Freitag, 23. Dezember 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

In Dresden hat im Oktober 2011 das militärgeschichtliche Museum der Bundeswehr wieder eröffnet. Da ich noch nicht dort war, gibt es eine Auswahl an Artikeln darüber. Wirklich negativ ist nur der der SZ, eine Bilderstrecke bei der FTD, die anderen Medien empfanden das Museum als größtenteils sehr gelungen. 

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Probleme begrifflicher Klarfassung am Beispiel der realsozialistischen Diktaturen

Von Stefan Sasse

Feierlichkeiten zum 40jährigen Jahrestag der DDR-Gründung
Ein immer wiederkehrendes Problem, mit dem man als Historiker zu tun hat, ist die Verwendung von Begrifflichkeiten. Wenn man einen bestimmten Begriff verwendet, was exakt ist damit gemeint? Benutzt man eine eigene Interpretation, stützt man sich auf einen breiteren Konsens, und gibt es vielleicht Gruppen, die den Begriff völlig anders nutzen? Nur ein Beispiel: wer sind die "Nazis"? Sind es alle Mitglieder der NSDAP? Handelt es sich nur um die oberste Führungsriege? Oder sind es alle Personen, die irgendwie mit den Verbrechen des Regimes verknüpft sind, unabhängig von der eigentlichen Parteimitgliedschaft? Die Verwendung ist fließend. Dieses Problem ist besonders virulent, wo es um die Betrachtung der ostdeutschen beziehungsweise sowjetischen Geschichte geht, denn viele der Begrifflichkeiten sind höchst aktuellen politischen Kämpfen unterworfen und dienen häufig dazu, den politischen Gegner gleich mit zu diskreditieren. Ich will deswegen versuchen, dieses Thema ein wenig ausführlicher anzugehen. 

Freitag, 16. Dezember 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

Bei der Zeit wird die Geschichte der Jeans nachverfolgt.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Die Außenpolitik der Bonner Republik

Von Stefan Sasse

Konrad Adenauer
Als die Bundesrepublik Deutschland im Mai 1949 gegründet wurde, war sie ein Produkt des verlorenen Krieges. Drei Siegerstaaten hatten ihre Besatzungszonen vereinigt und die darin lebenden Deutschen in eine eingeschränkte Souveränität entlassen. Dass in einer solchen Situation nur wenig außenpolitischer Spielraum bestand, wo doch letztlich jeder Schritt noch genehmigungspflichtig war, versteht sich von selbst. Trotzdem gelang es der deutschen Außenpolitik, innerhalb nur weniger Jahre bemerkenswerte Freiräume zu schaffen und diese gezielt zu füllen. Die starke Prägung innenpolitischer Verhältnisse durch die außenpolitischen - Stichwort Westbindung - rechtfertigt auch eine engere Beschäftigung mit dem Gegenstand, die im folgenden vorgenommen werden soll. Die Außenpolitik der BRD lässt sich dabei in drei große Phasen unterteilen: die Westbindung unter CDU-geführten Regierungen und Außenämtern, die Ostpolitik unter SPD und FDP und schließlich der Kurswechsel des vereinigten Deutschland in der Berliner Republik, der noch lange nicht abgeschlossen ist und deswegen allenfalls grob skizziert werden kann. Beginnen wir mit der Ausgangssituation. 

Freitag, 2. Dezember 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse


Noch son Grund für guten Geschichtsunterricht:

Sonntag, 13. November 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

Zum kommenden Romme-Film gibt es in der SZ eine Zusammenfassung der Debatte.

Sonntag, 6. November 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse


Auf YouTube gibt es Keynes im O-Ton.

Donnerstag, 3. November 2011

Das Zeitalter der Kernenergie Teil 3/3

Von Stefan Sasse

Atombombentest "Trinity"
Seit der Entdeckung der Kernspaltung wurde diskutiert, die gewaltigen freiwerdenden Energiemengen zur zivilen Nutzung freizugeben. Durch den Krieg kam es zu einer Forcierung auf den Bombenbau; danach ging es mit der zivilen Forschung ebenfalls voran. Man unterteilt die Entwicklung in drei Phasen: erste Experimente mit Reaktoren, ab Mitte der 1950er Jahre forcierte Reaktorenforschung und von Mitte der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre die Frage nach Abfallbeseitigung und Risikomanagment durch fundierte Erfahrung mit Atomtechnologie. Der Reaktorunfall von Fukushima könnte durchaus der Beginn einer vierten Phase sein, die den Ausstieg aus der Atomenergie markiert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte man sich besonders auf die Erforschung eines Nuklearantriebs für Schiffe; nicht nur für militärische, sondern auch zivile Zwecke. Diese Forschung war dabei sehr aufwändig, was den personellen, materiellen und besonders finanziellen Aspekt anbelangt. Deswegen entwickelte man die Großforschung („Big Science“), deren Paradebeispiel die Kernphysik ist (Manhattan Project). Die Großforschung ist dabei eng mit Staat wie Wirtschaft verwoben:

Montag, 31. Oktober 2011

Fundstücke

Von Stefan Sasse

Auf Bloomberg findet sich ein Artikel zu Schumpeter und Keyes und dem Versailler Vertrag 1919. Sehr interessant, gerade vor dem aktuellen Hintergrund.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Der Gedanke der Frauenemanzipation in der Geschichte

Von Stefan Sasse

Suffragettenmarsch in New York, 1912
Die Gleichberechtigung der Frau ist ein Thema, das heute wie sonst nur das fließende Wasser und die Elektrizität dazu dient, die Moderne von der Zeit davor zu trennen. Im populären Narrativ waren die Frauen Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende durch den Mann unterdrückt und errangen ihren Platz in der Welt erst im späten 19. und im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Die Sichtweise der heutigen Zeit als einer erleuchteten und der Vergangenheit als einer düsteren, zurückgebliebenen aber ist anachronistisch und wenig aussagekräftig. Tatsächlich ist die Gleichberechtigung der Frau ein modernes Thema, aber vor allem deshalb, weil sie erst seit kurzer Zeit überhaupt eine Rolle spielt. Ich will im Folgenden versuchen, diesen Gedanken etwas näher auszuführen. Es soll keineswegs versucht werden, Erfolge oder Zielsetzungen der Feminismus-Bewegung zu relativieren (meine zeitgenössischen Gedanken dazu finden sich hier), sondern einen Erklärungsversuch für einige Paradoxien des bestehenden, oben skizzierten Narrativs zu finden und die Emanzipationsbewegung in einen allgemeineren historischen Kontext zu rücken. 

Freitag, 21. Oktober 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

Auf Youtube steht das Fernsehspiel "Generale - Anatomie der Marne-Schlacht" von Sebastian Haffner aus dem Jahre 1977. Das Ding ist mittlerweile etwas angestaubt, aber sehr gut gespielt und erzählt. Wer sich für Militärgeschichte interessiert sollte es sich ansehen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Das Zeitalter der Kernenergie Teil 2/3

Von Stefan Sasse

Explosion der Wasserstoffbombe Castle-Bravo
Als Reaktion auf die sowjetische Bombe erfolgte eine Umorientierung der amerikanischen Politik, die auf eine starke Nuklearisierung der Sicherheit baute. Man verabschiedete das Papier NSC-68, das eine konventionelle Aufrüstung, erhöhte Militär- und Wirtschaftshilfe für Verbündete, psychologische Kriegführung und Subversion in kommunistischen Staaten sowie umfangreiche Programme für Zivilschutz und Zivilverteidigung vorsah. Im Mai 1949 wurde die NATO gegründet, während man gleichzeitig durch die Entwicklung der Wasserstoffbombe eine neue Runde im Rüstungswettlauf einläutete. Über die Entwicklung dieser Waffe war das Nuklear-Gremium der USA zutiefst gespalten; während beispielsweise Oppenheimer in strikter Opposition stand, trieb Edward Teller die Entwicklung voran. Bereits im November 1952 wurde „Ivy Mike“, die erste Wasserstoffbombe, getestet - rund 330mal so stark wie die Hiroshima-Bombe, die eine Insel des Bikini-Atolls vollständig vernichtete (der letzte Test dieser Art auf dem Bikini-Atoll wird 1958 durchgeführt). Tests stärkerer Bomben kommen danach nicht mehr vor; Atomtests als solche dagegen schon. Bereits im August 1953 fand ein Test der sowjetischen Wasserstoffbombe statt, die zwar schwächer als die amerikanische war, dafür aber im Flugzeug transportierbar – und somit deutlich gefährlicher. 

Samstag, 15. Oktober 2011

Fundstücke

Von Stefan Sasse

In der Zeit findet sich ein Interview mit Ferdinand von Schirach, in dem es um die Aufarbeitung von Morden aus der Nazi-Zeit geht, besonders um die juristischen Konstruktionen und das Dreher-Gesetz. Sehr lesenswert.

Dienstag, 11. Oktober 2011

War im Fernsehen früher alles besser?

Von Stefan Sasse

Schnulz- und Propagandafetzen: Pearl Harbor (2001)
Im letzten Posting haben wir uns mit dem Elend des deutschen Geschichtsfernsehens beschäftigt, das in den letzten Jahren eine gruselige Anzahl an revisionistischen Machwerken hervorgebracht hat. Es sind jedoch nicht alle Filme mit geschichtlichem Hintergrund schlecht, die in Deutschland gemacht wurden und die über deutsche Mattscheiben flimmern. Der Haken ist, dass viele von ihnen schon älter sind. Dies allerdings betrifft vor allem deutschen Geschichtsfilme. Besonders aus dem amerikanischen Raum kommen in letzter Zeit Werke, die schnulzigen Quatsch wie das unsägliche "Pearl Harbor" (2001) vergessen machen. Sehen wir uns zuerst chronologisch drei deutsche Filme an: "Die Brücke" (1959), "Das Boot" (1981) und "Stalingrad" (1993). Danach werden wir die jüngeren amerikanischen Beispiele betrachten: "Schindlers Liste" (1992), "John Adams" (2008) und "The Conspirator" (2011). Diese Filme stehen keinesfalls stellvertretend für das gesamte Genre der Geschichtsfilme, denn das wird immer noch von den Produktionen dominiert, die die geschichtlichen Ereignisse hauptsächlich als Rahmen für ihren Plot benutzen - die Beispiele hierfür sind Legion. Uns soll es einzig um die Filme gehen, die neben der Rahmenhandlung auch noch eine Botschaft zu transportieren versuchen.

Samstag, 8. Oktober 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

Für Freunde der Geschichtswissenschaft finden sich hier und hier online Geschichtsvorlesungen.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Zum Elend des deutschen Geschichtsfernsehens

Von Stefan Sasse

Man muss vermutlich dankbar dafür sein, dass die Welle der deutschen Fernsehfilme zu irgendwelchen zeitgeschichtlichen Themen inzwischen vorbei ist. Losgetreten wurde sie von "Der Untergang", dicht gefolgt von Filmen wie "Die Flucht", "Die Gustloff" und "Die Luftbrücke". Es gibt noch weitere Melodrame etwa über die Hamburger Flut, aber die vier erwähnten scheinen mir die aussagekräftigsten für das Problem zu sein, das hier besteht. Man muss es sagen wie es ist: die Machart der Filme ist stets professionell, spannend und mitreißend, die Botschaft dagegen ist revisionistische Kacke. Man verzeihe mir die harte Wortwahl, aber man kann es kaum netter sagen. Was hier präsentiert wird, erinnert in seiner süß-harmlosen Dramatik frappant an die Unterhaltungsbranche der Nazi-Zeit und in der politischen Botschaft an die Hochphase des Kalten Krieges in den 1950er Jahren und das stete konservative Amalgam der Relativierung des Dritten Reiches. Sehen wir uns die Filme kurz an. 

Dienstag, 4. Oktober 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

Vincent Schmalbach hat ein E-Book zum Thema Weltgeschichte veröffentlicht, das kostenlos downgeloadet werden kann.

Freitag, 30. September 2011

Von der Zivilisation

Von Stefan Sasse

Zarte Anfänge der Zivilisation
Der Begriff der Zivilisation ist ein merkwürdig undefinierter Begriff. Häufig spielt er auf einen bestimmten Stand kultureller Entwicklung an, meist vor allem, um ihn von den primitiven Agrar- und Stammesgesellschaften der menschlichen Frühgeschichte abzuheben. Eine ganz eigene, negative Definition erhielt er während der Zeit des deutschen Kaiserreichs, in dem er als pejorativer Begriff mit dem angelsächsischen Raum verbunden und dem eigenen Begriff der deutschen "Kultur" gegenübergestellt wurde. In diesem Bild, dessen Nachhall selbst heute spürbar bleibt, ist "Zivilisation" etwas kaltes, technisches, seelenloses. Man besitzt Maschinen und gewisse materielle Komforts, aber man ist gewissermaßen als Mensch zurückgeblieben. Diese Definition teile ich nicht. Zivilisation ist viel mehr etwas, das noch nicht lange existiert, das fragil und beständig gefährdet ist und das sich aus sechs Teilen zusammensetzt, die alle notwendig sind um eine echte Zivilisation zu konstituieren und zu erhalten. Gefährdet und fragil ist Zivilisation deswegen, weil bereits das Fehlen eines einzelnen dieser Teile reicht, um sie zu zerstören und etwas anderem, düstererem Platz zu machen. Wir werden dies im Folgenden im Detail beobachten können. 

Dienstag, 27. September 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

Im "Einestages" von Spiegel findet sich ein netter Bericht über Bürgereinsendungen zur Auswahl einer Nationalhymne nach 1949.

Mittwoch, 21. September 2011

Das Zeitalter der Kernenergie Teil 1/3

Von Stefan Sasse

Atomexplision über Nagasaki 1945
Das Atomzeitalter entspricht geradezu klassisch dem Zeitalter der Moderne. Das Atomzeitalter ist mitnichten abgeschlossen; es prägt uns bis heute. Es beginnt exakt mit dem 6. August 1945, dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Neben der Beendigung des Zweiten Weltkriegs jedoch stellt der Atombombenabwurf aber auch eine weitere Zäsur dar, da er die internationale Politik ebenso stark veränderte wie prägte. Auch für die Menschen wurde die Atombombe zum einschneidenden Ergebnis, nicht nur durch die mannigfaltigen Proteste gegen die Atomwaffen.
Gleichzeitig richten sich geradezu Heilsvorstellungen an die Atomenergie, verbunden mit dem Glauben, man könne die Atomenergie vollständig kontrollieren und nutzen.

Die Atombomben

Ohne den Vorlauf der Wissenschaften wäre der Abwurf nicht möglich gewesen. Bereits der Erste Weltkrieg als „Krieg der Chemiker“ (Giftgase) und besonders der Zweite Weltkrieg als „Krieg der Physiker“ (Abwurf der Atombomben) wurden auch stark durch den wissenschaftlichen Fortschritt geprägt. Die Entwicklung der Atomenergie jedoch fußte vorrangig auf dem spezifisch wissenschaftlichen Antrieb der Physiker ab 1900 und besonders in den 1920er Jahren. Einzelne Theorien brachten bahnbrechende Impulse, die zur modernen Kernphysik synergierten.

Donnerstag, 8. September 2011

Fundstücke

Von Stefan Sasse

In der NY Times findet sich ein toller Hintergrundbericht zu den Olympischen Spielen 1936.

Dienstag, 6. September 2011

Der Anfang vom Ende der Römischen Republik, Teil 2/2: Erosion der Republik

Von Stefan Sasse

Gracchus vor der Volksversammlung
Im ersten Teil zum Thema Untergang der römischen Republik haben wir uns ihre genaue Funktionsweise angesehen. Mit den alten Vorstellungen des Volkes, das sich auf dem Forum versammelt und über irgendwelche Politikfelder abstimmt, hatte das reichlich wenig zu tun - die Republik diente letztlich hauptsächlich dem Austragen von Konkurrenz und Wettstreit unter der Aristokratie, bot einen Kanal, der dem Staatswesen half anstatt es zu erschüttern. Die überwiegende Mehrheit des Volkes, selbst reiche Händler und Amtsadelige, hatten im Allgemeinen wenig Mitspracherecht. Warum aber begann das Staatswesen am Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus langsam zu bröckeln? Was führte in gewalttätigen Taumel von Bürgerkriegen, in denen die Republik versinken sollte? - Der Beginn lag bei den Gracchen.

Freitag, 2. September 2011

Fundstück

Von Stefan Sasse

Bei SpOn gibt es einen Artikel über einen berühmten Werbetexter der Weimarer Republik und seine heute vergessene Werbefigur Dr. Unblutig.

Montag, 29. August 2011

Fundstücke

Von Stefan Sasse

Anlässlich der Morde von Norwegen nimmt die SZ den ersten belegten Amoklauf Deutschlands unter die Lupe, der 1913 stattfand.

Freitag, 26. August 2011

Der Anfang vom Ende der Römischen Republik, Teil 1/2: Die Verfassung der Republik

Von Stefan Sasse

"Senat und Volk von Rom"
Nach dem Sieg in den Punischen Kriegen stand die Römische Republik so stark da wie nie zuvor. Große Teile des Mittelmeerraums waren ihr untertan. Rom war eine riesige Stadt, die Metropole der antiken Welt, durch ein hochkomplexes Aquäduktsystem mit fließendem Wasser versorgt, größter Getreideimporteur und pulsierendes wirtschaftliches Zentrum. Es war nach der Niederlage Karthagos kein Gegner mehr übrig geblieben, der der Republik ernsthaft gefährlich werden konnte - sieht man einmal von den barbarischen Germanenstämmen ab, die im Zug der Kimbern und Teutonen in Italien einfallen sollten. Um 130 v.Chr. herum begann jedoch eine Phase zunehmender Instabilität, die die hergebrachte Ordnung der Republik erst bedrohte und schließlich zum Einsturz brachte. Ihr Ende ist untrennbar mit den Namen Caesar und Octavian verbunden; deren Schläge jedoch brachte ein System zum Einsturz, dessen Fundament bereits zuvor wackelig geworden war. Wie aber war dieses Fundament beschaffen, und was war es, das so korrodierte?

Mittwoch, 24. August 2011

Fundstücke

Von Stefan Sasse

Im DLF lief eine bemerkenswerte Reportage zur Geisteshaltung der adeligen Eliten in Kaiserreich und Nationalsozialismus. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber sie geht in eine Richtung, die man sonst wenig hört, besonders was den Widerstand des 20. Juli betrifft.

Freitag, 19. August 2011

Fundstücke

Von Stefan Sasse

Zur Feier der Hundertjährigen Entdeckung des Maccu Piccu hat die SZ eine Bilderstrecke zum Thema.

Mittwoch, 17. August 2011

Drei Sätze, die die Welt veränderten

Von Stefan Sasse

Declaration of Indepedence, Original
In den letzten Juni-Tagen des Jahres 1776 diskutierten die Abgeordneten des Continental Congress in Philadelphia hitzig über die Frage der Unabhängigkeit. Viele Staaten wollten sie, einige waren dagegen. Thomas Jefferson hatte mittlerweile einen Text ausgearbeitet, der im Falle einer Annahme der Unabhängigkeit diese offiziell erklären sollte. Die ersten drei Sätze dieser Unabhängigkeitserklärung haben eine Sprengkraft in sich, die ihresgleichen sucht. Immer wieder haben Unabhängigkeitsbewegungen in anderen Ländern auf diese Sätze rekurriert; unter den kuriosesten dieser Bezugnahmen ist sicherlich die 1945 veröffentlichte Erklärung der Volksrepublik Vietnam, die ihre Unabhängigkeit ausgerechnet im blutigen Kampf gegen das große Vorbild erstreiten sollte. Es lohnt sich einen genaueren Blick darauf zu werfen, was diese Erklärung eigentlich so außergewöhnlich macht, und was die in ihr veröffentlichten Sätze eigentlich selbst heute noch bedeuten. Die drei Sätze lauten:
"When in the Course of human events, it becomes necessary for one people to dissolve the political bands which have connected them with another, and to assume among the powers of the earth, the separate and equal station to which the Laws of Nature and of Nature's God entitle them, a decent respect to the opinions of mankind requires that they should declare the causes which impel them to the separation. We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness."

Montag, 15. August 2011

Fundstücke

Von Stefan Sasse

In der SZ findet sich ein Artikel zu einer Münchner Ausstellung über die Verarbeitung von Nazidiktatur und Holocaust in Comics. Der Kurator ist offensichtlich im Metier bewandert und geht nicht auf die grenzwertigen Fragen der Interviewer ein, sondern gibt stattdessen ausführliche und sachliche Antworten.

Freitag, 12. August 2011

Keine Chance für Weimar?

Von Stefan Sasse

Ausrufung der Republik durch Scheidemann
Die Geschichte der Weimarer Republik wird oftmals als Geschichte des Scheiterns geschrieben. Aus der heutigen Perspektive, mit dem Wissen um die Geschehnisse der drei letzten Jahre ihres Bestehens, ist das verständlich. Das Scheitern Weimars machte die nationalsozialistische Dikatur erst möglich, beendete die erste deutsche Demokratie und stieß das Land für zwölf Jahre in den Abgrund stetig zunehmender, furchtbarer Barbarei. Oftmals wird das Scheitern Weimars, bewusst oder unbewusst, als unvermeidlich angesehen. Das kommt daher, dass der zentrale Fokus auf dem Scheitern Weimars liegt und die Geschichtsdarstellungen häufig nach den Gründen für dieses Scheitern forschen. Die Wegkreuzungen zu sehen, an denen sich alles hätte anders entwickeln können, ist dabei nicht immer ganz einfach. Im Folgenden soll der Versuch hierzu unternommen werden.

Die Weimarer Republik stand in den Jahren ihres Bestehens mehrmals an dem Abgrund, in den sie am Ende fiel. Es begann mit ihrer Geburt, als ihre Existenz von Kräften links wie rechts herausgefordert wurde, ging über in das Vier-Krisenjahr 1923, in dem die extreme Rechte im Windschatten einer Wirtschaftskrise die Macht zu erlangen hoffte und mündete schließlich in der Dauerkrise ab 1930 mit ihren Präsidialkabinetten und schließlich der Berufung Hitlers zum Reichskanzler 1933. Die erste dieser Krisen überwand sie nur mit der Hilfe rechtsextremer Elemente, die sie ultimativ zu überwerfen trachteten. Daraus resultierte eine beständige Schlagseite, die wie ein langsam wuchernder Krebs die demokratischen Grundlagen aushöhlte. Die Krise 1923 dagegen überwand die Republik aus eigener Kraft, wenngleich unter hohen Kosten: die Besetzung des Ruhrgebiets wurde beendet, die Währung reformiert, der Hitler-Putsch niedergeschlagen und die Separatisten im Rheinland besänftigt. Der Preis dafür war die Entfremdung des durch die Hyperinflation enteigneten Kleinbürgertums von der Republik und die Stützung autokratischer Elemente in Bayern, das zu einem Hort rechter Reaktion wurde.

Mittwoch, 10. August 2011

In eigener Sache

Von Stefan Sasse

Ab sofort ist auf dem Geschichtsblog Google AdSense aktiviert. Ich habe mich nach sehr langem Überlegen zu diesem Schritt entschlossen. Wen die Anzeigen zu sehr stören, der kann ja problemlos einen Adblocker in seinen Browser einfügen - falls er es nicht ohnehin schon getan hat. Ich hoffe, niemand wird durch die Anzeigen von seinem Lesevergnügen abgehalten.

Dienstag, 9. August 2011

Fundstücke XXXIX

Von Stefan Sasse

In einem Artikel der Berliner Zeitung werden die Hintergründe des griechischen Staatsbankrotts 1893 erklärt und Parallelen zu heute gezogen.

Danke an Viktor R. für den Link!

Sonntag, 7. August 2011

Krieg im 19. und 20. Jahrhundert Teil 3/3

Von Stefan Sasse

UN-Generalversammlung
Die inflationäre Verwendung von Worten verwischt die Bedeutung des Begriffs. Das ist besonders bei der Differenzierung des genozidalen Kriegs wichtig, wo der Begriff über den „normalen“ Krieg hinausgehen muss. „Genozid“ bedeutet Völkermord, vom Polen Rafael Zeltkin im Zweiten Weltkrieg erstmals verwendet. Geächtet wurde dieser auf Völkermord zielende Krieg erstmals durch eine Resolution der UNO 1946; 1948 bekräftigte die Generalversammlung das noch einmal. Damit wird Völkermord im Internationalen Recht zum Verbrechen. Relevant ist dabei die Absicht des Völkermords; strafbar ist bereits der Aufruf, nicht nur die Tat. In der Folgezeit wurde versucht, den Begriff weiter auszudefinieren. Die verwendete UNO-Definition überlässt dabei die Opferdefinition dem Täter. 

Erst das 20. Jahrhundert sprach vom genozidalen Krieg, aber das Phänomen ist alt. Der Althistoriker Martin Zimmermann beschreibt zum Teil außerordentlich grausame Kriege der Griechen und Römer, die oftmals Massaker anrichteten. Führten sie also genozidale Kriege? Dafür spricht die Vernichtung. Dagegen spricht der häufige Fall der Integration besetzter Gemeinwesen; Vernichtung wurde nach Widerstand praktiziert, nicht aufgrund ideologischer Motive. Damit kann die UNO-Definition nicht angewendet werden. Der Vernichtungskrieg als genozidaler Krieg taucht aber erstmals im 20. Jahrhundert auf. Vergleiche sind möglich, Gleichsetzungen verbieten sich.

Donnerstag, 4. August 2011

Fundstücke XXXXIV

Von Stefan Sasse

Spiegel Online hat eine kleine Ausschnittssammlung von NVA-Propagandafilmen im Angebot. Diese Ausschnitte aus einer Parallelwelt sprechen echt für sich. 

Mittwoch, 3. August 2011

Der internationale Nazi-Vergleich und seine Helfershelfer

Von Stefan Sasse  

Geißler (hier 2007) sprach über S21 vom "Totalen Krieg"
Die Überschrift steht symbolisch für das Problem: ich habe einen Nazi-Vergleich verwendet. Shocking! Darf ich das? Ist es ein keckes Wortspiel, mit dem ich den Leser gleich am Anfang aufmerksam mache, oder ein völlig geschmackloser, unangemessener Vergleich, der den Opfern des Dritten Reichs Hohn spricht? Wäre ich ein Politiker oder eine andere Figur des öffentlichen Lebens, so wäre die Sache klar: Nazi-Vergleiche sind ein absolutes No-Go-Area. Nicht verwenden. Nie, unter keinen Umständen. Wenn sie doch rausrutschen: nicht rechtfertigen, sofort entschuldigen. War unangemessen, blöd, kommt nicht wieder vor. Alles andere führt in ein sicheres PR-Desaster, das erfährt Heiner Geißler, der es eigentlich besser wissen müsste, mit seinem Geschwätz vom Totalen Krieg bei der Stuttgart-21-Schlichtung. Aber wie steht es generell um Vergleiche und Wortspiele mit Nazis, wo Walter Moers seinen Zeichentrick-Hitler im "Bonker" verkünden lassen kann, dass ihm der Zweite Weltkrieg keinen Spaß mehr macht und Helge Schneider eine unlustige Hitler-Parodie abliefert? Darf man so was inzwischen? Oder eher nicht?

Sonntag, 31. Juli 2011

Fundstücke XXXVII

Von Stefan Sasse

Götz Aly wehrt sich in der FR entschieden gegen die Begehung des Jahrestages des Beginns des Unternehmens "Barbarossa" als Festakt. Man kann seine Brandrede nur unterschreiben.

Freitag, 29. Juli 2011

Krieg im 19. und 20. Jahrhundert Teil 2/3

Von Stefan Sasse

Konzeptzeichnung Suezkanal 1881
Im späten 19. Jahrhundert erreichte die europäische Weltdominanz ihren Zenit. Die späte Expansion dieses „Hochimperialismus’“ verlief anders als bisher: man kämpfte nicht mehr militärisch gegeneinander, sondern konkurrierte nur mit Gesellschaften und anderen Mitteln. Man einigte sich bilateral oder internationalen Konferenzen; die erste fand 1884 in Berlin statt (Internationale Afrikakonferenz, an der auch die USA teilnahmen). Man versuchte dabei, international gültige Regeln für die Kolonialherrschaft zu vereinbaren. Carl Schmitt analysierte dies dahingehend, als dass Kolonialherrschaft zum Bestandteil des Völkerrechts wurde. Herrschaft musste damit direkt ausgeübt werden; es reichte nicht mehr, mit lokalen Herrschern Schutzverträge zu schließen. Man übertrug die Zeichen des Staates direkt auf die Kolonien, der Staat trat als alleiniger Träger des Machtmonopols auch in den Kolonien auf. Dieses Prinzip wird auf der Berlinkonferenz auf die Gebiete übertragen, die die europäischen Staaten als Kolonien beanspruchten. Es war also nötig, eigene Verwaltungen aufzubauen und Herrschaft direkt aufzubauen. Allein die Kooperation mit den örtlichen Eliten reichte nicht mehr, wiewohl man sie in die Verwaltung einbauen konnte. Um nicht ins Hintertreffen im Weltmachtstreben zu geraten, drängten alle Länder nach Kolonien. Ein Beispiel: mit dem Bau des Suezkanals, der den Seeweg zwischen Europa und Indien auf ein Drittel verkürzte, führte zur Intervention europäischer Staaten im beinahe unabhängigen Ägypten. Dies führte zu einer einheimischen Protestbewegung, die mit den Forderungen von 1882 kulminierte – und von den Briten militärisch niedergeschlagen und vernichtet wurde.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Fundstücke XXXVIII

Von Stefan Sasse

Nur eingeschränkt ein Fundstück, weil es selbstreferentiell ist, aber nichts desto trotz: hist.net hat eine Rezension über das Geschichtsblog verfasst, die sehr schmeichelhaft ausgefallen ist. Danke dafür an die Autoren!

Sonntag, 24. Juli 2011

Krieg im 19. und 20. Jahrhundert Teil 1/3

Von Stefan Sasse

Dt. Soldaten reißen den Grenzbaum zu Polen ein
Der Zweite Weltkrieg als Kriegstypus des 20. Jahrhunderts hat die Entwicklungen in Europa zum „gehegten“ Staatenkrieg widerrufen, da systematisch die Grenzen zwischen Kombattanten und Zivilisten niedergelegt wird – das Hauptmerkmal des Totalen Krieges. Diese Trennung stellt eine Entwicklung seit dem Dreißigjährigen Krieg dar; sie wurde auch in Europa nie vollständig umgesetzt, in den Kolonialkriegen jedoch hielt sich niemand daran. Trotzdem hatte man es in Europa weitgehend umgesetzt; deswegen stellte der Zweite Weltkrieg einen deutlichen Bruch dar. Gleichzeitig stellte der Zweite Weltkrieg das Ende des traditionellen Staatenkriegs dar. Die Zahl der (Bürger-)Kriege ist seit damals stark gestiegen; vor allem außerhalb Europas. Global gesehen ist Krieg eine dynamische Wachstumsbranche. 

Eine kontrovers diskutierte Frage in diesem Zusammenhang ist, ob Terrorismus Krieg ist. Krieg wird dabei als „gewaltsamer Massenkonflikt“ definiert, bei dem „von mindestens einer Seite reguläre Streitkräfte eingesetzt werden und die Kämpfe zwischen diesen und anderen Gewaltformationen müssen mit einer gewissen Kontinuität ausgetragen werden“ müssen. Wenn Terroristen ihren Terror also kontinuierlich aufrecht erhalten und staatliche Reaktionen provozieren, zählt dies durchaus als Krieg – eine Definition, die Bush mit den „Kriegen des 21. Jahrhunderts“ umschreibt. Wenn der Terror unter „Krieg“ gefasst werden soll, verändert sich dadurch auch das Kriegsbewusstsein der Menschen.

Dienstag, 19. Juli 2011

Fundstücke XXXV

Von Stefan Sasse

In der SZ findet sich ein Artikel anlässlich des Jahrestags des Unternehmens Barbarossa, das die Geschehnisse zusammenfasst.

Freitag, 15. Juli 2011

Die Anfänge der Besiedelung Nordamerikas

Von Stefan Sasse

Christoph Kolumbus
Die Besiedlung Amerikas durch die Europäer begann im August 1493, mit der Entdeckungsfahrt des Christoph Kolumbus. Über Kolumbus ist wenig bekannt, außer dass er ein missionarischer Abenteurer im Dienst der spanischen Krone war. Bekannt ist, dass er ein Fan von Marco Polo und Ptolemäus war und deswegen den Erdumfang um etwa ein Drittel zu klein einschätzte. Deswegen erwartete er Land, wo er Land fand – auch wenn es Amerika und nicht Indien war. Die damals ausgehende Reconquista hatte die Grundlagen für die Expansion geschaffen. Es ging mit dem Weg nach Westen auch um eine Möglichkeit, der ökonomischen Umklammerung der Araber zu entfliehen. Kolumbus landete im Oktober auf einer der Bahamasinseln. Die Spanier führten die Expeditionen nach Westen weiter, um nach China und Indien zu gelangen. Um nicht mit den um Afrika herumsegelnden Portugiesen in Konflikt zu geraten, wurde unter Schirmherrschaft des Papstes in Tordessillas ein Vertrag geschlossen, der die Welt in eine westliche spanische und eine östliche portugiesische Hälfte. In Brasilien, östlich der Linie und deswegen portugiesisch dominiert, wurde bald die Sklaverei eingeführt. Die Bewohner des von Kolumbus entdeckten Landes wurden indios genannt, die bekannten Inseln Westindische Inseln. Kolumbus führte drei weitere Reisen nach Amerika durch und legte dabei mit die Grundlagen für Sklaverei und Plantagenwirtschaft. Die Sklaverei der Christen (chattel slavery) unterscheidet sich dabei fundamental von der der Antike, da die negative Sicht auf die Sklaven und der damit gepflegte Rassismus eine Versklavung der eigenen Kultur bzw. Rasse unmöglich machte. Bereits 1552 gab es Kritik an der Sklavenwirtschaft, von Bartolome de las Casas, welcher „Kurzgefasster Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder“ verfasste. Er verschrieb sich der Bekämpfung Sklaverei.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Fundstücke XXXVI

Von Stefan Sasse

Thomas Strobl hat im Weißgarnix eine kleine Analyse der Vorkriegswirtschaft NS-Deutschlands aufgestellt.

Sonntag, 10. Juli 2011

Eine kurze Geschichte des Sozialismus

Von Stefan Sasse

Ferdinand Lassalle
Der Sozialismus ist eine der politisch-ideologischen Hauptströmungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Er hatte Strahlkraft und Ausdehnung in ganz Europa und führte zur Entwicklung von sozialdemokratischen Parteien und Reformern. Aus ihm ging eine weitere politisch-ideologische Hauptströmung, der Kommunismus, hervor. Dieser wird ausdrücklich nicht in diesem Artikel, sondern in einem Kommenden besprochen.

Herkunft des Sozialismus

Der Sozialismus entwickelt sich von Anfang an zu einem europazentrischen Phänomen, im Gegensatz zum Liberalismus, der sich parallel in den USA entwickelte. Deswegen gibt es in den USA auch keinen Sozialismus. Es gibt eine europaweite Theoriebildung und gleichermaßen eine nationsspezifisch ausgeformte Interpretation der Erhebung der Arbeiter, quasi nationale Theorien sozialistischen Verständnisses. Die europaweite Theoriebildung ist dabei die Grundlage der Sozialistischen Internationale, wird jedoch gleichzeitig immer von unten her durch die jeweilige nationalstaatliche Bewegung zerfressen. Deswegen ist der deutsche Sozialismus kaum mit dem französischen vergleichbar, weswegen hier nur auf den deutschen Sozialismus Wert gelegt werden soll. Selbst der vergleichsweise ähnliche englische Sozialismus ist aufgrund mannigfaltiger Unterschiede wie der anders verlaufenen industriellen Revolution nicht wirklich vergleichbar, soll aber immer wieder kurz angeschnitten werden.

Dienstag, 5. Juli 2011

Fundstücke XXXIV

Von Stefan Sasse

Zum 100jährigen Jubiläum des Stapellaufs der Titanic hat die SZ eine kleine Bilderstrecke im Angebot.

Freitag, 1. Juli 2011

Eine kurze Geschichte des Konservatismus

Von Stefan Sasse

Otto von Bismarck, 1890
Der Konservatismus ist eine der ideologisch-politischen Hauptströmungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Als reine Domäne des Adels begonnen nimmt er bald auch Großindustrielle in seine Reihen auf und verbeitert sein Klientel mit der Reichsgründung spürbar. Noch heute spielt der Konservatismus in der politischen Debatte eine große Rolle, obgleich er kaum noch echte Anhänger besitzt. 

Konservatismus – Entstehungsgeschichte und Weltbild

Im Rahmen dieses Beitrags beschränkt sich Konservatismus auf Europa. Konservatismus setzt Wandel und Veränderung als bewusst erfahrene Strömungen der Zeit voraus. Des Weiteren setzt er voraus, dass dieser Wandel und Veränderung von einer anderen Gruppe aktiv betrieben wird. Dabei darf Konservatismus nicht mit Reaktion verwechselt werden; während die Reaktion alles auf einen früheren Stand zurückdrehen will, sucht der Konservatismus Bestehendes zu behalten und sich gegen die Fortschrittsrufer zur Wehr zu setzen.

Dienstag, 28. Juni 2011

Fundstücke XXXIII

Von Stefan Sasse


SpOn berichtet, dass inzwischen auch der Cambridge-Historiker Richard J. Evans das Buch "Das Amt" verrissen hat. Evans ist gewissermaßen der ausländische Experte für die NS-Zeit.

Samstag, 25. Juni 2011

Eine kurze Geschichte des Liberalismus

Von Stefan Sasse

Statue Immanuel Kants
Der Liberalismus gehört zu den großen politisch-ideologischen Hauptströmungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Obwohl seine eigene Blütezeit vergleichsweise kurz war, ist seine Strahlkraft groß. Viele andere politisch-ideologische Hauptströmungen definierten sich in klarer Gegnerschaft zum Liberalismus, etwa der Konservatismus, der Faschismus oder der Sozialismus. Im Folgenden soll ein kurzer Überblick zum Thema Liberalismus gegeben werden. Zu Beginn möchte ich vier Thesen zum Liberalismus aufstellen.

Vier Thesen zum Liberalismus

1) Liberalismus ist eine historische Grunddeterminante Europas seit der Aufklärung. Zentrales Postulat ist die Freiheit des Individuums, vulgo das Selbstbestimmungsrecht.

2) Die Grundforderung des Liberalismus ist die Beschränkung des staatlichen Interventionsrechts gegenüber der Individualsphäre. Dem liegt die Überzeugung zu Grunde, der Mensch sei ein Wesen, welches sich in Freiheit nach seinen eigenen Vorstellungen entfalten und nach diesen leben wolle. Das 19. Jahrhundert kann als Jahrhundert der Verfassungen gesehen werden. Die faschistischen und kommunistischen Massenbewegungen des 20. Jahrhunderts sind dabei die Umkehrung der liberalen Grundsätze.

3) Der Liberalismus ist eine Gesellschaftsform. Eine bestimmte Gesellschaftsgruppe nimmt dabei für sich Anspruch, das perfekte System zu kennen und etablieren zu wollen. Sie bilden eine Meinung und tragen diese als Forderung an die Politik.

4) Der Liberalismus kann ein Prinzip politischer Organisation sein, dessen Zweck in der Sicherung eines möglichst großen Freiheitsraums für das Individuum ist. Dazu gehören das Repräsentativsystem sowie die Gewaltenteilung als elementare Bestandteile („Nachtwächterstaat“). Damit verbunden ist die Vorstellung, dass Bedrohungen nur von außen kommen und soziale Spannungen oder ähnliches als Bedrohungsszenario nicht existieren. Dabei handelt es sich um eine bis heute lebendige Utopie. Es handelt sich um einen genuinen Topos liberalen Selbstverständnisses.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Fundstücke XXXII

Von Stefan Sasse

Die SZ hat einen Artikel über die Aufarbeitung von C&A zu ihrer eigenen braunen Vergangenheit im Angebot. Ungewöhnlich ist, wie offen die Firma ihre schmutzige Wäsche ausbreitet; normalerweise neigen Konzerne dazu, ihre diesbezügliche Historie zu vertuschen.

Dienstag, 31. Mai 2011

Fundstücke XXXI

Von Stefan Sasse

Die Universität von Yale bietet in ihren "open courses" Vorlesungen zu allen möglichen Fächern zum Download als Video oder MP3 an. Den Link zur Geschichtssektion findet man hier.

Samstag, 28. Mai 2011

Aufstieg und Fall des Bürgertums

Von Stefan Sasse

Nürnberg 1493
Das Bürgertum als Klasse erlebte eine vergleichsweise kurze Geschichte der Prosperität und des Einflusses, die sich vor allem über das 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erstreckte. Seine frühesten Ursprünge liegen in der Bildung von Städten im Mittelalter, wo Macht und Einfluss mehr und mehr aus den Händen der Adeligen in die reicher Händlerfamilien übergeht. Zwar verwischen hier die Grenzen von Adel und Bürgertum schnell, weil viele dieser Familien sich schnell in den Adel einkauften oder einheirateten; es entstand mit der Legitimation auf den gewaltigen Vermögen allerdings eine ideologische Verschiebung. Es dauerte viele Jahrzehnte, bis sich eine vermögende, nichtadelige Oberschicht in den meisten Städten gebildet hatte. Abgeschlossen war dieser Prozess wohl erst im 18. Jahrhundert. In manchen Ländern ging dieser Prozess dabei deutlich schneller voran als dies etwa in Deutschland oder Frankreich der Fall war; am auffälligsten ist hier die Vorreiterrolle Englands. Englands Kolonien in Nordamerika schließlich waren die wohl erste bürgerliche Gesellschaft, ihre Revolution wurde von Bürgern für Bürger gemacht: es waren viele Juristen, Händler und Pflanzer unter den Revolutionären von 1775/76. In Kontinentaleuropa aber dauerte die Inkubationszeit dieser Schicht länger. Der Paukenschlag, mit dem sie auftrat, war die französische Revolution. 

Sonntag, 15. Mai 2011

Fundstücke XXX

Von Stefan Sasse

In der FAZ findet sich ein Artikel, in dem ein neues Buch von Sönke Neitzel besprochen wird: "Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben." In diesem Buch, das ich mir wahrscheinlich bald ebenfalls auf den Nachttisch legen werde, geht es um die Auswertung von alliierten Abhörprotokollen von Gefangenen, die einmal mehr den Mythos der "sauberen Wehrmacht" widerlegen (den übrigens etwa Guido Knopp und Hans Mommsen gleich nach Erscheinen des Buchs noch einmal bekräftigt haben). Das dürfte spannend werden.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Weihnachten wieder zu Hause - ein kontrafaktisches Szenario

Von Stefan Sasse


Zug zur Front 1914
Bekanntlich beruhte der deutsche Aufmarschplan 1914 auf den Überlegungen Schlieffens, modifiziert durch Moltke, im Falle eines europäischen Krieges möglichst schnell mit weit ausgreifendem rechten Flügel die französische Armee zu umfassen und in einer Art Super-Cannae in einer gewaltigen Kesselschlacht zu vernichten. Auf diese Weise sollte der Krieg in Frankreich in wenigen Wochen entschieden werden, um sich dann den langsamer mobilisierenden Russen zuzuwenden. Bekanntlich kam es anders; die Franzosen zogen sich hinter die Marne zurück und erlaubten es den Deutschen nicht sie einzukesseln, während Russland wesentlich schneller mobilisierte als angenommen. Weihnachten 1914 fand deswegen in den Ende Herbst ausgehobenen Schützengräben statt und nicht zu Hause im Glanz des Sieges. Was aber wäre geschehen, wenn der Plan geklappt hätte? Wie könnte das Europa der Zwanziger Jahre aussehen, wenn das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg gewonnen hätte? Obgleich kontrafaktische Geschichte stets zu viele Unsicherheiten enthält, als dass man finale Aussagen treffen könnte, soll hier ein Versuch unternommen werden, ein solches Bild zu entwerfen.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Fundstück XXIX

Von Stefan Sasse

Im Extra-LARP Extra gibt es eine brillante Parodie auf Guido Knopp, in der Orks über die Herrschaft Saurons und den Untergang des dunklen Herrschers befragt werden:


Mit Dank an Markus Weber für den Link.

Montag, 2. Mai 2011

Inhaltsverzeichnis

In diesem Inhaltsverzeichnis sind alle Artikel auf dem Geschichtsblog aufgeführt, sofern es sich nicht um Fundstücke oder Buchbesprechungen handelt. Sortiert wird nach Nationalgeschichte und Zeitraum, der in dem Artikel behandelt wird. Doppelaufführungen lassen sich dabei ebensowenig vermeiden wie Ungenauigkeiten in der Einordnung. Trotzdem erscheint die Einordnungsform dem Autor als die praktikabelste. 

Deutsche Geschichte

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Griechische Geschichte


Mittelalter Allgemein