik, Teil 2/2: Erosion der Republik'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2564742351921217383</id><published>2011-09-02T14:33:00.001+02:00</published><updated>2011-09-02T14:34:26.814+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstück</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei &lt;a href="http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a23267/l15/l0/F.html#featuredEntry"&gt;SpOn &lt;/a&gt;gibt es einen Artikel über einen berühmten Werbetexter der Weimarer Republik und seine heute vergessene Werbefigur Dr. Unblutig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2564742351921217383?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2564742351921217383/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/fundstuck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2564742351921217383'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2564742351921217383'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/09/fundstuck.html' title='Fundstück'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-6638128367717603827</id><published>2011-08-29T07:26:00.000+02:00</published><updated>2011-08-29T07:26:36.061+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anlässlich der Morde von Norwegen nimmt die SZ den &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/paranoider-hass-parallelfall-von-bestellt-mich-zum-exekutor-1.1125523"&gt;ersten belegten Amoklauf Deutschlands&lt;/a&gt; unter die Lupe, der 1913 stattfand.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-6638128367717603827?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/6638128367717603827/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke_29.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6638128367717603827'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/6638128367717603827'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke_29.html' title='Fundstücke'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2150046273543576350</id><published>2011-08-26T11:01:00.001+02:00</published><updated>2011-08-30T15:47:36.708+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Antike'/><title type='text'>Der Anfang vom Ende der Römischen Republik, Teil 1/2: Die Verfassung der Republik</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Spqrstone.jpg/800px-Spqrstone.jpg" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="166" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Spqrstone.jpg/800px-Spqrstone.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;"Senat und Volk von Rom"&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach dem Sieg in den Punischen Kriegen stand die Römische Republik so stark da wie nie zuvor. Große Teile des Mittelmeerraums waren ihr untertan. Rom war eine riesige Stadt, die Metropole der antiken Welt, durch ein hochkomplexes Aquäduktsystem mit fließendem Wasser versorgt, größter Getreideimporteur und pulsierendes wirtschaftliches Zentrum. Es war nach der Niederlage Karthagos kein Gegner mehr übrig geblieben, der der Republik ernsthaft gefährlich werden konnte - sieht man einmal von den barbarischen Germanenstämmen ab, die im Zug der Kimbern und Teutonen in Italien einfallen sollten. Um 130 v.Chr. herum begann jedoch eine Phase zunehmender Instabilität, die die hergebrachte Ordnung der Republik erst bedrohte und schließlich zum Einsturz brachte. Ihr Ende ist untrennbar mit den Namen Caesar und Octavian verbunden; deren Schläge jedoch brachte ein System zum Einsturz, dessen Fundament bereits zuvor wackelig geworden war. Wie aber war dieses Fundament beschaffen, und was war es, das so korrodierte? &lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Römische Republik, wie sie sich im 3. Jahrhundert vor Christus herausbildete, war ein merkwürdiges Zwitterwesen, eine politische Mischform, die zweifelsfrei zu beschreiben und einzuordnen schon die zeitgenössischen Kommentatoren kaum in der Lage waren. Sie enthielt demokratische Elemente, etwa in der Volksversammlung (concilium plebis), in der keine Patrizier zugelassen waren und die etwa die geheiligten Volkstribunen wählte. Sie enthielt aber auch starke aristokratische Elemente, vor allem im Senat und der die wichtigen Wahlen durchführenden Zenturienversammlung (comitia centuriata). Und zu guter Letzt besaß sie in den Konsuln und ihrer Machtfülle zeitlich begrenzte monarchisch-autoritäre Elemente. Es ist durchaus möglich, dass es gerade diese Mischung war, die ihre außerordentliche Langlebigkeit erlaubte. Um sie genauer zu verstehen, müssen wir uns den republikanischen Aufbau etwas genauer ansehen. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/9/96/Gaius_Gracchus_Tribune_of_the_People.jpg" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="202" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/9/96/Gaius_Gracchus_Tribune_of_the_People.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Gracchus vor der Volksversammlung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Versammlungen selbst dürfen wir keinesfalls mit demokratischen Gremien und Wahlen heutiger Tage verwechseln. Die comitia centuriata etwa war eine von der aristokratischen Elite vollständig dominierte Institution. Die Bürger, die nach ihrem Besitz äquivalent zu ihrer Militärverpflichtung in Zenturien eingeteilt wurden, stimmten innerhalb dieser Zenturien ab, woraufhin die Zenturie eine Stimme abgab. Da aber die Zenturien unterschiedlich viele Mitglieder hatten, konstituierten die reichsten 5% deutlich über die Hälfte der Zenturien - die ärmeren Bürger brauchten deswegen gar nicht erst zur Abstimmung zu gehen und taten dies auch selten. Selbst die Volkstribunen, die eigentlich ausschließlich von den plebs gewählt wurden, waren fast immer auf Linie des Senats, weil sie entweder hofften eines Tages dazu zu gehören (keine unrealistische Vorstellung) oder weil sie bereits der Nobilität angehörten. Auch das Amt des Volkstribunen war schließlich unbezahlt, und der Wahlkampf erforderte ein kleines Vermögen. Bei den häufig in populärhistorischen Darstellungen zu findenden Formulierungen wie "das Volk wählt" oder "das Volk bestimmt" ist also Vorsicht geboten, denn letzten Endes handelt es sich nur um die Aristokratie. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;An der Spitze des Staatswesens standen zwei sich gegenseitig kontrollierende Konsuln. Sie wurden für ein Jahr gewählt, mussten ein bestimmtes Mindestalter erreicht und die Ämterlaufbahn (cursus honorum) abgeschlossen haben. Darunter befanden sich weitere Spitzenbeamte, die ebenfalls jeweils für ein Jahr gewählt wurden und die den cursus honorum konstituierten: Prätoren, Ädilen und Quästoren (von oben nach unten). Wer für das jeweils nächsthöhere Amt kandidieren wollte, musste zuvor die niedrigeren durchlaufen haben; zwischen den jeweiligen Ämtern war außerdem eine Karenzzeit von zwei Jahren einzuhalten. Natürlich ist dieser theoretische Aufbau eine idealisierte Reinform; immer wieder gab es Verstöße und Ausnahmen gegen diese Prinzipien, schon allein, weil eine schriftliche Verfassung und ein sie kontrollierender und durchsetzender Körper wie ein Verfassungsgericht fehlten. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Maccari-Cicero.jpg/800px-Maccari-Cicero.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="199" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Maccari-Cicero.jpg/800px-Maccari-Cicero.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Cicero in der Senatsversammlung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das höchste Gremium der Republik war der Senat, der aus anfangs 300, später 600, dann 900, dann 1000, dann wieder 600 Senatoren bestand. Diese Senatoren entstammten während der Blütezeit der Republik praktisch ausschließlich dem uralten, traditionsreichen Adel Roms. Diese Nobilität verfolgte ihre Ahnenreihe bis mindestens zur mythischen Gründung der Republik (wie die Brutier), meist aber bis Aeneas (wie die Julier) oder sogar direkt zu den Göttern zurück. Es handelte sich also um einen reichlichen exklusiven Club der Creme de la Creme. Um es dabei zu belassen, gab es zwei Barrieren: einerseits musste man Millionär sein, um in den Senat zu gelangen, also ein nachgewiesenes Vermögen von mindestens einer Million Sesterze haben. Dem lag die Idee zugrunde, dass nur Leute mit Besitz es zu etwas gebracht hatten und sich für die Belange der Republik einsetzen konnten (das lateinische "res publica" heißt nicht umsonst wörtlich übersetzt "öffentliche Sache"). Da die Ämter nicht bezahlt waren, ja man von den Amtsinhabern den Einsatz eigenen Vermögens erwartete, war dieses Vermögen eine zwingende Voraussetzung. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das andere Mittel der Erhaltung der Exklusivität des Senats war die Zensur. Für jeweils fünf Jahre eingesetzte Zensoren sorgten dafür, dass nur einwandfrei Bürger im Senat saßen. Ausschweifender Lebensstil, außereheliche Affären, kriminelle Tätigkeiten, schlechtes Benehmen - all das zerstörte die Würde, die dignitas, des Senators und machte ihn für das Amt ungeeignet. Auch hierbei handelt es sich um eine ideale Zustandsbeschreibung; die tausenden von Skandalgeschichten, die alleine bis heute überliefert sind zeigen, dass es sich um reichlich graue Theorie handelte und dass Zensoren wie Cato die Ausnahme und nicht die Regel waren. Zumindest nach außen hin den Schein der dignitas zu wahren war allerdings essenziell; verlor ein Senator seine dignitas, blieb ihm nur der Rückzug aus dem öffentlichen ins private Leben; ein Comeback war praktisch ausgeschlossen und extrem selten. Damit sind wir beim dritten, entscheidenden und nie offiziell kodifizierten Element der Funktionsweise der Republik: dem steten Wettkampf der Aristokratie um Ruhm. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bc/L%C3%A9gionnaire_romain_Ier_si%C3%A8cle_av_JC.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bc/L%C3%A9gionnaire_romain_Ier_si%C3%A8cle_av_JC.jpg" width="192" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Römischer rep. Legionär&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Denn nichts war so wichtig für einen römischen Aristokraten wie Ruhm. Geld war unbedeutend; man hatte es ohnehin, und für Gelderwerb auch nur einen Finger zu krümmen war der Tod der dignitas. Sich Kunst und Kultur hinzugeben war griechisch (will heißen: verweichlicht) und deswegen ebenfalls der dignitas abträglich. Entsprechend konzentrierte sich der Adel auf die Mehrung von Ruhm. Er tat dies durch das Erlangen von Macht in zwei Arenen: der politischen und der militärischen. Beide waren streng getrennt und zugleich eng verflochten, und bis heute ist dieser Widerspruch im Wesen der Republik nicht zweifelsfrei geklärt. Bevor ein Aristokrat nämlich an eine Bewerbung für das Quästorenamt auch nur denken konnte, musste er seinen Militärdienst abgeleistet haben. Am besten war, wenn er sich dabei auch gleich bereits Ruhm erworben hatte, etwa durch einen Sieg mit den ihm unterstellten Truppen, die Plünderung einer reichen Stadt oder Ähnlichem. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Militär der Republik war eine Bürgerarmee. Jeder römische Bürger konnte zur Armee eingezogen werden; seine Ausrüstung musste er selbst stellen. Je reicher ein Bürger war, desto besser die Ausrüstung und desto prestigeträchtiger seine Position in der Armee (etwa Reiterei oder schwere Infantrie). Am Ende eines Feldzugs, der traditionell im Sommer nach der Ernte durchgeführt wurde, erhielt der Soldat einen Anteil an der Beute und kehrte auf seinen Hof zurück. Rom selbst war eine militärfreie Zone: es gab keine bewaffnete Polizei, und Soldaten durften die Stadt nicht in Ausrüstung betreten, ebensowenig ihr Oberbefehlshaber (mit der Ausnahme des Triumphzugs, der vom Senat genehmigt werden musste). Die Stadt war von einer Reihe weißer Steine umgeben, die diese Grenze visuell abzeichneten. Ein Befehlshaber überschritt diese Grenze nach außen in Toga und legte die Rüstung erst im Feldlager an, während er umgekehrt das Kommando über die Armee abgeben und die Rüstung ausziehen musste, um die Stadt betreten zu dürfen. Trotz dieser regelrechten Scheu vor allem militärischen in ihrer eigenen Hauptstadt aber war die Republik ein aggressives Staatswesen, das beständig Kriege führte. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/12/Roman_soldier_end_of_third_century_northern_province.jpg/400px-Roman_soldier_end_of_third_century_northern_province.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/12/Roman_soldier_end_of_third_century_northern_province.jpg/400px-Roman_soldier_end_of_third_century_northern_province.jpg" width="213" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Röm. Legionär, 3. Jhd. n. Chr.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Eroberungen dieser Kriege - erst Italien, dann Teile Südfrankreichs, Spaniens, Illyriens und Nordafrikas - waren dabei eher Nebenprodukt. Den Aristokraten, die diese Kriege führten, ging es vor allem um den Ruhm, den Legionären, die sie kämpften, ging es um die Beute. Dieses Arrangement funktionierte, solange es Feinde in annehmbarer Distanz gab und die Beute reichlich ausfiel. Die ersten Probleme taten sich auf, als die Kriege länger dauerten und weiter entfernt stattfanden. Die Bürgersoldaten konnten so niemals mehr ihre Höfe nur zwischen Ernte und Aussaat verlassen. Zum Glück für die Republik aber stellte dies wegen der demographischen Entwicklung kein größeres Problem dar. Die Bevölkerung wuchs schnell, und die Höfe konnten, um wirtschaftlich zu bleiben, ohnehin nur an den jeweils ältesten Sohn vererbt werden. Die anderen fanden dann wenigstens ein zeitweises Auskommen in der Armee (oder fielen). &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auch in der politischen Arena wetteiferten die Aristokraten um Ruhm, um ihre eigene dignitas zu mehren und zu erhalten. Das römische Glaubenssystem war stark auf das Dieseits ausgerichtet; eine echte Jenseitsvision fehlte vollständig. Eine Hauptmotivation vieler Aristokraten war daher, wenigstens im Nachruhm unsterblich zu werden. Befeuert wurde diese Art des Wettbewerbs dadurch, dass wer Ruhm erlangte - etwa durch einen siegreichen Feldzug - nicht nur einen Triumphzug (Mindestbedingung: 5000 getötete Feinde) gestattet bekam, sondern auch die Genehmigung, Tempel, Säulen und andere Monumente zu errichten und seinen Namen und seine Taten an seinem Privathaus zu verewigen. Solcherart entstandene steinerne Gedenkmäler durften per Gesetz niemals mehr entfernt werden. Selbst wenn Paullus aus der Familie der Ämilier nach seinem gewaltigen Sieg irgendwann sein Haus verkauft hätte, in dessen Fassade er die Geschichte seiner Taten verewigen durfte - der neue Besitzer hätte diese Zeugnisse nicht entfernen dürfen. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1c/Tiberius_Gracchus.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1c/Tiberius_Gracchus.jpg" width="198" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Tiberius Gracchus&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mit dieser Struktur wuchs und gedieh die Republik. Es soll nicht verschwiegen werden, dass dies auf Kosten ihrer Nachbarn geschah. Das kriegslustige Staatswesen mit seiner kompetitiven Aristokratie sorgte für konstanten Nachschub an gewalttätigen Feldzügen, für die die Erringung von Beute - und damit Plünderung und Versklavung - vordringlich waren. Über die Zeit aber integrierte die Republik die geschlagenen Feinde. Die italischen Stämme beispielsweise wurden zu den comites, den Bundesgenossen, Roms und stellten bald 60% der Truppen. Zwar brauchte es einen Bürgerkrieg, der das Land fast an den Rand der Vernichtung trieb, bis der Senat zustimmte den Bundesgenossen das Bürgerrecht zu verleihen. Am Ende aber siegte ihre Integrationskraft, wurde der große Kompromiss der Römer noch einmal bestätigt. Was also war es, das das Fundament der Republik gegen Ende des 2. Jahrunderts vor Christus so sehr ins Wanken brachte, dass es 80 Jahre später einstürzte? &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dies werden wir im zweiten Teil dieses Artikels erörtern.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Literaturhinweise:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/0745633706/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=0745633706"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/0745633706/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=0745633706"&gt;Klaus Bringmann - Römische Geschichte von den Anfängen bis zur Spätantike &lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406608590/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3406608590"&gt;Klaus Bringmann - Geschichte der römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896786776/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3896786776"&gt;Klaus Bringmann - Cicero &lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3050034505/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3050034505"&gt;Klaus Bringmann - Krise und Ende der Römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3486496662/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3486496662"&gt;Jochen Bleicken - Geschichte der Römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/382520460X/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=382520460X"&gt;Jochen Bleicken - Verfassung der Römischen Republik&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3110045842/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3110045842"&gt;Jochen Bleicken - Lex Publica &lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3506739271/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3506739271"&gt;Alfred Heuss - Römische Geschichte&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3652000374/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3652000374"&gt;GEO Epoche Römische Republik&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001HUGYN4/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=httpgeschicht-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=B001HUGYN4"&gt;DVD "Rom"&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;SPQR - Lamré (GNU 1.2)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Gracchus Volksversammlung - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Cicero - Cesare Maccari (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Legionär - Khaerr (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Legionär Reenactment - Matthias Kabel (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;Gracchus - Guilleaume Rouille (gemeinfrei)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg02.met.vgwort.de/na/0ea60cbfb4a84d9e85728fc0bb0ad7ed" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2150046273543576350?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2150046273543576350/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/der-anfang-vom-ende-der-romischen.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2150046273543576350'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2150046273543576350'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/der-anfang-vom-ende-der-romischen.html' title='Der Anfang vom Ende der Römischen Republik, Teil 1/2: Die Verfassung der Republik'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-1502676464042174448</id><published>2011-08-24T10:46:00.000+02:00</published><updated>2011-08-24T10:46:59.690+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im DLF lief eine bemerkenswerte &lt;a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1510400/"&gt;Reportage&lt;/a&gt; zur Geisteshaltung der adeligen Eliten in Kaiserreich und Nationalsozialismus. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber sie geht in eine Richtung, die man sonst wenig hört, besonders was den Widerstand des 20. Juli betrifft.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-1502676464042174448?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/1502676464042174448/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke_24.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1502676464042174448'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/1502676464042174448'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke_24.html' title='Fundstücke'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7362695618403919618</id><published>2011-08-19T07:57:00.000+02:00</published><updated>2011-08-19T07:57:31.480+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Feier der Hundertjährigen Entdeckung des Maccu Piccu hat die SZ eine &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/reise/peru-jahre-wiederentdeckung-der-inka-stadt-die-wahren-entdecker-von-machu-picchu-1.1117494"&gt;Bilderstrecke&lt;/a&gt; zum Thema.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-7362695618403919618?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/7362695618403919618/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke_19.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7362695618403919618'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7362695618403919618'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke_19.html' title='Fundstücke'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-5074057634506564163</id><published>2011-08-17T15:43:00.000+02:00</published><updated>2011-08-17T15:43:13.979+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Neuzeit'/><title type='text'>Drei Sätze, die die Welt veränderten</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7e/National_Archives_Declaration.jpg/489px-National_Archives_Declaration.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7e/National_Archives_Declaration.jpg/489px-National_Archives_Declaration.jpg" width="261" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Declaration of Indepedence, Original&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;In den letzten Juni-Tagen des Jahres 1776 diskutierten die Abgeordneten des Continental Congress in Philadelphia hitzig über die Frage der Unabhängigkeit. Viele Staaten wollten sie, einige waren dagegen. Thomas Jefferson hatte mittlerweile einen Text ausgearbeitet, der im Falle einer Annahme der Unabhängigkeit diese offiziell erklären sollte. Die ersten drei Sätze dieser Unabhängigkeitserklärung haben eine Sprengkraft in sich, die ihresgleichen sucht. Immer wieder haben Unabhängigkeitsbewegungen in anderen Ländern auf diese Sätze rekurriert; unter den kuriosesten dieser Bezugnahmen ist sicherlich die 1945 veröffentlichte Erklärung der Volksrepublik Vietnam, die ihre Unabhängigkeit ausgerechnet im blutigen Kampf gegen das große Vorbild erstreiten sollte. Es lohnt sich einen genaueren Blick darauf zu werfen, was diese Erklärung eigentlich so außergewöhnlich macht, und was die in ihr veröffentlichten Sätze eigentlich selbst heute noch bedeuten. Die drei Sätze lauten: &lt;br /&gt;&lt;i&gt;"When in the Course of human events, it becomes necessary for one people to dissolve the political bands which have connected them with another, and to assume among the powers of the earth, the separate and equal station to which the Laws of Nature and of Nature's God entitle them, a decent respect to the opinions of mankind requires that they should declare the causes which impel them to the separation. We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness."&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir wollen mit dem ersten Satz beginnen. Die Einleitung beginnt mit dem "&lt;i&gt;course of human events"&lt;/i&gt; und stellt den Revolutionskampf der USA damit in eine Reihe mit anderen großen Taten. Es handelt sich also nicht um eine kleine Rebellion um Steuerfragen, sondern um ein weltbewegendes Ereignis - in einer Reihe mit Cäsar, den Kaisern des Mittelalters oder dem Untergang der Armada. Übergroße Bescheidenheit jedenfalls müssen sich die Gründerväter nicht vorwerfen lassen. Im Folgenden erklären die Schreiber der Erklärung, dass das Loslösen ihrer Bande von England "&lt;i&gt;necessary&lt;/i&gt;" sei, notwendig also. Warum dies so ist erklären sie später - außerhalb unserer drei Sätze - in großem Detail, aber diese Floskel ist dazu da jeden Verdacht über die Größe und Edelhaftigkeit des Tuns zu zerstreuen. Der Halbsatz aber, der nun eingeschoben wird, hat es bereits in sich: "&lt;i&gt;and to assume among the powers of the earth the seperate and equal station to which the laws of nature and nature's god entitle them&lt;/i&gt;". Das neue Staatswesen, das sich hier erklärt, beansprucht denselben Stand in der Welt wie Großbritannien, Frankreich oder andere Großmächte. Vollständige Unabhängigkeit also, ohne einen weiteren Herren über sich. Das ist bereits starker Tobak. Wirklich revolutionär aber ist die Begründung, die hierzu angebeben wird: die Naturgesetze selbst, und der Gott, der über sie wacht (wegen der verschiedenen Glaubensrichtungen neutral als "&lt;i&gt;nature's god&lt;/i&gt;" umschrieben) erlauben eine solche Separation. Das ist neu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/Declaration_independence.jpg/800px-Declaration_independence.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="210" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/Declaration_independence.jpg/800px-Declaration_independence.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Unterzeichnung der Erklärung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Wenn vorher ein Staatswesen hat unabhängig werden wollen, nutzte es in monarchischen Systemen meist irgendwelche genealogischen Begründungen: ein alter Lehensvertrag habe seine Gültigkeit verloren, weil die ursprüngliche Linie ausgestorben sei. Gerne wurde auch darauf verwiesen, dass Lehenspflichten nicht erfüllt und der Vertrag damit hinfällig geworden sei. Am häufigsten aber begründete man gar nicht, sondern erstritt sich seine Position mit der Macht der Waffen. Legitimieren konnte man später immer noch, indem man Urkunden fälschte oder religiöses Geklimper vorschob. Die hier ihre Unabhängigkeit erklärenden Staaten aber erklären ein allgemeines, universell gültiges Prinzip, quasi eine Frühform des Selbstbestimmungsrechts der Völker, das sie für sich in Anspruch nehmen. Knapp 90 Jahre später wird dieses Prinzip sie in einen blutigen Bürgerkrieg stürzen, aber der wetterleuchtet allenfalls fern am Horizont, als Jefferson seine Zeilen niederschreibt. Der letzte Halbsatz, der vom "&lt;i&gt;decent respect for the opinions of mankind&lt;/i&gt;" spricht, die eine Erklärung erst nötig machen würden, dürfen dagegen getrost als falsche Bescheidenheit ausgelegt werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser erste Satz bietet aber nur die Einleitung. Wirklich und wahrhaftig revolutionär sind die "&lt;i&gt;self-evident truths&lt;/i&gt;", die der nächste Satz verkündet. "&lt;i&gt;All men are created equal&lt;/i&gt;" war im 18. Jahrhundert revolutionär, und konsequenterweise würden die USA als erstes Land auch den Adel komplett abschaffen. Man sollte nicht so weit gehen, die gleiche Erschaffung, die hier angesprochen ist, mit gleichen Rechten zu übersetzen - so progressiv waren die Gründerväter sicher nicht. Frauen, Besitzlose und Sklaven konnten problemlos benachteiligt werden, weil man ihnen keine Rechtsfähigkeit zugestand. Sie waren gewissermaßen auf dem Stand von Kindern, bei denen selbst heute niemand auf die Idee kommen würde, ihnen alle Rechte und Pflichten von Erwachsenen zuzugestehen. Trotzdem war der Gedanke revolutionär: wenn alle Menschen gleich waren bzw. zumindest gleich sein konnten, gab es keine Grenze dessen, was ein Einzelner erreichen konnte. Der daraus resultierende Mythos sollte als "amerikanischer Traum" zu einer der wirkmächtigsten Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/T_Jefferson_by_Charles_Willson_Peale_1791_2.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/T_Jefferson_by_Charles_Willson_Peale_1791_2.jpg" width="227" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Thomas Jefferson&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Damit war aber nicht genug. Der göttliche Erschaffer hatte alle Menschen nämlich mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet, die nicht einmal die Regierung ihnen nehmen konnte. In einer Zeit, in der das absolute Gottesgnadentum als Staatsideologie noch vorherrschend war, bedeutete die Postulierung von unveräußerlichen Rechten die eigentliche Revolution. Definiert wurden sie nicht vollständig; es wurden nur einige genannt ("&lt;i&gt;among these are…&lt;/i&gt;"): Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Die Trias hatte in der Zeit zwischen 1763 und 1776 noch "Life, Liberty, Property" gelautet, da nach dem traditionellen Verständnis der angelsächsischen Liberalen nur der Mann mit Besitz ein vollständiger und verantwortlicher Staatsbürger sein konnte; dass die offenere Formulierung des Strebens nach Glück gewählt wurde, sollte sich für spätere Zeiten als Glücksfall erweisen, erlaubte es doch eine wesentlich offenere und inkludierendere Gesellschaft. Die Werte von Freiheit und Leben waren natürlich nicht insofern absolut, als dass Militärdienst oder Strafe sie nicht ganz oder teilweise aufheben konnten; sie waren aber vor willkürlicher Verfolgung sicher - gegenüber Europa ein Fortschritt gigantischen Ausmaßes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der dritte Satz definiert dann, schlussendlich, die Rolle von Regierung. Man muss sich vor Augen halten, dass die amerikanische Revolution sich hauptsächlich über eine Verletzung der bislang postulierten Grundsätze durch Großbritannien legitimierte (ein Anspruch, über den man getrost streiten kann). Letzten Endes sind die einleitenden Sätze nur ein Vehikel, mit dem man einen Strafbestand schafft, den man Großbritannien an den Hals hängen kann. Ihre Bedeutung aber ging ins Grundsätzliche. Wir sehen dies erneut bei der Rolle von Regierungen. Diese sind laut der Unabhängigkeitserklärung nämlich nur zu einem Zweck da: die oben genannten unveräußerlichen Rechte zu schützen. Und noch weiter: seine Macht erhielt der Staat nur und ausschließlich aus der Zustimmung der Staatsbürger. Das war ungeheuerlich. Nicht Gott selbst setzte Regierungen ein, keine Ahnenreihe beschützte sie, und sie dienten auch nicht irgendwelchen Prinzipien oder der Einhegung von Partikularinteressen, wie das noch Machiavelli oder Hobbes verkündet hatten. Stattdessen sollten Regierungen die Rechte ihrer Bürger schützen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cf/US-Unabh%C3%A4ngigkeitserkl%C3%A4rung-deutsch.jpg/487px-US-Unabh%C3%A4ngigkeitserkl%C3%A4rung-deutsch.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/cf/US-Unabh%C3%A4ngigkeitserkl%C3%A4rung-deutsch.jpg/487px-US-Unabh%C3%A4ngigkeitserkl%C3%A4rung-deutsch.jpg" width="260" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Deutsche Version, 1776&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Dass der Mensch nicht gut ist wusste auch Jefferson, weswegen der nächste Halbsatz auch gleich dahingehend lautet, dass eine Regierung, die diese Grundsätze verletzt, durch eben diese Staatsbürger abgeschafft oder geändert werden kann. Die Staatsbürger seien außerdem, so die Erklärung, dazu berechtigt eine neue Regierungsform zu schaffen, die auf den Grundsätzen beruht, die sie zur Sicherung der unveräußerlichen Rechte für am geeignetsten empfinden. Die Unabhängigkeitserklärung setzte die unveräußerlichen Rechte explizit über das Staatswesen, das sie im gleichen Atemzug konstituierte. Würden die neu geschaffenen USA jemals ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen, ihren Bürgern diese Rechte zu garantieren, so dürfte man sie ändern (etwa durch Wahlen) oder abschaffen. Die neue Regierung aber, und das ist die Bedingung, müsste diese Rechte ebenfalls sichern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dadurch wird die Staatenlegitimation auf eine völlig neue Grundlage gestellt. Der Staat existiert nicht mehr aus sich heraus, weil er es kann und mit militärischer Macht seine Existenz sowohl den eigenen Bürgern als auch fremden Staaten gegenüber sichert. Er existiert, um universelle, auf der ganzen Welt gültige Werte zu sichern. Tut er es nicht - und im Folgenden werden zahllose teils schwer konstruierte Belege dafür aufgelistet, dass Großbritannien es nicht tut - so dürfen die Bürger die Regierung abschaffen. Im Verlauf des 19., besonders aber des 20. Jahrhunderts sollte diese Idee eine Wirkmächtigkeit erlangen, die ihresgleichen sucht. Für die USA selbst erwies sich, nachdem man nach längeren Wirren eine tragfähige Verfassung gefunden hatte, diese Idee als segensreich. Und für viele andere Länder, die ihre Demokratien auf diesen Werten aufbauten ebenso.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Declaration - Thomas Jefferson (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Unterzeichnung - John Trumbull (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Jefferson - Charles Wilson Peale (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Deutsche Version - Dt. hist. Museum Berlin (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/c78dccbdd0684a1e9f5e288ef56a29ca" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-5074057634506564163?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/5074057634506564163/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/drei-satze-die-die-welt-veranderten.html#comment-form' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5074057634506564163'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5074057634506564163'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/drei-satze-die-die-welt-veranderten.html' title='Drei Sätze, die die Welt veränderten'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-8281874867795619572</id><published>2011-08-15T12:06:00.000+02:00</published><updated>2011-08-15T12:06:40.930+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In der SZ findet sich ein&lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/comic-forscher-ralf-palandt-superman-hat-hitler-bekaempft-1.1121854"&gt; Artikel &lt;/a&gt;zu einer Münchner Ausstellung über die Verarbeitung von Nazidiktatur und Holocaust in Comics. Der Kurator ist offensichtlich im Metier bewandert und geht nicht auf die grenzwertigen Fragen der Interviewer ein, sondern gibt stattdessen ausführliche und sachliche Antworten. &lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-8281874867795619572?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/8281874867795619572/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8281874867795619572'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8281874867795619572'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke.html' title='Fundstücke'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-8119876707825335666</id><published>2011-08-12T13:44:00.001+02:00</published><updated>2011-08-27T22:29:16.443+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kontrafaktisches'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Keine Chance für Weimar?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse &lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1f/Bundesarchiv_B_145_Bild-P011502,_Berlin,_Reichskanzlei,_Philipp_Scheidemann.jpg/423px-Bundesarchiv_B_145_Bild-P011502,_Berlin,_Reichskanzlei,_Philipp_Scheidemann.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1f/Bundesarchiv_B_145_Bild-P011502,_Berlin,_Reichskanzlei,_Philipp_Scheidemann.jpg/423px-Bundesarchiv_B_145_Bild-P011502,_Berlin,_Reichskanzlei,_Philipp_Scheidemann.jpg" width="224" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Ausrufung der Republik durch Scheidemann&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Die Geschichte der Weimarer Republik wird oftmals als Geschichte des Scheiterns geschrieben. Aus der heutigen Perspektive, mit dem Wissen um die Geschehnisse der drei letzten Jahre ihres Bestehens, ist das verständlich. Das Scheitern Weimars machte die nationalsozialistische Dikatur erst möglich, beendete die erste deutsche Demokratie und stieß das Land für zwölf Jahre in den Abgrund stetig zunehmender, furchtbarer Barbarei. Oftmals wird das Scheitern Weimars, bewusst oder unbewusst, als unvermeidlich angesehen. Das kommt daher, dass der zentrale Fokus auf dem Scheitern Weimars liegt und die Geschichtsdarstellungen häufig nach den Gründen für dieses Scheitern forschen. Die Wegkreuzungen zu sehen, an denen sich alles hätte anders entwickeln können, ist dabei nicht immer ganz einfach. Im Folgenden soll der Versuch hierzu unternommen werden.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Weimarer Republik stand in den Jahren ihres Bestehens mehrmals an dem Abgrund, in den sie am Ende fiel. Es begann mit ihrer Geburt, als ihre Existenz von Kräften links wie rechts herausgefordert wurde, ging über in das Vier-Krisenjahr 1923, in dem die extreme Rechte im Windschatten einer Wirtschaftskrise die Macht zu erlangen hoffte und mündete schließlich in der Dauerkrise ab 1930 mit ihren Präsidialkabinetten und schließlich der Berufung Hitlers zum Reichskanzler 1933. Die erste dieser Krisen überwand sie nur mit der Hilfe rechtsextremer Elemente, die sie ultimativ zu überwerfen trachteten. Daraus resultierte eine beständige Schlagseite, die wie ein langsam wuchernder Krebs die demokratischen Grundlagen aushöhlte. Die Krise 1923 dagegen überwand die Republik aus eigener Kraft, wenngleich unter hohen Kosten: die Besetzung des Ruhrgebiets wurde beendet, die Währung reformiert, der Hitler-Putsch niedergeschlagen und die Separatisten im Rheinland besänftigt. Der Preis dafür war die Entfremdung des durch die Hyperinflation enteigneten Kleinbürgertums von der Republik und die Stützung autokratischer Elemente in Bayern, das zu einem Hort rechter Reaktion wurde.&lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3f/Bundesarchiv_Bild_119-1983-0021,_Kapp-Putsch,_Berlin.jpg/414px-Bundesarchiv_Bild_119-1983-0021,_Kapp-Putsch,_Berlin.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3f/Bundesarchiv_Bild_119-1983-0021,_Kapp-Putsch,_Berlin.jpg/414px-Bundesarchiv_Bild_119-1983-0021,_Kapp-Putsch,_Berlin.jpg" width="221" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Flaggenhissung beim Kappputsch&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Die Bewältigung dieser Krisen stärkte die Republik. Der wirtschaftliche Aufschwung zwischen 1924 und 1929 (die berühmten "Goldenen Zwanziger") versöhnte große Teile des Landes mit der Republik, die hauptsächlich von bürgerlichen Regierungen regiert wurde. Als 1930 die letzte demokratische Koalition auseinanderbrach und keine neue parlamentarische Mehrheit gefunden werden konnte, nutzte Reichspräsident Hindenburg seine konstitutionellen Möglichkeiten im Bereich der Notverordnungen und ließ einen Kanzler von seinen Gnaden regieren, Heinrich Brüning, dessen Agenda die Negierung des Versailler Vertrags und die Liquidierung des Parlamentarismus war. Erfolg jedoch war Brüning nicht beschieden. Das Parlament fand zwar nicht die Kraft, selbst regierend tätig zu werden, konnte aber immerhin Brüning so weit blockieren und hemmen, dass Hindenburg die Geduld mit ihm verlor. Auch die folgenden Reichskanzler von Papen und von Schleicher erwiesen sich als unfähig, die Macht des Parlaments zu brechen - dies sollte erst den skrupellosen Methoden Hitlers gelingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Reichstag war also deutlich stärker als man aus seiner siechenden Episode zwischen 1930 und 1933 annehmen könnte. Die Kanzler waren auf eine Tolerierung ihrer Regierung durch das Parlament angwiesen. Für den Reichstag war das ein Rückfall in frühere Zeiten des Kaiserreichs, in dem seine Hauptkompetenz das Nein-Sagen gewesen war, ohne dass es effektive Gestaltungsmacht in Händen gehalten hätte. Die weitverbreiteten Vorurteile, dass es sich beim Parlament nur um eine "Schwatzbude" handle. Diese defätistische Einstellung hatte zu einem guten Teil sogar von den bürgerlichen Abgeordneten selbst Besitz ergriffen, was die Leichtigkeit erklärt, mit der Hitler 1933 die Parteien abschaffen und das Parlament zu einem reinen Deklamationsorgan herabwürdigen konnte.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Frage, der hier nachgegangen werden soll ist Folgende: war, beginnend mit der Kanzlerschaft Heinrich Brünings, diese Abfolge von Ereignissen hin zur Abschaffung der Demokratie auf dem einen oder anderen Weg unvermeidlich, oder hatte die Weimarer Republik prinzipiell das Potential, sich selbst wieder zu erholen, wie sie es bereits 1919 und 1923 getan hatte?&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/37/Bundesarchiv_Bild_119-2600,_Heinrich_Br%C3%BCning.jpg/409px-Bundesarchiv_Bild_119-2600,_Heinrich_Br%C3%BCning.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/37/Bundesarchiv_Bild_119-2600,_Heinrich_Br%C3%BCning.jpg/409px-Bundesarchiv_Bild_119-2600,_Heinrich_Br%C3%BCning.jpg" width="218" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Reichskanzler Brüning&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Um diese Frage zu beantworten gilt es, zuerst die Gründe für die Kanzlerschaft Brünings zu erörtern. Brüning war kein Spitzenpolitiker der Zentrumspartei, deren Mitglied er war, vielmehr war er ein Sonderling in den eigenen Reihen, wo seine Ansichten nicht unbedingt mehrheitsfähig waren. Er besaß jedoch gute Kontakte in die Kamarilla um Reichspräsident Hindenburg und war in der Lage, ihr eine Vision von seiner Kanzlerschaft zu unterbreiten, die auf ihre Zustimmung stieß. Sein Programm war dazu angelegt, mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen: die Macht der Sozialdemokratie und der ihr verbundenen Gewerkschaften zu brechen, die Fesseln des Versailler Vertrags abzuwerfen und das Parlament zu entmachten und eine autoritäre, nicht näher bestimmte Regierungsform an ihre Stelle zu setzen. Es ging wohl weder um eine Rückkehr zu Monarchie, wie Wilhelm II. es sich im niederländischen Exil ausmalte und Hindenburg wünschte, aber auch nicht um eine reine Diktatur wie Hitler sie später einführen würde. Am ehesten vergleichbar dürften die Ambitionen Brünings und seiner Gönner mit denen des österreichischen Kanzlers Dollfuß und seinen Vorstellungen des Ständestaates sein: ein autoritäres System mit einer patriarchalisch-gütigen Führung, in dem jeder seinen angestammten Platz hatte.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um dieses Ziel zu erreichen, plante Brüning die gerade ausufernde Weltwirtschaftskrise für seine Zwecke einzuspannen. Anstatt der Krise durch antizyklische Investitionsmaßnahmen zu begegnen und so die schlimmsten Auswirkungen abzufedern, beschloss er eine prozyklische Sparpolitik, um im Einklang mit den sinkenden Staatseinnahmen die Ausgaben zu kürzen. Die Arbeitslosigkeit wurde so verschärft und stieg weiter an; die erst 1927 gegründete Arbeitslosenversicherung besaß noch nicht annähernd genügend Rücklagen um den herben Anstieg zu verkraften, so dass das Elend um sich zu greifen begann. Die Flutung des Arbeitsmarkts mit verzweifelten Arbeitswilligen schwächte die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften scharf, und zusammen mit ihnen verlor auch die Sozialdemokratie rasant an Glaubwürdigkeit in der Arbeiterschaft und bei den Angestellten, die sie erst jüngst (weitgehend erfolglos) zu erreichen versucht hatte. Gleichzeitig, so Brünings Kalkül, sollte das Elend und die offensichtliche Zahlungsunfähigkeit Deutschlands - verschärft durch den Rückruf kurzfristiger Kredite durch die USA - die Siegermächte des Ersten Weltkriegs davon überzeugen, die Reparationen zu streichen, die der Versailler Vertrag und der Dawes-Plan festgesetzt hatten. Beide Faktoren - Ausschaltung der Sozialdemokratie und nationale Erfolge gegen den Versailler Vertrag - würde den Boden für den reaktionären Umsturz bringen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/41/Bundesarchiv_Bild_136-B0228,_Kurt_von_Schleicher.jpg/390px-Bundesarchiv_Bild_136-B0228,_Kurt_von_Schleicher.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/41/Bundesarchiv_Bild_136-B0228,_Kurt_von_Schleicher.jpg/390px-Bundesarchiv_Bild_136-B0228,_Kurt_von_Schleicher.jpg" width="208" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Schleicher 1932&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Brüning hatte keinen Erfolg. Zwar konnte er die Sozialdemokratie schwächen, jedoch gelang es ihm nicht sie als politischen Faktor zu neutralisieren. Sehr erfolgreich war dagegen seine Austeritätspolitik; das Massenlelend griff um sich und die Reparationszahlungen des Versailler Vertrags ausgesetzt (und damit effektiv beendet). Allein, die enttäuschten und verängstigten Massen wandten sich der NSDAP und KPD zu, in einem Ausmaß, das Brüning nicht vorhergesehen hatte. Nach zwei Jahren, innerhalb derer seine adeligen Gönner immer ungeduldiger wurden, wurde er von ihnen dann abgesägt. Die rapide Fahrt in den Abgrund, auf ewig mit den Namen Schleicher und Papen verbunden, begann. Was die adeligen, reaktionären Konspirateure bei ihren Plänen nicht bedacht hatten, nicht bedenken konnten, war dass ihre Pläne auf einem äußerst sandigen Grund standen. Sie wollten letztlich die Beteiligung der Massen am politischen Prozess völlig ausschalten, der stattdessen - wie in der von ihnen völlig verklärten und verzerrten Kaiserzeit - von einigen wenigen Aristokraten geleitet werden sollte.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dieser Zug aber war erkennbar abgefahren. Zwar lagen die Intriganten richtig, als sie der Republik und dem Liberalismus keinen echten Rückhalt in der Bevölkerung zubilligten. Sie verkannten allerdings völlig das Potential von "Masse". Der Erste Weltkrieg hatte bei den Soldaten tatsächlich vorherige Affinitäten zu Sozialismus und Liberalismus beseitigt; einen gesteigerten Konservatismus aber hatte er nicht hervorgerufen. Stattdessen herrschte eine diffuse Affinität zum Führerprinzip vor, der straffen Führung durch eine hevorgehobene Person, die Kraft einer besonderen Autorität in ihre Stellung kam und der sich die anderen bedingungslos unterordneten. Diese Autorität entsprach dem persönlichen Charisma des Führers und dem Beweis seiner Durchsetzungskraft - beides keine Faktoren, auf die die adeligen Intriganten bauen konnten. Der Erfolg des Nationalsozialismus machte die Treiber so schnell zu Getriebenen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/57/Bundesarchiv_B_145_Bild-P049613,_Berlin,_Tempelhofer_Feld,_SA-Fahnenweihe.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="214" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/57/Bundesarchiv_B_145_Bild-P049613,_Berlin,_Tempelhofer_Feld,_SA-Fahnenweihe.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Fahnenweihe der SA&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Eingekeilt zwischen den rechtsextremen Massenorganisationen auf der einen und den reaktionären Intriganten auf der anderen Seite - hatte die Republik eine Chance zu überleben? Vermutlich ja. Die Uneinigkeit ihrer Gegner war der größte Vorteil in dieser Auseinandersetzung. Nicht nur hassten sich die radikale Linke und die radikale Rechte bis aufs Blut und waren sich lediglich in ihrer Feindschaft zur Republik einig. Die radikale Rechte war in sich selbst gespalten und uneins, und es war erst die Entwicklung der Jahre zwischen 1930 und 1932, die aus der NSDAP die beherrschende Partei des rechten Randes machte und alle anderen Führerparteien aufsaugen ließ. Selbst dann aber gab es eine rechtsradikale Opposition gegen die Nationalsozialisten, die vor allem aus der Reaktion der alten Eliten bestand, denen der Massengedanke und die Vulgarität des Hakenkreuzes zuwider war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zudem war es schwer möglich, der Republik gegen entschlossenen Widerstand den Garaus zu machen. Die Putschversuche von 1920 und 1923 hatten das deutlich gezeigt: der eine war am Widerstand und Generalstreik der Gewerkschaften zerschellt, der andere von den Polizeikräften einer autoritären Halbdiktatur zerschlagen worden, die in den Putschisten eine Gefahr für die eigene Stellung sah. Das Drama der Jahreswende 1932/33 wäre kaum möglich ohne die Machtkämpfe und Intrigen innerhalb der Rechten selbst. Hätte es zu diesem Zeitpunkt einen demokratischen Widerstand gegeben, hätte das Kartenhaus von Papens zum Einsturz gebracht werden können, bevor Hitler mit seinen Notstandsgesetzen hineinschlug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4a/Bundesarchiv_Bild_146-1972-033-15,_Berlin,_SPD-Wahlpropaganda.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="226" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4a/Bundesarchiv_Bild_146-1972-033-15,_Berlin,_SPD-Wahlpropaganda.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Wahlkampfkorso der SPD&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Widerstand wäre vermutlich bereits gegen die Regierung Brüning möglich gewesen. Sie konnte überhaupt nur zwei Jahre lang existieren, weil die Sozialdemokratie sie tolerierte, aus Furcht dass bei einem Sturz Brünings endgültig die antirepublikanische Rechte das Ruder übernehmen würde und dass man vielleicht das Schlimmste doch verhüten könnte. Vielleicht wäre es besser gewesen, auf scharfen Oppositionskurs einzuschwenken und die eigene Basis und die Gewerkschaften gegen Brünings Austeritätspolitik zu mobilisieren; dafür jedoch fehlte wohl der theoretische Unterbau. Welche ökonomischen Alternativen hatte man denn zum Sparen in der Krise? Keynes' Ideen wetterleuchteten allenfalls im Kopf Roosevelts, aber sicher nicht in denen der Sozialdemokraten. Für eine Totalopposition nach KPD-Vorbild jedoch war man zu staatstragend, letztlich zu verantwortungsvoll. Was manche sicher ahnten wurde jedoch später Gewissheit: dass Brüning nicht nur schlechte Politik betrieb, sondern in Wahrheit danach trachtete, den Staat, den die Sozialdemokratie mit ihrer Tolerierung zu tragen gedachte, von seinem Sockel zu stoßen. Allein, die einzig andere verbliebene halbwegs demokratische Partei mit nennenswerter Stärke, das Zentrum, war durch Brüning Regierungspartei. Ihre Unterstützung hatte man keinesfalls, und eine Zusammenarbeit mit KPD oder gar NSDAP bzw. DNVP war ausgeschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es hätte damals einer Alternative von Seiten der Sozialdemokratie bedurft, die der fruchtlosen Verwaltung des Mangels eines Brüning gegenübergestellt werden hätte können. Eine Alternative aber wurde dem Wähler damals seitens der demokratischen Parteien nicht mehr zugebilligt. Wer verzweifelt war ob des ökonomischen Desasters hatte, wenn er gegen die aktuelle Politik wählen wollte, nur KPD oder NSDAP zur Auswahl. Es war die mangelnde Alternative, mithin Grundstein der Demokratie, die die Weimarer Republik in diesen zwei Jahren aushöhlte - das Gift eines falschen Pragmatismus und der sozialdemokratische Irrglaube, der Wähler werde es schon irgendwie belohnen, später dann, wenn er die Richtigkeit erkannt hätte. Brünings Kanzlerschaft hätte vielleicht noch auf demokratischem Wege beendet werden können, in einem Wettkampf der Ideen. Kraft dafür hatte niemand mehr, am wenigsten diejenigen, auf deren Schultern die Verantwortung lastete. Die SPD hatte gerade erst die Große Koalition mit dem Zentrum beendet, war ausgelaugt und hoffte sich im üblichen Schaukelspiel der Weimarer Koalitionspolitik in der Opposition "regenerieren" zu können. Das war ein Irrtum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/ba/Vonpapen1.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/ba/Vonpapen1.jpg" width="263" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Papen 1945&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Als die Macht aus Brünings Händen glitt und einem intriganten Aristokraten namens von Papen zufloss, dessen hervorstechendstes Charaktermerkmal seine persönliche Freundschaft mit dem in die Demenz rutschenden Hindenburg war, existierte die Republik nur noch als Anstrich, der Reichstag als Spielstein, den umzuwerfen sich die handelnden Akteure auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Von Papen wie sein Nachfolger (und bald wieder Vorgänger) von Schleicher wollten mit dem Hammer erreichen, was Brüning noch Stück für Stück und mit dem Anstrich legislativer Legalität geplant hatte: am Parlament vorbeizuregieren und es auf kurze Sicht als Machtfaktor im Staate auszuschalten. Sie stützten sich noch viel mehr als Brüning auf das Instrument der reichspräsidentiellen Notverordnung und machten sich persönlich vollständig von Hindenburg abhängig. Dieser verharrte in einem merkwürdigen Geisteszustand: einerseits hasste er die Republik, die er verkörperte, andererseits nahm er seinen Amtseid ernst genug, um sie nur "legal" stürzen zu wollen. An diesem Widerspruch scheiterten sowohl Papen als auch Schleicher. Der Reichstag hatte zu diesem Zeitpunkt seine Funktion eingebüßt. Sprach er den Kanzlern von Hindenburgs Gnaden das Misstrauen aus, so wurde er aufgelöst, und mit jeder Auflösung und Neuwahl wurden die radikalen Kräfte von links und rechts stärker. Dieser Teufelskreis lähmte die verbliebenen, endgültig in ihrer Gesamtheit in die Minderheit geratenen demokratischen Kräfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit den Mitteln parlamentarischer Politik war der Bedrohung nicht mehr beizukommen, denn der Gegner spielte nach anderen Regeln. Hätten die Parteien den Sturz der Kanzler betreiben wollen, blieb ihnen nur ein Ausweg: massiven Druck auf Hindenburg auszuüben, so dass dieser gezwungen wäre sie fallen zu lassen. Die Lage war jedoch generell katastrophal, und solcher Druck war kaum mehr zu bewerkstelligen. Wenn es dem Reichstag doch gelang, sich zwischen Auflösungsdrohungen und der eskalierenden Gewalt der militanten Ableger radikaler Parteien zu einer gemeinsamen Aktion aufzuraffen, so gelang es kaum mehr als einen Austausch aristokratischer Intriganten zu erreichen. Eine entschlossene Abwehrfront hätte vielleicht trotzdem Erfolg haben können, wenngleich die Wirtschaftskrise mittlerweile ihre volle Wirkung erreicht hatte und das Interesse an solcher Politik gegenüber Versprechungen über eine Lösung der Lage zurücktreten ließ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/df/Bundesarchiv_Bild_102-02985A,_Berlin,_Fackelzug_zur_Machtergreifung_Hitlers.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="238" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/df/Bundesarchiv_Bild_102-02985A,_Berlin,_Fackelzug_zur_Machtergreifung_Hitlers.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Fackelzug zur Machtergreifung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Der Reichstag war die geringste Sorge der Verschwörer Schleicher und Papen, die sich vorrangig Gedanken darüber machten, wie sie die NSDAP für ihre Zwecke einspannen oder aber zerschlagen könnten. Beide Vorstellungen waren völlig unrealistisch. Die lächerlichen Versuche Schleichers, einen eingebildeten linken, seriösen Flügel der NSDAP unter Gregor Strasser abspalten und die NSDAP so schwächen zu können verkannte völlig das Machtgefüge innerhalb der Partei. Die Idee Papens, Hitler und seine engsten Spießgesellen in ein konservatives Kabinett einzurahmen und sie so zu neutralisieren unterschätzte die Skrupellosigkeit und den Willen Hitlers ebenso fatal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Hitler am 30. Januar 1933 Reichskanzler wurde, öffnete sich zum letzten Mal ein Fenster, in dem die Republik hätte gerettet werden können. Im Moment höchster Bedrohung, als Hitler die Reichstagssitzung zur Annahme der Ermächtigungsgesetze eröffnete, die ihm die formale Grundlage seiner Diktatur bilden würden, benötigte er zumindest die Stimmen des Zentrums für die erforderliche Mehrheit, wenn er nicht den offenen Staatsstreich riskieren wollte. Dieses Risiko wollte er allerdings nach Möglichkeit vermeiden. Hätten an dieser Stelle die demokratischen Parteien gegen den Mann zusammengestanden, der aus seinem Hass auf sie genausowenig eine Abneigung gemacht hatte wie aus seiner Absicht, ihnen den Garaus zu machen - die legale Annahme des Ermächtigungsgesetzes wäre gescheitert. Es war die letzte, allerletzte Möglichkeit, die die Träger des republikanischen Systems noch hatten um es zu retten, bevor Hitler die Abrissbirne daran legte und damit die Arbeiten beendete, die Brüning begonnen hatte. Es ist schwer vorstellbar, was geschehen wäre, wenn die Reichstagssitzung mit der Ablehnung der Gesetze geendet hätte. Für die beteiligten Abgeordneten wäre es sicher nicht angenehm gewesen, bedenkt man, dass SA-Schläger hinter ihnen standen und geradezu auf ein verdächtiges Zucken warteten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Bundesarchiv_Bild_102-14439,_Rede_Adolf_Hitlers_zum_Erm%C3%A4chtigungsgesetz.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="229" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Bundesarchiv_Bild_102-14439,_Rede_Adolf_Hitlers_zum_Erm%C3%A4chtigungsgesetz.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Hitlers Rede zum Ermächtigungsgesetz&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Eine Ablehnung, und das musste allen Beteiligten klar sein, war das Signal zum Bruch mit der bisherigen Akzeptanz und Tolerierung der Präsidialkanzler. Das Aussprechen parlamentarischen Misstrauens würde Hitler nicht stoppen. Wie bereits 1919/20 drohte offener Bürgerkrieg. So oder so würde Blut in den Straßen fließen. Menschlich ist es verständlich, dass viele Abgeordnete vor dieser Aussicht zurückschreckten und die Hoffnung behielten, dass es vielleicht doch nicht so schlimm für sie würde - eine Hoffnung, die Hitler nach Kräften nährte, solange es sich nicht um Sozialdemokraten oder Kommunisten handelte. Die SA zählte zu dieser Zeit bereits über eine Million Mann, während die Kampftruppe der Republikaner, das "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold", bei weitem nicht so stark und zudem deutlich weniger motiviert war. Auch die kommunistischen Verbände, auf deren Unterstützung ohnehin nicht zu zählen war, konnten den Vergleich zu Hitlers braunen Schlägern kaum bestehen. Die einzige Hoffnung, die die Republik in einem solchen Kampf haben könnte, war wie 1920 der Generalstreik der Gewerkschaften. Würden sie sich dem neuen Regime verweigern, so käme das Land zum Stillstand. Allein, die Politik Brünings hatte dafür gesorgt, dass diese Möglichkeit zahnlos war. Sechs Millionen potentielle Streikbrecher und eine in ganz Deutschland verbreitete Schlägerarmee bedeuteten völlig andere Ausgangsbedingungen für ein Überstehen eines solchen Aufstands als 1920, und selbst wenn man es wagte, so dürfte vielen noch bitter die Erinnerung an den sozialdemokratischen Verrat und deren Bündnis mit den Mordkommandos der Freikorps im Kopf herumspuken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein solcher Widerstand, ob erfolgreich oder nicht, hätte den Tod hunderter, wenn nicht Tausender, und zumindest für eine Weile offene Kämpfe bedeutet. Am Ende hätte Hitler vielleicht doch triumphiert. Er wäre jedoch Putschist gewesen, gebrandmarkt mit dem Odium des Tyrannen von Anfang an, und hätte es vielleicht schwieriger gehabt, seine Herrschaft in allen Bevölkerungsschichten zu legitimieren. Sicherlich würde man sich der Weimarer Republik und damit der ersten deutschen Republik anders erinnern, wenn sie kämpfend untergegangen wäre. Für die Toten eines solchen Fanals wäre das nur ein schwacher Trost, doch die Chance, das unermessliche Leid zu verhindern das Hitler in den folgenden Jahren entfesseln sollte, lässt einen trotz alledem erschauern.  &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Ausrufung - unbekannt (CC-BY-SA 3.1)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Kappputsch - unbekannt (CC-BY-SA 3.1)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Brüning - unbekannt (CC-BY-SA 3.1)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Schleicher - unbekannt (CC-BY-SA 3.1)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Fahnenweihe - Carl Weinrother (CC-BY-SA 3.1)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Korso - Gebrüder Haeckel (CC-BY-SA 3.1)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Papen - Charles Alexander (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Fackelumzug - unbekannt (CC-BY-SA 3.1)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Rede - unbekannt (CC-BY-SA 3.1) &lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/f8adf5fefd9846679b09f967fab4360c" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-8119876707825335666?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/8119876707825335666/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/keine-chance-fur-weimar.html#comment-form' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8119876707825335666'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/8119876707825335666'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/keine-chance-fur-weimar.html' title='Keine Chance für Weimar?'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7638539401055572721</id><published>2011-08-10T11:59:00.000+02:00</published><updated>2011-08-10T11:59:59.020+02:00</updated><title type='text'>In eigener Sache</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ab sofort ist auf dem Geschichtsblog Google AdSense aktiviert. Ich habe mich nach sehr langem Überlegen zu diesem Schritt entschlossen. Wen die Anzeigen zu sehr stören, der kann ja problemlos einen Adblocker in seinen Browser einfügen - falls er es nicht ohnehin schon getan hat. Ich hoffe, niemand wird durch die Anzeigen von seinem Lesevergnügen abgehalten. &lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-7638539401055572721?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/7638539401055572721/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/in-eigener-sache.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7638539401055572721'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7638539401055572721'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/in-eigener-sache.html' title='In eigener Sache'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-5479412914866393386</id><published>2011-08-09T08:43:00.000+02:00</published><updated>2011-08-09T08:43:08.441+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke XXXIX</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem&lt;a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0713/feuilleton/0001/index.html"&gt; Artikel der Berliner Zeitung &lt;/a&gt;werden die Hintergründe des griechischen Staatsbankrotts 1893 erklärt und Parallelen zu heute gezogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danke an Viktor R. für den Link!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-5479412914866393386?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/5479412914866393386/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke-xxxix.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5479412914866393386'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/5479412914866393386'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke-xxxix.html' title='Fundstücke XXXIX'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-4332433379848138469</id><published>2011-08-07T09:24:00.002+02:00</published><updated>2011-08-07T09:27:29.004+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Krieg im 19. und 20. Jahrhundert Teil 3/3</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse &lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/05/UN_General_Assembly_hall.jpg/800px-UN_General_Assembly_hall.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="198" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/05/UN_General_Assembly_hall.jpg/800px-UN_General_Assembly_hall.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;UN-Generalversammlung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Die inflationäre Verwendung von Worten verwischt die Bedeutung des Begriffs. Das ist besonders bei der Differenzierung des genozidalen Kriegs wichtig, wo der Begriff über den „normalen“ Krieg hinausgehen muss. „Genozid“ bedeutet Völkermord, vom Polen Rafael Zeltkin im Zweiten Weltkrieg erstmals verwendet. Geächtet wurde dieser auf Völkermord zielende Krieg erstmals durch eine Resolution der UNO 1946; 1948 bekräftigte die Generalversammlung das noch einmal. Damit wird Völkermord im Internationalen Recht zum Verbrechen. Relevant ist dabei die Absicht des Völkermords; strafbar ist bereits der Aufruf, nicht nur die Tat. In der Folgezeit wurde versucht, den Begriff weiter auszudefinieren. Die verwendete UNO-Definition überlässt dabei die Opferdefinition dem Täter.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Erst das 20. Jahrhundert sprach vom genozidalen Krieg, aber das Phänomen ist alt. Der Althistoriker Martin Zimmermann beschreibt zum Teil außerordentlich grausame Kriege der Griechen und Römer, die oftmals Massaker anrichteten. Führten sie also genozidale Kriege? Dafür spricht die Vernichtung. Dagegen spricht der häufige Fall der Integration besetzter Gemeinwesen; Vernichtung wurde nach Widerstand praktiziert, nicht aufgrund ideologischer Motive. Damit kann die UNO-Definition nicht angewendet werden. Der Vernichtungskrieg als genozidaler Krieg taucht aber erstmals im 20. Jahrhundert auf. Vergleiche sind möglich, Gleichsetzungen verbieten sich.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Beispielhaft belegt werden soll dies anhand der Kolonialkriege. Es ist weit verbreitet, den gesamten Kolonialismus als Genozid oder Ethnozid zu bezeichnen; das Wort vom kolonialen Holocaust macht die Runde; man kann von einem regelrechten Opferwettbewerb sprechen, der auch von den Wissenschaftlern als Aufmerksamkeitswettbewerb betrieben wird. Das Verdammungswürdigste erhält die meiste Aufmerksamkeit; so wurde die koloniale Besiedlung Lateinamerikas als größter Völkermord aller Zeiten bezeichnet. Die Zahlen scheinen dafür zu sprechen; die Einwohnerzahlen gingen teilweise um 86-90% oder sogar höher zurück. Dies war allerdings kein Genozid, wenn man mit der UNO die Absicht der Vernichtung miteinbezieht. Die Eroberer haben die indigene Bevölkerung zweifellos rücksichtslos behandelt. Es gab allerdings kein Ziel der Vernichtung; man wollte sie als entrechtete Arbeitskräfte. Die gewaltigen Bevölkerungsverluste waren kein Resultat von planmäßiger Vernichtung, sondern überwiegend Folge von Epidemien (Mikropathogene Invasion). Solche Epidemien infolge des Kontakts mit Europäern gab es auch ohne Eroberungsabsichten, wie Beispiele wie Grönland oder Sibirien zeigen. Diese Phänomene verschlimmerten sich, wenn die Kolonisten davon ausgingen, die Einheimischen nicht als Arbeitskräfte zu brauchen, wie in Neu-England. Man kann hier von einem Ethnozid sprechen, was eine erzwungene Aufgabe der traditionellen Lebensweise bedeutet. Bei Widerstand schlug das schnell in Vernichtung um. Somit finden sich in den Kolonialkriegen definitiv genozidale Elemente; sie als Genozidalkriege zu bezeichnen ginge dagegen zu weit, obwohl es bisweilen hart an der Grenze war. Betrachten wir das an zwei Beispielen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/52/MutilatedChildrenFromCongo.jpg/393px-MutilatedChildrenFromCongo.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/52/MutilatedChildrenFromCongo.jpg/393px-MutilatedChildrenFromCongo.jpg" width="209" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Verstümmelte Kongolesen&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Im Kongo war im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ein belgischer Kolonialbesitz entstanden, den der belgische König Leopold als Privatbesitz betrachtete. Die Afrikakonferenz in Berlin hatte das akzeptiert. Leopold hatte diese Gebiete über Mittelsmänner von den Häuptlingen kaufen lassen, die die Verträge falsch verstanden und auslegten. Darin enthalten war auch eine Klausel, auf der die Belgier einen Arbeitszwang herauslasen. Auf Grundlage internationaler Verträge und der Berlinkonferenz wandelte Leopold den Kongo in einen verfassten Freistaat um, der nominell dem König, nicht dem belgischen Staat gehörte. Mit Hilfe von lizenzierten Firmen wurde der Kongo in der Folgezeit ausgebaut. Die Firmen gingen extrem hart vor, enteigneten und zwangen. Dieses Vorgehen löste in Europa Proteste aus. Man spricht bald von den „Kongo-Gräueln“. 1910 wird die Zwangsarbeit nominell abgeschafft; man schätzt, dass die Bevölkerung in den letzten 40 Jahren um etwa die Hälfte reduziert worden ist. War das ein Genozid? Adam Hochschild schreibt, dass streng genommen kein Genozid vorliegt, da die Absicht fehlt. Wenn die Einheimischen die Arbeitsziele nicht erreichten, kamen häufig Massentötungen durch bewaffnete Hilfsorgane der Firmen vor, die gerne auch abgehackte Hände und Köpfe als Beweise anführten. In diesem belgischen Kolonialstaat wurden die Einheimischen also grausam und hart zur Arbeit getrieben; es entstand ein kolonialer Zwangsstaat, in dem das Leben der Einheimischen nichts wert war, wenngleich man sie brauchte: dadurch entstand ein Mangel an Arbeitskräften. 1924 ordnete man eine Bevölkerungszählung aus dieser Sorge heraus an. Es handelt sich also um einen Ethnozid, aber keinen Genozid. Diesen hätten weder die belgische noch die europäische Öffentlichkeit hingenommen; auch die Verwaltung des Kongo wollte keinen. Sie praktizierte eine Politik, die Massensterben und Massentötung einbezog. Es gibt auch andere Einschätzungen in der Geschichtswissenschaft. Michael Brombig (?) ist der Meinung, dass es sich um einen Genozid, wenn nicht gar Holocaust gehandelt habe. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Die Herero und Lama gaben ihre Kooperation auf, als die Deutschen von ihnen die Aufgabe der traditionellen Lebensweise verlangten – ein Ethnozid. Als die Herero und Lama daraufhin mit Krieg antworteten, kämpften die Deutschen einen Genozidalkrieg. Von Throta kämpfte rassisch motiviert um die Vernichtung willen, so dass der Begriff gerechtfertigt ist. Das gilt allerdings nur für von Throta; das Deutsche Reich war anderer Meinung; der Kaiser hob den Vernichtungsbefehl auf. Das schloss auch die Zielsetzung der deutschen Kolonialpolitik aus; sie schloss zwar die Entrechtung und den Zwang der Einheimischen ein, aber das zielte nicht auf einen Genozid.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/Bundesarchiv_Bild_175-04413,_KZ_Auschwitz,_Einfahrt.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="201" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/Bundesarchiv_Bild_175-04413,_KZ_Auschwitz,_Einfahrt.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;KZ Auschwitz-Birkenau&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Es ist schwierig, im kolonialen Umfeld zwischen Ethnozid und Modernisierung zu unterscheiden. Verwaltung, Öffentlichkeit und Kirchen waren sich darin einig, dass die Weißen die Moderne nach Afrika zu bringen und das Land zu zivilisieren hätten. Man kann sich leicht darüber entrüsten; schwieriger ist es, diesen Willen mit dem generellen Modernisierungsprozess in Kontext zu setzen; wir blicken auf die dunkle Seite der von Nordamerika und Europa ausgehenden Modernisierung. Sie zielt auf Fortschritt, wie man ihn in der eigenen Gesellschaft wahrzunehmen glaubte. Niemand kam auf die Idee, ihn als etwas Schlechtes zu sehen: man stritt über den „richtigen“ Fortschritt; ihn vorantreiben wollten jedoch alle. Was die Zeitgenossen als Kultivierung der Arbeiterschaft betrachteten, gehörte zu den zentralen Zielen gerade auch der sozialistischen Arbeiterbewegung. Ihr Fortschrittsglaube war ihre stärkste Waffe; sie sahen ihn als ihren Verbündeten. Notfalls sollte mit Zwang die Gesellschaft geändert, reformiert, modernisiert werden. Man kann sagen, dass, je überzeugter eine Gesellschaft vom Fortschritt war, desto gewaltbereiter sie sich zeigte. Das europäisch-amerikanische Fortschrittsmodell trat auch gegenüber der eigenen Gesellschaft mit dem Willen zu Zwang und Disziplinierung auf, um die alten und unmodernen Lebensformen aufzugeben. Ganz Europa verlangte dies zum Beispiel im 19. Jahrhundert von den Juden. Dieses Gefühl, verbunden mit dem der Rassenüberlegenheit, machte diesen Effekt natürlich in den Kolonien deutlich stärker. Im 19. Jahrhundert wäre man niemals auf die Idee gekommen, so krass gegen die eigene Bevölkerung zu gehen – im 20. Jahrhundert fiel auch diese Schranke.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Ethnozid zielt darauf, als unmodern geltende Lebensgrundlagen zu zerstören und durch modern geltende zu ersetzen, der Genozid hat diesen Fortschrittswillen nicht und zielt auf Vernichtung. Im Krieg war die Gefahr besonders groß, die Grenzen zu verwischen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b6/Visita_del_RE_a_Bengasi.JPG/441px-Visita_del_RE_a_Bengasi.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b6/Visita_del_RE_a_Bengasi.JPG/441px-Visita_del_RE_a_Bengasi.JPG" width="235" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Besichtigung Kolonial-Libyens durch den ital. König&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Marokko war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht dem Einfluss einer europäischen Macht unterworfen, alle erhoben Ansprüche, auch Deutschland. Der Konflikt wurde aber nicht ausgespielt, sondern gab nach. Marokko konnte jedoch nie zur Gänze durchdrungen werden. 1920/21 wurden die spanischen Truppen angegriffen und geschlagen. Spanien empfand das als nationale Gegenbewegung und versuchte es zu korrigieren, doch die Einheimischen stellten sich nicht zur Schlacht, sondern kämpften einen Guerillakrieg. Sie waren sowohl militärisch als auch politisch erfolgreich; sie schlossen sich zusammen und riefen sogar eine islamische Republik aus. Gegen den durchgehenden Misserfolg setzten die spanischen Truppen ab 1924 Giftgas ein. Das geschah, wie auch die Vorbereitung, streng geheim, auch und vor allem gegenüber der eigenen Nation. Man hatte sich Hilfe von ausländischen Experten besorgt, England wie auch Deutschland. Das war keine Besonderheit, auch die Briten setzten Giftgas ein, so im Irak und in Afghanistan, Italien in Lybien (allein hier über 100.000 Opfer). Dem konnten die Einheimischen nichts entgegensetzen. Sie konnten ihre Zivilbevölkerung nicht schützen, das Land wurde teilweise unbrauchbar. 1927/28 gaben die Stämme nach und nach auf. Die spanischen Strafmaßnahmen waren drakonisch, Dörfer wurden niedergebrannt, Massenerschießungen durchgeführt. Führten die Spanier einen Genodizalkrieg? Nach UNO-Definition nicht, aber es gab genozidale Elemente, und spanische Äußerungen zielten auch darauf. Es war aber nicht das Ziel der Spanier, einen Genozidalkrieg zu führen. Die Stämme waren traditionell nicht bereit, zentralistische Gewalt zu akzeptieren. Ein Guerillakrieg aus der Bevölkerung heraus, wie er durchgeführt wurde, neigt stets dazu, die gesamte Bevölkerung in den Krieg hineinzuziehen. Niemand zögerte dabei, auch Giftgase und andere Kampfstoffe einzusetzen. Zum ersten Mal wurde diese Waffe gegen Zivilisten im Kolonialkrieg eingesetzt; man kann darin Rassismus erkennen, aber ein wichtiger Punkt ist ebenfalls der Guerillakrieg und die dadurch erfolgte Einbindung der Bevölkerung in das Kriegsgeschehen. Deswegen wird der Begriff Genozid überdehnt, wenn man ihn hier anwendet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die Debatte um den Völkermord an den Armeniern offenbart politische Dimensionen in der heutigen Zeit, wenn selbst demokratische Staaten sich an juristischen Geschichtsnormierungen versuchen, so Frankreich oder die Schweiz. In den Auseinandersetzungen zwischen den europäischen Großmächten und dem Osmanischen Reich kam es bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu Pogromen an den Armeniern, die auf einen eigenen Staat zielten. Mit den Jungtürken keimte die Hoffnung auf Reformen auf, die jedoch bald enttäuscht wurde, da die Jungtürken das Osmanische Reich als Ganzes zu stabilisierten trachteten. Mit dem Ersten Weltkrieg verschärften die Jungtürken die Politik gegenüber den Armeniern und ihren Nationalbestrebungen. Mit den Niederlagen der Türken wurde die Politik radikalisiert, die Armenier als Sündenböcke hergenommen. Es fingen Massendeportationen in den Tod an; die Deportierten wurden unterwegs ermordet und ausgeraubt, es gab nirgendwo Aufnahmemöglichkeiten: man deportierte sie ins Nirgendwo. Auch nach Kriegsende ging das Leiden der Armenier weiter, denn die erfolgreich gegen die drastische Verkleinerung des Osmanischen Reichs kämpfende türkische Armee zerschlug auch das 1918 entstandene Armenien im Jahr 1920. Die Deportation der Armenier ist mit dem nationalsozialistischen Holocaust verglichen worden: ein ideologisch motivierter Genozid unter Kriegsbedingungen, wenn auch mit anderen Mitteln. Allerdings lässt die Haltung der Türkei nicht zu, dass die Entscheidungsprozesse der Türkei in dieser Zeit genauer untersucht werden, so dass eine Präzisierung nur bedingt möglich ist. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die Bezeichnung „Neuer Krieg“ wird auch in der Wissenschaft verwendet, wo aber gleichzeitig seine schärfsten Kritiker zu finden sind. Er ist aber auch in der Politik und in den Medien zum Allgemeinplatz geworden, wird beständig verwendet. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Der Politikwissenschaftler Münkler hat den Begriff in Deutschland salonfähig gemacht. Er vergleicht mit dem zwischenstaatlichen Krieg; die Kolonialkriege oder Kriege außerhalb Europas betrachtet er nicht. Sein Erfahrungsraum ist Europa, deswegen auch die Dramatik seiner Gegenüberstellung. Er bestimmt drei Entwicklungen als neu: &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 36.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 36.0pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;1)&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Entstaatlichung bzw. Privatisierung der Kriegsgewalt&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 36.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 36.0pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;2)&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Asymmetrie der Kriegsgewalt&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 36.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1; tab-stops: list 36.0pt; text-align: justify; text-indent: -18.0pt;"&gt;3)&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Verselbstständigung der Kriegsgewalt&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die neuen Kriege finden laut Münkler statt, wo eine stabile Staatsgründung nicht gelang; sie seien Staatszerfall-, nicht Staatsgründungskriege. Das allerdings war früher auch nicht anders. Eine Verflechtung mit der Weltwirtschaft will er als Schattenglobalisierung ausgemacht haben. Diese Darstellung reizte seinen Kollegen Cajaki (?) zu einem sarkastischen Kommentar von „anekdotischen Einzelfallbetrachtungen“.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Es gibt allerdings Beobachtungen, die dieser These zugrunde liegen: &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 39.0pt; mso-list: l1 level1 lfo2; tab-stops: list 39.0pt; text-align: justify; text-indent: -21.0pt;"&gt;1)&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Entscheidungsschlachten sind nicht möglich, egal welcher Präsident „Mission accomplished“ verkündet. Das ist allerdings nicht neu; Gueriallkriege waren schon immer so. Mao Tsetung sprach vom „verlängerten Krieg“, wenn die Guerilla Rückhalt in der Bevölkerung habe, in der sie sich „wie Fische im Wasser“ bewege. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 39.0pt; mso-list: l1 level1 lfo2; tab-stops: list 39.0pt; text-align: justify; text-indent: -21.0pt;"&gt;2)&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Der neue Krieg werde zur Lebensform; Krieg und Alltag seien nicht mehr zu trennen. Man kämpft um Wasser. Das allerdings fand sich in den Kolonialkriegen; der Krieg als Lebensform nicht, aber Münkler führt auch nicht aus, was das sein solle. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-left: 39.0pt; mso-list: l1 level1 lfo2; tab-stops: list 39.0pt; text-align: justify; text-indent: -21.0pt;"&gt;3)&lt;span style="font: 7pt &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;"&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;Entdisziplinierung sein ebenfalls ein Merkmal; diese fand sich allerdings nicht nur in den Kolonialkriegen, sondern auch im Zweiten Weltkrieg in großem Maßstab. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Der zentrale Schwachpunkt des Deutungsmusters „Neue Kriege“: sie ereignen sich außerhalb Europas, werden aber von den Verfechtern der These an der Phase gehegter Kriege in Europa gemessen; die aber ein temporärer Sonderweg Europas zwischen Dreißigjährigen Krieg und Erstem Weltkrieg war. Damit verlieren die „neuen Kriege“ viel von ihrer Neuheit. Diese Dramaturgie dient wohl auch der moralischen Abgrenzung des Westens von anderen. Gleichwohl: die Kriege der Gegenwart, wie immer wir sie benennen wollen, sie unterscheiden sich von den Kriegen, an denen unsere Erfahrung geschult ist. Deswegen wurde der Begriff so gerne aufgenommen. Sie brechen mit unserer Kriegserfahrung, die an den völkerrechtlich gehegten Staatenkriegen geschult ist, mit dem Zweiten Weltkrieg als Sündenfall, der sich nicht wiederholen soll. Die Wahrnehmung des Neuen als Bruch mit dem Alten schafft eine eigene Realität, nach der sich Gesellschaft und Politik ausrichten. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Was ist also neu an den Neuen Kriegen? Zuerst zu den vier Kerntypen der kriegerischen Gewalt:&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-padding-alt: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-yfti-tbllook: 480;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr style="mso-yfti-firstrow: yes; mso-yfti-irow: 0;"&gt;   &lt;td style="border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 23.4pt;" valign="top" width="31"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-left: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 126.0pt;" valign="top" width="168"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-left: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 311.2pt;" valign="top" width="415"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 1;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 23.4pt;" valign="top" width="31"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;1&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 126.0pt;" valign="top" width="168"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Zwischenstaatlich&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 311.2pt;" valign="top" width="415"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Zwischen mindestens zwei   souveränen Staaten&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 2;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 23.4pt;" valign="top" width="31"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;2&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 126.0pt;" valign="top" width="168"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Extrastaatlich&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 311.2pt;" valign="top" width="415"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Zwischen Staaten und   nichtstaatlichen Akteuren jenseits bestehender Staatsgrenzen&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 3;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 23.4pt;" valign="top" width="31"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;3&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 126.0pt;" valign="top" width="168"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Innerstaatlich&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 311.2pt;" valign="top" width="415"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Zwischen staatlichen und   nichtstaatlichen Akteuren in bestehenden Grenzen&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 4; mso-yfti-lastrow: yes;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 23.4pt;" valign="top" width="31"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;4&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 126.0pt;" valign="top" width="168"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Substaatlich&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 311.2pt;" valign="top" width="415"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Zwischen nichtstaatlichen   Gewaltakteuren innerhalb oder jenseits formaler Staatsgrenzen&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Nur Kriege von Typ 1 können überhaupt gehegte Kriege werden; sie sind es nicht per se. Bestes Beispiel ist der Zweite Weltkrieg; seither mühen sich die Staaten, ihn wieder zu hegen. Die Zahl der Kriege nahm zu, die der Kriege von Typ 1 ab. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die Kriege des Typs 2 umfassen besonders Kolonial- und Dekolonisierungskriege. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" style="border-collapse: collapse; border: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-padding-alt: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-yfti-tbllook: 480;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr style="mso-yfti-firstrow: yes; mso-yfti-irow: 0;"&gt;   &lt;td style="border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 32.4pt;" valign="top" width="43"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Typ&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-left: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 216.0pt;" valign="top" width="288"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Anzahl begonnener Kriege   1946-2003&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-left: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 212.2pt;" valign="top" width="283"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Durchschnittliche Dauer (in   Jahren)&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 1;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 32.4pt;" valign="top" width="43"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;1&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 216.0pt;" valign="top" width="288"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;24&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 212.2pt;" valign="top" width="283"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;2,0&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 2;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 32.4pt;" valign="top" width="43"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;2&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 216.0pt;" valign="top" width="288"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;17&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 212.2pt;" valign="top" width="283"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;8,5&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 3;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 32.4pt;" valign="top" width="43"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;3&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 216.0pt;" valign="top" width="288"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;109&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 212.2pt;" valign="top" width="283"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;7,2&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 4;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 32.4pt;" valign="top" width="43"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;4&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 216.0pt;" valign="top" width="288"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;16&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 212.2pt;" valign="top" width="283"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;6,6&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;tr style="mso-yfti-irow: 5; mso-yfti-lastrow: yes;"&gt;   &lt;td style="border-top: none; border: solid windowtext 1.0pt; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 32.4pt;" valign="top" width="43"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;alle&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 216.0pt;" valign="top" width="288"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;166&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;   &lt;td style="border-bottom: solid windowtext 1.0pt; border-left: none; border-right: solid windowtext 1.0pt; border-top: none; mso-border-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-left-alt: solid windowtext .5pt; mso-border-top-alt: solid windowtext .5pt; padding: 0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; width: 212.2pt;" valign="top" width="283"&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;6,1&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;  &lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Aus dem 18. Jahrhundert stammt der Begriff des „Kleinen Kriegs“. Er meint die zunehmende Irregularisierung des Krieges. Es ist also klar zu erkennen, dass es viele Klassifikationen der Neuen Kriege gibt, die ohne die Bezeichnung „neu“ auskommen und das Phänomen treffend umschreiben. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Dabei ist die Trennung zwischen den Neuen Kriegen, oder wie man sie auch immer nennen will, und den europäischen Kriegen so oder so Unfug: auch die Europäer haben Kriege geführt, die den heutigen „Neuen Kriegen“ gleichkommen. Dazu kommt, dass der „neue“ Krieg den „alten“ keineswegs verdrängt hat. Warum also wird diese Kriegsart überhaupt als neu wahrgenommen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/Rwandan_refugee_camp_in_east_Zaire.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="214" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/Rwandan_refugee_camp_in_east_Zaire.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Flüchtlingscamp in Zaire&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Die Dramatik, mit der die neuen Kriege beschworen werden, ist eine Folge der Globalisierung von Beobachtungs- und Handlungsräume. Gleich wo heute Kriege stattfinden, die Meiden berichten darüber, insbesondere über Kriege voller Menschenrechtsverletzungen. Generell werden wir über das Kriegsgeschehen informiert, über die Folgen des Krieges ebenso. Diese Allgegenwart des Kriegs bedeutet mediale Allgegenwart des ungehegten Kriegs, jener Kriege also, die keine Kriege zwischen Staaten sind, was seit der Mitte des 20. Jahrhundertes rund 85% aller Kriege weltweit sind. Diese Dimension des ungehegten Krieges waren in früheren Zeiten wohl nicht anders. Die gehegten Kriege waren auf Europa beschränkt. Damals gab es allerdings den globalen Wahrnehmungsraum nicht. Sie nahmen am ehesten die Kolonialkriege wahr, aber die andere Kriegführung galt als selbstverständlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Das ist heute anders. Die globale Allgegenwart führt uns ein ebenso globales Kriegsgeschehen vor Augen, das wir als neu wahrnehmen, obwohl es das nicht ist. Neu ist das Wissen darüber und dass sich das Wissen einen eigenen Handlungsraum schafft. Dazu kommt die Beteiligung der UNO, die Kriege zur Sache aller UNO-Staaten machen, die sich bisweilen auch daran beteiligen. Diese zielt auf Beseitigung von Notlagen, Stabilisierung von Demokratie und Beseitigung von Gewaltherrschaft. Dazu gehört die Einschränkung von Souveränität von Staaten; dazu gibt es weitere Organisationen, die auf bestimmte Räume beschränkt intervenieren. Dazu gehören die Afrikanische Union ebenso wie die OSZE, die EU oder die Nato. Deren Interventionen, egal wie sie aussehen, tragen zur Globalisierung unseres Wahrnehmungsraums dar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/80/UStanks_baghdad_2003.JPEG/800px-UStanks_baghdad_2003.JPEG" imageanchor="1" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="208" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/80/UStanks_baghdad_2003.JPEG/800px-UStanks_baghdad_2003.JPEG" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;US-Panzer in Bagdad 2003&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Dazu kommt die Universalisierung der Menschenrechte. Sie erzwingt, Menschenrechtsverletzungen überall auf der Welt gleich zu bewerten und zu verurteilen. Das ist neu; früher wurde der Krieg, den Europa außerhalb Europas führte anders bewertet als innerhalb des Kontinents. Trotz ständiger Verstöße sind sie weltweit gültig und formulieren einen Wertemaßstab. Kriege, die dagegen massiv verstoßen, gelten als völkerrechtswidrig. Zum ersten Mal wurden die Menschenrechte von Wilson zur Legitimation des Ersten Weltkriegs benutzt; heute ist es oft umgekehrt, als dass die Verletzung von Menschenrechten ein Eingreifen von außen erzwingt, auch wegen der Globalisierung des Beobachtungsraums. Seither wird der gute gegen den schlechten Krieg gesetzt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;In diese Kategorie gehört der „gerechte Krieg“. Diese Idee ist mit dem frühneuzeitlichen Völkerrecht verschwunden, die durch die Idee der Staatssouveränität ersetzt wird, die auch ein Recht zum Krieg einbindet. Carl von Clausewitz: „Eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit anderen Mitteln. Ein politischer Akt.“ So blieb es bis zum Ersten Weltkrieg. Der Briand-Kellogg-Pakt schloss den Krieg prinzipiell als Mittel der Konfliktlösung aus. Das funktionierte nicht. Die UNO-Satzung schließt sogar die Androhung von Krieg aus, was sicherlich nicht zu den Erfolgsgeschichten der UNO zählt. Allerdings kann die UNO selbst aktiv werden. Die UNO hat keine Möglichkeit, die Mitgliedstaaten zur Einhaltung zu zwingen, kann jedoch einen „gerechten“ Krieg (humanitäre Intervention) bei allzu krassen Verstößen führen. Die Idee ist also, in säkularer Gestalt, zurückgekehrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;„Nie wieder“ hieß nun nicht mehr, nie wieder Krieg, sondern nie wieder Terror gegen Bevölkerungsgruppen zuzulassen. Die Zeit des „gerechten Kriegs“ ist also zurückgekehrt. Der Frankfurter Soziologe Hondrich spricht sich stark dagegen aus und bezeichnet humanitäre Kriege als Hegemonialkriege. Für ihn besteht ein elementarer Widerspruch: Krieg fordert das Töten von Menschen; selbst ein „gerechter“ Krieg verlangt Vernichtung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die Idee, mit dem Krieg Fortschritt zu erzielen, ist aus dem 19. Jahrhundert in der Gestalt des „gerechten“ Kriegs zurückgekehrt. Habermas beispielsweise hoffte, dass dies die Grundlage einer Weltbürgergemeinschaft werden könnte, bei der weltweit Bürgerrechte durchgesetzt würden.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Es gilt zu überlegen, ob nicht eine Kontinuität im westlichen Denken und Dominanzstreben weiterentwickelt wird, die durch die beiden Weltkriege und die Dekolonisierung unterbrochen schien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt; UNO - Patrick Gruban (CC-BY-SA 2.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Kongolesen - unbekannt (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Auschwitz - Stanislaw Mucha (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Libyen - Private archive of Dini Family (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Flüchtlingscamp - Centers for Disease Control and Prevention (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Panzer - TSGT JOHN L. HOUGHTON JR., USAF (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Text beruht auf der gleichnamigen Vorlesung von Prof. Dr. Langewiesche. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/73b2c07aec9243d5a33e2595796350a4" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-4332433379848138469?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/4332433379848138469/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/krieg-im-19-und-20-jahrhundert-teil-33.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/4332433379848138469'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/4332433379848138469'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/krieg-im-19-und-20-jahrhundert-teil-33.html' title='Krieg im 19. und 20. Jahrhundert Teil 3/3'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-2565694357120832441</id><published>2011-08-04T16:43:00.000+02:00</published><updated>2011-08-04T16:43:46.733+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke XXXXIV</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.spiegel.de/flash/0,,26329,00.html"&gt;Spiegel Online &lt;/a&gt;hat eine kleine Ausschnittssammlung von NVA-Propagandafilmen im Angebot. Diese Ausschnitte aus einer Parallelwelt sprechen echt für sich.&amp;nbsp;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-2565694357120832441?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/2565694357120832441/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke-xxxxiv.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2565694357120832441'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/2565694357120832441'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/fundstucke-xxxxiv.html' title='Fundstücke XXXXIV'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-980376057694964608</id><published>2011-08-03T07:55:00.005+02:00</published><updated>2011-08-05T19:08:23.221+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadiskussion'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Der internationale Nazi-Vergleich und seine Helfershelfer</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse &lt;/i&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/47/Heiner_Gei%C3%9Fler_2007.jpg/800px-Heiner_Gei%C3%9Fler_2007.jpg" style="clear: left; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="240" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/47/Heiner_Gei%C3%9Fler_2007.jpg/800px-Heiner_Gei%C3%9Fler_2007.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Geißler (hier 2007) sprach über S21 vom "Totalen Krieg"&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Die Überschrift steht symbolisch für das Problem: ich habe einen Nazi-Vergleich verwendet. Shocking! Darf ich das? Ist es ein keckes Wortspiel, mit dem ich den Leser gleich am Anfang aufmerksam mache, oder ein völlig geschmackloser, unangemessener Vergleich, der den Opfern des Dritten Reichs Hohn spricht? Wäre ich ein Politiker oder eine andere Figur des öffentlichen Lebens, so wäre die Sache klar: Nazi-Vergleiche sind ein absolutes No-Go-Area. Nicht verwenden. Nie, unter keinen Umständen. Wenn sie doch rausrutschen: nicht rechtfertigen, sofort entschuldigen. War unangemessen, blöd, kommt nicht wieder vor. Alles andere führt in ein sicheres PR-Desaster, das erfährt Heiner Geißler, der es eigentlich besser wissen müsste, mit seinem Geschwätz vom Totalen Krieg bei der Stuttgart-21-Schlichtung. Aber wie steht es generell um Vergleiche und Wortspiele mit Nazis, wo Walter Moers seinen Zeichentrick-Hitler im "Bonker" verkünden lassen kann, dass ihm der Zweite Weltkrieg keinen Spaß mehr macht und Helge Schneider eine unlustige Hitler-Parodie abliefert? Darf man so was inzwischen? Oder eher nicht? &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Generell rate ich von Nazi-Vergleichen ab. Historisch sind sie eigentlich immer falsch. Die Dimensionen der Nazi-Verbrechen wurden so bisher nicht mehr erreicht, allenfalls die Roten Khmer kommen in die gleiche Region. Jeden kleinen Möchtegerndiktator mit Hitler zu vergleichen (man denke nur an den Vergleich Hitlers mit Saddam Hussein 2003) relativiert nur dessen Verbrechensausmaße, jede ethnische Gewalt mit Auschwitz zu vergleichen (etwa Fischers berühmtes Wort bezüglich "Nie wieder Auschwitz" um den Kosovo-Krieg zu rechtfertigen) relativiert letztlich nur das singuläre Ereignis des Holocausts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Bundesarchiv_B_145_Bild-F074398-0021,_Bonn,_Pressekonferenz_Bundestagswahlkampf,_Kohl.jpg" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Bundesarchiv_B_145_Bild-F074398-0021,_Bonn,_Pressekonferenz_Bundestagswahlkampf,_Kohl.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Kohl (hier 1987) verglich Gorbatschow mit Goebbels&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Trotzdem bleibt offenkundig, dass Nazi-Vergleiche und Wortspiele mit Schlagwörtern aus dem Dritten Reich in den letzten Jahren zugenommen haben und kaum mehr Aufsehen abseits der öffentlichen Empörungsmaschinerie erregen. Dies hat klar definierbare Ursachen. Zum Einen ist der Zweite Weltkrieg nun so lange her, dass es in den meisten Familien bereits keine Zeitzeugen mehr gibt. Zum Zweiten wird die Generation der berühmten 68er, in denen der Kampf gegen Relativierung des Holocaust und die Aufarbeitung der Verbrechen am Heftigsten geführt wurde, zur Zeit selbst zu Großeltern. Es ist also eine Generation herangewachsen, für die auch die Auseinandersetzungen um die Deutung des Dritten Reiches reine Vergangenheit sind. Wenn aber ein immer stärker wachsender Bestandteil der Bevölkerung weder irgendeine persönliche Berührung mit der Geschichte des Dritten Reichs noch mit seiner Aufarbeitung hat, so sind entsprechende Sensibilitäten auch kaum mehr vorhanden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem - oder gerade deswegen - ist diese Generation mit einer ausgeprägten Ikonographie des Dritten Reiches aufgewachsen. Viele Schlagwörter, Phrasen und Bilder sind zumindest grob bekannt, sei es der "Totale Krieg", sei es das Zurückschießen um 5.45 Uhr oder das Bild des Lagereingangs von Auschwitz. Die große Entfernung zu diesen Ereignissen aber macht sie letztlich zu Geschichte; prominenter und stetig eingebläuter Geschichte zwar, aber Geschichte nichtsdestoweniger. Meine Prognose ist, dass Nazi-Vergleiche und Wortspiele in Deutschland zunehmen und in die Alltagssprache integriert werden, wie dies in anderen Ländern auch der Fall ist (man bedenke nur die unzähligen "[Wort]-Nazi" Verbindungen im Englischen). Das wird sich nicht verhindern lassen, und das Beharren auf den alten Konventionen wird nur eine offizielle, vom Alltag losgelöste Sprachregelung schaffen. Es ist an uns als historisch interessierten Menschen, dafür zu sorgen, dass hinter dieser Entwicklung keine schleichende Relativierung von Drittem Reich und Holocaust stattfindet. Zu versuchen, diese Entwicklung aufzuhalten, ist allerdings ein Kampf gegen Windmühlenflügel. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Bildnachweise:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Geißler - Inforadio (gemeinfrei)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;&lt;i&gt;Kohl - Engelbert Reineke (CC-BY-SA 3.0)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;img alt="" height="1" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/218de419ceb74addb6494d08dcfa0e4a" width="1" /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-980376057694964608?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/980376057694964608/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/der-internationale-nazi-vergleich-und.html#comment-form' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/980376057694964608'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/980376057694964608'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/08/der-internationale-nazi-vergleich-und.html' title='Der internationale Nazi-Vergleich und seine Helfershelfer'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7223593290143970171</id><published>2011-07-31T13:06:00.000+02:00</published><updated>2011-07-31T13:06:44.065+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fundstücke'/><title type='text'>Fundstücke XXXVII</title><content type='html'>&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Götz Aly wehrt sich in der &lt;a href="http://www.fr-online.de/politik/meinung/festakt-zum-krieg/-/1472602/8604072/-/index.html"&gt;FR&lt;/a&gt; entschieden gegen die Begehung des Jahrestages des Beginns des Unternehmens "Barbarossa" als Festakt. Man kann seine Brandrede nur unterschreiben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3876841684069318666-7223593290143970171?l=geschichts-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/feeds/7223593290143970171/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/07/fundstucke-xxxvii.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7223593290143970171'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3876841684069318666/posts/default/7223593290143970171'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/07/fundstucke-xxxvii.html' title='Fundstücke XXXVII'/><author><name>Stefan Sasse</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03504751435668017553</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='23' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/-YPbuaJRPy6w/Tg-d58Q1rNI/AAAAAAAAAR0/v27fDjtzlpo/s220/Stefan.JPG'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3876841684069318666.post-7899878516368272205</id><published>2011-07-29T01:07:00.008+02:00</published><updated>2011-08-18T22:38:38.768+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Zeitgeschichte'/><title type='text'>Krieg im 19. und 20. Jahrhundert Teil 2/3</title><content type='html'>&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;i&gt;Von Stefan Sasse&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: left; margin-right: 1em; text-align: left;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Suez_Canal_drawing_1881.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/eb/Suez_Canal_drawing_1881.jpg" width="183" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Konzeptzeichnung Suezkanal 1881&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Im späten 19.  Jahrhundert erreichte die europäische Weltdominanz ihren Zenit. Die  späte Expansion dieses „Hochimperialismus’“ verlief anders als bisher:  man kämpfte nicht mehr militärisch gegeneinander, sondern konkurrierte  nur mit Gesellschaften und anderen Mitteln. Man einigte sich bilateral  oder internationalen Konferenzen; die erste fand 1884 in Berlin statt  (Internationale Afrikakonferenz, an der auch die USA teilnahmen). Man  versuchte dabei, international gültige Regeln für die Kolonialherrschaft  zu vereinbaren. Carl Schmitt analysierte dies dahingehend, als dass  Kolonialherrschaft zum Bestandteil des Völkerrechts wurde. Herrschaft  musste damit direkt ausgeübt werden; es reichte nicht mehr, mit lokalen  Herrschern Schutzverträge zu schließen. Man übertrug die Zeichen des  Staates direkt auf die Kolonien, der Staat trat als alleiniger Träger  des Machtmonopols auch in den Kolonien auf. Dieses Prinzip wird auf der  Berlinkonferenz auf die Gebiete übertragen, die die europäischen Staaten  als Kolonien beanspruchten. Es war also nötig, eigene Verwaltungen  aufzubauen und Herrschaft direkt aufzubauen. Allein die Kooperation mit  den örtlichen Eliten reichte nicht mehr, wiewohl man sie in die  Verwaltung einbauen konnte. Um nicht ins Hintertreffen im  Weltmachtstreben zu geraten, drängten alle Länder nach Kolonien. Ein  Beispiel: mit dem Bau des Suezkanals, der den Seeweg zwischen Europa und  Indien auf ein Drittel verkürzte, führte zur Intervention europäischer  Staaten im beinahe unabhängigen Ägypten. Dies führte zu einer  einheimischen Protestbewegung, die mit den Forderungen von 1882  kulminierte – und von den Briten militärisch niedergeschlagen und  vernichtet wurde.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;Die  dazugehörige Philosophie ist die einer Stärkung durch Expansion, die  notwendig ist bevor irgendjemand anderes sie durchführt – und damit das  eigene Land schwächer werde. Dabei stürzt man sich auf so genannte  „herrenlose Länder“. Gleiches gilt für wirtschaftliche Macht, auch diese  war mit einem Kolonialreich untrennbar verbunden. Die Aufteilung der  letzten Reste der Welt war von dem Versuch beseelt, gleichrangig zu  sein. Dazu gehörte auch eine Gleichrangigkeit beim Militär, was ein  wichtiger Grund für das Flottenwettrüsten von Deutschland und  Großbritannien war. Die Verbindung mit wissenschaftlichem Fortschritt  rückte die Kriegsfähigkeit damit in den Rang eines Modernitätsbeweises.  In dieser Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts beginnen auch  außereuropäische Staaten, in die Manege der Weltmächte zu drängen: mit  Krieg. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;table align="center" cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f3/Battle-Mars-Le-Tour-large.jpg/800px-Battle-Mars-Le-Tour-large.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="220" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f3/Battle-Mars-Le-Tour-large.jpg/800px-Battle-Mars-Le-Tour-large.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Kavallerieangriff 1870&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;Der  Volks- oder Nationalkrieg steht im Gegensatz zum gehegten Staatenkrieg  seit dem Dreißigjährigen Krieg, der mit der französischen Revolution  passé schien. Im 19. Jahrhundert definiert bereits das Lexikon den Krieg  als feindliche Auseinandersetzung zwischen &lt;i style="mso-bidi-font-style: normal;"&gt;Völkern&lt;/i&gt;  und Selbsthilfe des Volkes. Dies allerdings ist ein Zerrbild, in dem  eine liberale Öffentlichkeit versucht, ein Bild von einer Nation zu  entwerfen, die souverän über Krieg und Frieden zu entscheiden; die  Nation wird quasi souveräner Kriegsherr. Diese Vorstellung entmachtet  die autokratischen Monarchen zugunsten der Bürgerlichen. Der gehegte  Staatenkrieg wurde als Nationalkrieg imaginiert und gerechtfertigt; das  machte es zunehmend schwieriger, ihn zu kontrollieren und einzuhegen.  Besonders gut sic
