Sonntag, 1. August 2010

Der Erfolg des 20. Juli - ein Horrorszenario

Von Stefan Sasse

Nach dem Anschlag
Man stelle sich das folgende Szenario vor: das Attentat auf Hitler am 22. Juli 1944 ist erfolgreich; der größte Massenmörder der deutschen Geschichte tritt nicht in der Geisterwelt des Bunkers durch eigene Hand in der totalen Niederlage ab, sondern durch die Bombe eines Attentäters in seinem Feldhauptquartier unter, wo die Wehrmacht noch in Russland steht, in Frankreich versucht die Invasion zurückzuschlagen, die Alliierten in Italien kaum vorankommen und Norwegen fest in ihrer Hand ist. Was wäre dann geschehen?


Am Ende des Krieges hätte sich nur wenig geändert. Die Alliierten hatten bereits 1943 in Teheran beschlossen, dass der Krieg nur mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands enden könne. Ein neues Regime hätte diese vielleicht herbeigeführt, bevor sich Amerikaner und Russen bei Torgau an der Elbe die Hand reichten. Vielleicht. Für dieses Gedankenspiel wollen wir davon ausgehen, dass die Militärregierung der Verschwörer vom 20. Juli Erfolg gehabt hätte.

Bendler-Block, Innenhof
In diesem Fall wären die deutschen Städte schwer beschädigt, aber nicht vollständig zerstört, denn der Hauptteil der Bomben wurde erst im letzten Jahr des Krieges abgeworfen. Städte wie Dresden wären sogar ganz davon gekommen. 3 Millionen Deutsche mehr würden noch leben, denn die deutschen Verluste in den Monaten nach dem Juli 1944 waren genauso hoch wie die der Monate seit September 1939. Die alliierten Armeen würden eine größtenteils noch intakte Wehrmacht demobilisieren und vermutlich internieren, U-Boote würden heimkehren, Flieger am Boden bleiben. Hastig würde man in Peenemünde alles vernichten, was den Alliierten in die Hände fallen könnte. Je mehr Details aus den alliierten Absprachen bezüglich der nur in vagen Umrissen skizzierten Zukunft Mitteleuropas ans Tageslicht kommen würde, desto mehr würde sich wohl im deutschen Osten ein Strom von Flüchtlingen nach Westen ergossen haben, vermischt mit dem Chaos der sich zurückziehenden Wehrmacht, die wohl ähnlich 1918/19 auch nach der Kapitulation zu Teilen, vielleicht wiederum in Freikorps organisiert, den Kampf gegen die Rote Armee weitergeführt und den Abzug der Flüchtlinge gedeckt hätte.

Und dieses Szenario zieht die Nachkriegszeit noch gar nicht in Betracht. Schon zwischen 1945 und 1955 erwies sich das braune Gedankengut als deutlich zählebiger, als man angenommen hatte; der konservative Sieg sorgte dafür, dass ein Großteil des NSDAP-Personals quasi pauschal bis in höchste Staatsämter übernommen, die sich an Zwangsarbeit bereicherten Wirtschaftsbosse allenfalls milde Strafen erdulden mussten. Unter einem konservativ-reaktionären Militärregime, wie es bei Erfolg des Anschlags vom 20. Juli unzweifelhaft errichtet worden wäre, wäre diese Tendenz um einiges schärfer ausgefallen.

Stauffenberg
Der Kampf um die Seele des Nachkriegsdeutschlands wäre sicherlich verloren gewesen, denn eine Wiederauflage der Dolchstoßlegende wäre trotz der bedingungslosen Kapitulation in noch viel schärferer Form aufgekommen: ohne das „Genie“ des Führers, ohne die versprochenen Vergeltungswaffen, ohne den heroischen Endkampf und ohne die in der Zeit nach dem Attentat erfolgte Linienausrichtung der Wehrmacht auf die Partei dank politischer Kommissare, genannt Nationalsozialistische Führungsoffiziere, konnte der Krieg ja nicht gewonnen werden! Erneut hätte also Verrat das Ende Deutschlands gebracht, das dieses Mal umso harscher ausgefallen wäre. Auch die Entdeckung der Vernichtungslager hätte in einer solchen Atmosphäre kaum einen Effekt gehabt, hätte viel leichter als Feindpropaganda verworfen werden können.

Aus dem Abgrund der Hitler-Diktatur heraus wäre ein solches Szenario noch immer ein Lichtblick gewesen, jedoch ist die Vorstellung eines reaktionären, immer noch stark rechtsgerichteten Nachkriegsdeutschlands, das ohne die Bindung an westliche Demokratien und deren Freundschaft einen harten Nachkriegsalltag fristen muss, vielleicht sogar zerrissen vom politischen Wahnsinn des Morgenthau-Plans und auf Rache sinnend, zutiefst erschreckend. So sehr es auch zu begrüßen wäre, hätten all die Menschen nicht sterben müssen, die zwischen August 1944 und August 1945 ihr Leben verloren – und in diesem einen Jahr starben mehr Menschen als in den fünf Jahren zuvor! -, so sehr muss man sich der furchtbaren Realität stellen, dass ohne den totalen, den vollkommen Zusammenbruch Deutschlands wie Japans die Welt und besonders unsere Heimat heute vollständig anders aussehen würden. Es war die brutale Offenbarung der völligen Niederlage, die sich nicht wegdiskutieren ließ, die es den Deutschen neben der natürlich eine wichtige Rolle spielenden westlichen (besonders amerikanischen) Freundschaftspolitik erlaubte, ihren Frieden mit dem Frieden zu machen und nicht wie nach 1919 auf Rache zu sinnen.

Die Vergeltungswaffen, Wunderwaffen, hatten sich als wirkungslos erwiesen, hatten den Verlauf des Krieges nicht aufhalten können. Die „dekadenten“ Amerikaner waren nicht nur in Frankreich gelandet, sondern hatten das Land befreit, den Rhein überquert, die deutsche Wehrmacht im Hunsrück und in den Ardennen geschlagen und war schließlich von einem Meer weißer Fahnen begrüßt worden. Die Russen trieben die Deutschen durch Polen, die Seelower Höhen, eroberten Festungsstadt um Festungsstadt, überquerten die Oder und eroberten Berlin. Die Deutschen kämpften bis zur letzten Patrone, führten jeden Führerbefehl aus, soweit er sich irgend durchführen ließ bis alles in Scherben fiel. So war das Ausmaß der Niederlage für jedermann deutlich; der musste nur aus dem Fenster sehen, auf die Schuttberge, die einmal deutsche Städte gewesen waren – sofern er überhaupt noch ein Haus hatte. Die totale Niederlage legte den Grundstein für das Gelingen der deutschen Demokratie und vertrieb das Gespenst der extremen Rechten derart gründlich, dass die Ziele des Nationalsozialismus noch heute eine zutiefst verspürte, reflexartige Abwehr hervorrufen, über die man nur glücklich sein kann.

Alle Bilder Wikimedia Commons. 

Kommentare:

  1. ..sicher, Stauffenberg war ja alles anderes als demokratisch gesinnt. Seine Intention war es, den Krieg zu beenden, denn, obwohl er ja zunächst der nationalsozialitischen Bewegung doch recht zugetan war, passte die Art und Weise der Kriegsführung nicht zu der Einstellung eines adeligen Offiziers. Ja, aus heutiger Sicht war es wohl doch die richtige Fügung, dass das Attentat nicht gelang, auch wenn Stauffenberg als großer Held gefeiert wird. Nein, er war ein sehr mutiger Mann, der für seine Überzeugung starb, aber er wäre nicht der Retter der Nation gewesen.

    Tolle Idee, ein Geschichtsblog, ich bin der erste regelmäßige Leser...weiter so..

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  2. Interessantes Gedankenspiel. Ein wesentlicher Punkt blieb aber leider unberücksichtigt: Wäre das deutsche Vernichtungsprogramm weiter geführt worden?

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  3. Sie haben völlig recht, Stefan Sasse, das nach einem erfolgreichen Hitler-Attentat sich dann formierende Deutschland wäre zumindest ein anfangs halbfaschistisches und im weiteren Verlauf dann sicher wieder ganz faschistisches geworden, denn die vagen Vorstellungen der Hauptverschwörer hätten sich in dieser Situation nicht durchsetzen können und eine neue Dolchstoßlegende wäre geboren worden. Aus dieser Sicht darf man ganz zufrieden sein, dass das Attentat fehlging und den Deutschen klargemacht wurde, dass sie endgültig ausgespielt hatten.
    Nun, inzwischen ist die Enkel-Generation an den Schalthebeln der Macht, und es sieht ganz so aus, als habe sie eifrig die Memoiren ihrer Großväter studiert, die nichts aus ihrer Niederlage gelernt haben. Womit ich nicht behaupten will, dass die gegenwärtige BRD eine faschistische sei, aber faschistische Tendenzen, da werden Sie mir nicht widersprechen, beginnen sich mehr und mehr in entscheidenden Kreisen breitzumachen. Warum sonst würden die Festlegungen des Potsdamer Abkommens von den bundesdeutschen Regierungen negiert worden sein? Warum sonst würden die NPD, DVU und Reps und andere faschistische Organisationen nicht nur zugelassen sein, sondern sogar als völlig "normale" Parteien und Organisationen behandelt werden?

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  4. Hallo Egon,
    ich gehe nicht davon aus, dass ein 20.-Juli-Deutschland wieder faschistisch geworden wäre. Der Faschismus ist dafür bereits damals auf zu unsicheren Füßen gestanden und hat in der deutschen Bevölkerung keinen so großen Rückhalt. Das System, das viel besser zu den Deutschen passt, ist ein reaktionär-konservatives, und das wäre auch das System des 20.-Juli-Deutschland gewesen: gewissermaßen ein verschärftes wilhelminisches Reich. Es hätte wohl Pressezensur in einem gewissen Rahmen gegeben, Verfolgungen politischer Gegner und eine starke politische Rolle des Adels, aber ich denke nicht, dass man zum Führerkult zurückgekehrt wäre. Vielleicht hätte man Willys Erben zurückgeholt und als Kaiser einzusetzen versucht - aber da die Niederlage auch nach dem 20. Juli total gewesen wäre (die Alliierten verlangten bereits damals die totale Kapitulation) ist der Gestaltungsrahmen der Verschwörer stark durch die Alliierten begrenzt, und es ist schwer vorherzusagen, wie diese es erlaubt hätte.
    Dementsprechend sehe ich auch in der BRD keine faschistischen Tendenzen. "Faschismus" in diesem Sinne ist ohnehin ein stark von der DDR-Propaganda geprägter Gummibegriff, etwa in der gleichen Weise, in der ein Westerwelle "Sozialismus" benutzt, und ist kaum geeignet um Analyse zu betreiben. Die Rechten Parteien bestehen deswegen weiter, weil die BRD Grundrechte für alle garantiert, sofern diesen nicht nachgewiesen werden kann, dass sie aktiv an ihrer Beseitigung arbeiten. Und das ist bisher nicht geschehen. Die SRP wurde seinerzeit genauso wie die KPD verboten; das System ist also nicht völlig blind auf diesem Auge.

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  5. Nochmal zum Holocaust:

    Einen rationalen Grund für die Massenvernichtung gab es auch vorher nicht, was die Nazi-Deutschen nicht davon abhielt, ihn zu organisieren und durchzuführen.

    Insofern: Warum sollten diejenigen, die jahrelang zumindest nichts am Massenmorden auszusetzen hatten (jedenfalls nicht in dem Maße, dass sie deswegen Widerstand geleistet hätten), plötzlich damit aufhören? Ihre ideologischen Grundüberzeugungen, deren Ergebnis u.A. auch der Holocaust war, hatten sie ja nicht aufgegeben.

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  6. Selbstverständlich hab es einen "rationalen" Grund: es wurde von oben befohlen. Mit Hitler und seinen Spinnern weg gibt es niemanden mehr, der das Ding am Laufen halten sollte.

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  7. Nur, dass einige Verschwörer selbst welche dieser "Spinner" waren! Dem gegenüber standen freilich Leute, die auch am Umgang mit den "Untermenschen" Kritik übten - das war aber meines Wissens weder Konsens, noch ging es beim Attentat primär darum. Deswegen halte ich diese Frage für nicht so leicht zu beantworten.

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  8. Einem erfolgreichen 20. Juli wäre ebenfalls die Besetzung Deutschlands und, vor allem, der Ostgebiete gefolgt, in denen die Vernichtungslager standen. Selbst wenn die Verschwörer den Holocaust hätten weitertreiben wollen, die faktische Möglichkeit hatten sie nicht. Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass sie wollten - die ganze Operation war Wahn von Anfang an und band furchtbar viele Ressourcen.

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  9. ..der Vernichtungskrieg im Osten war ja u.a. auch ein Grund, warum die Verschwörer den Krieg beenden wollten. Einen latenten Antisemitismus hat es immer gegeben, auch, oder gerade in den adeligen Kreisen, aber von keinem der Beteiligten ist bekannt, dass er den Holocaust befürwortet hat.

    Stimmt, die ganze Operation war von Angang an Wahnsinn, denn alle waren Soldaten, die wußten, wie man Krieg führt, aber keiner war Politiker, außer Gördeler vielleicht, aber auch nur auf kommunaler Ebene.

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  10. Anonym: Interessante Thesen der Generalität gibt es ebenfalls in Sönke Neitzels "Abgehört". Dort wird z.B. von der Öffnung der Westfront fabuluiert (Wehrmachts Truppen gen Osten um die Sowjets zu stoppen). Dies hätte natürlich ganz konkrete Auswirkungen auf den Holocaust haben können, da die Befreiung der Vernichtungslager durch die Rote Armee natürlich so erschwert worden wäre.

    Zur ganzen Debatte: Sehr interessant, aber kontrafaktische Theorien bleiben eben nur solche..

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  11. 50% weniger Opfer? Die Frage ist doch, ob der ZWK und der Holocaust solch eine Singularität gewesen wäre. Ich teile obige Analyse nicht. Die Frage ist an sich mühsig und für Träumer. Die Dynamik, die aus solch einem Ereignis ist nicht absehbar.

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  12. Ja, Millionen Menschen hätten nicht sterben müssen - aber die sind ja unwichtig im Vergleich zu dem wunderbaren linken Staat, den wir heute haben. Sozialmissbrauch, Masseneinwanderung, totale Macht der Linken und alles. Ein Traum. Im übrigen sollte man sich auch den Werdegang anderer Länder seit 1944 anschauen: haben sich nicht auch GB, F, USA und andere Länder seither stark gewandelt? Was ist mit Franco-Spanien und dem Estado Novo in Portugal, wo es eine friedliche Rückkehr zur Demokratie gab? Warum nicht in .de?

    Danke aber, Herr Sasse, dass Sie sagen, die Bundesrepublik sei nicht faschistisch - da kenne ich andere Leute :-)

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    1. Mir ging es um die Frage der Dolchstoßlegende. Franco-Spanien hat keinen Weltkrieg geführt und zwischendurch fast gewonnen. Das ist doch nicht vergleichbar.

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  13. Eine Dolchstoßlegende halte ich (gesetzt den Fall, am 20. Juli hätte Gott sich der Menschheit erbarmt) aus zwei Gründen nicht für möglich: die militärische Lage war bereits verzweifelt (s. Heeresgruppe Mitte) die Luftangriffe forderten enorm hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung, und die Westalliierten standen bereits in der Normandie.

    Weiterhin: was, wenn die Führung des Militärs die deutsche Kapitulation unterzeichnet hatte, so wie im RL? Wie gesagt: ich sehe keinen Platz für eine neue Dolchstoßlegende.

    Nur als freundlicher Denkanstoß :-)

    P. S.: noch eine Frage: ist wahrhaftig anzunehmen, daß sich ein Deutschland nach dem erfolgreichen Attentat von der Mitte der vierziger Jahre bis heute politisch nicht verändert hätte?
    Das wäre sehr erstaunlich, wenn man die gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA, in GB, in F, in Spanien, Italien, Portugal usw...von der mittlerweile nicht mehr existierenden SU nicht zu sprechen.

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  14. Entschuldigen Sie bitte, im letzten Satz meines vorigen Posts fehlte das letzte Wort. Ich meinte natürlich:"...nicht zu sprechen, betrachtet:-)"

    Nichts für ungut.

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  15. Die militärische Lage war auch November 1918 verzweifelt, wobei man es da natürlich nicht so gut gesehen hat. Aber: Im Sommer 1944 waren die feindlichen Armeen fast weiter von den Reichsgrenzen weg als November 1918. Hitler hatte zudem mit riesigem Propagandaufwand die "V-Waffen" als Kriegswende angekündigt und bastelte fleißig am Mythos des Totalen Kriegs als Lösung. Klar hätte eine Mehrheit gedacht, dass der Krieg eh verloren war, aber erneut - das war auch November 1918 der Fall. Das Gift kam erst später, als die Verluste und Entbehrungen in den Hintergrund rückten und die aktuelle Lage präsent war.
    Natürlich hätte sich Deutschland verändert, überhaupt keine Frage. Ich denke auch nicht, dass es sofort einen Rückfall in die Diktatur gegeben hätte, wenn überhaupt. Aber das Klima in der BRD wäre um einiges giftiger gewesen, so viel ist sicher, und der Staat hätte mit Sicherheit nicht den freundschaftlichen Umgang mit den Westmächten gehabt den es hatte.
    Oder vielleicht doch. Who knows? Fakt ist, dass das Scheitern des 20. Juli den Weg frei machte für die Geschichte, wie wir sie kennen - auf dem Rücken weiterer Millionen Toter. Wenn Gott sich also der Welt erbarmen hätte wollen, er hätte viel früher eingreifen müssen als am 20. Juli 1944. Der 20. April 1889 wäre ein besserers Datum gewesen.

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  16. Das glaube ich nicht, das es eine neue Dolchstoßlegende gegeben hätte. Im übrigen wurde das Ton in der BRD erst mit dem Aufkommen der sog. Neuen Linken giftiger.

    Außerdem sind die Westmächte bis heute unsere Feinde, was klar wird, wenn man ihre Presse liest und ihre Deutschlandpolitik betrachtet - oder sich mit ihren Staatsbürgern im Internet unterhält. Ich könnte auf zahlreiche dementsprechende Diskussionen verweisen, an denen ich teilnahm. Aus denen nahm ich als Erkenntnis mit, daß ich niemals angelsächsische, dänische oder französische Waren kaufen und auch Literatur und Musik aus diesen Ländern meiden werde.

    Aber so ist es nun mal. Die Nazis sind weg, es herrschen die Linken als Erfüllungsgehilfen des globalen Turbokapitalismus - in anderen Ländern sieht es kaum besser aus.
    Nazis und Linke: same shit, different asshole (Entschuldigung), wie die Amerikaner sagen :-)

    Stauffenberg und Co. wären eine bessere Alternative zu den beiden Miseren gewesen - nur meine Meinung. Wir hätten dann auch einen neuen Staatsmythos gehabt, den jede Nation hat und braucht.

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    1. Die Unruhen durch die 68er wären ein laues Lüftchen gewesen gegenüber einer BRD, in der eine starke Minderheit beständig der anderen den Landesverrat im Kriege vorgeworfen hätte.

      Die Westmächte sind nicht unsere Feinde. Ich kenne genug Leute in GB und den USA, und keiner von denen hat mich je als Feind betrachtet. Trottel gibt es überall, ob in Deutschland oder anderswo.

      Und die Nazis waren sicherlich keine "Erfüllungsgehilfen des Turbokapitalismus", noch sind es die Linken. Und der Vergleich ist völlig daneben.

      Und nein, wären sie nicht. Stauffenberg und Co waren als Politiker unwillens und ungeeignet, und die wenigen Bürgerlichen kamen vom rechten Rand Weimars. Eine Demokratie hatten sie alle nicht im Sinn.

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  17. Die "was wäre wenn"-Frage Vorausgesetzt Hitler wäre wirklich tot gewesen, hätten sich Himmler & Co. ergeben. Gab es nicht genügend reaktionäre Wehrmachtsgeneräle wie Keitel, Jodl, Schörner etc. - das war alles auf sehr dünnem Eis. Alles hing daran, dass die Mär vom "SS-Putsch" geglaubt worden wäre und die Wolfsschanze auf lange Sicht von jeder Kommunikation abgeschnitten worden wäre. Ein schwieriges Szenario ...
    Aber dass es besser gewesen wäre als das passierte Scheitern ist m.E. evident. Generalfeldmarschall Kluge hätte wahrscheinlich die Westfront aufgemacht (wenn "das Schwein" tot gewesen wäre), dh, die Westalliierten wären sehr schnell vorangekommen. Und die Feinaufteilung Deutschlands wurde m.E. erst in Jalta (Mitte Februar 45) festgezurrt. Da steckten die Westalliierten noch hinterm Rhein und die sowjetische Offensive hatte schon in Teilen die Oder erreicht. Ich glaube, dass nicht so viele Teile Deutschlands an die SU egfallen bzw. unter polnische Verwaltung gekommen wären, und wenn, dann in einem geordneteren Prozess. Ich finde es doch sehr befremdlich, die entsetzliche Zahl der Toten seit Sommer 1944 quasi in Kauf zu nehmen, damit sich nicht eine Dolchstoßlegende entwickelt. Und Auschwitz wäre eine Fanal gewesen, auch wenn es nicht die Rote Armee befreit hätte. Wer alles den Krieg überlegt hätte - Dietrich Bonhoeffer! Wie wäre wohl die Geschichte der evangelischen Kirche verlaufen? Nun gut, auf diesem Blog vielleicht ein Nebenthema ...

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    1. Und du meinst die Sowjets hätten das einfach hingenommen? Da wäre ich eher unsicher.

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